Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 36.1911

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W. DORPFELD

Bestätigung für die von mir aus anderen Gründen angenom-
mene Gleichzeitigkeit des Erechtheions und der Propyläen
sehe, so erkenne ich in der Tatsache des Fortbestehens des
Stufenbaues des alten Tempels einen neuen Beweis für meine
viel bekämpfte Ansicht über das Fortbestehen des ganzen
Tempels bis zur Zeit des Pausanias und darüber hinaus.
Die Discussion über das Erechtheion und den alten Tem-
pel ist in den 13 Jahren, seitdem ich zuletzt ausführlich dar-
über gehandelt habe (AM. XXII 1 897, 159), sehr eifrig fort-
geführt worden. Von den veröffentlichten Arbeiten führe ich
die wichtigeren an: A. Furtwängler, Münch. Sitz.-Ber. 1898,
349 und 1904, 370; A. Milchhöfer, Die alten Burgheiligtümer
in Athen, Progr. Kiel 1899; G. Körte, Rhein. Mus. LIV 1898,
239 und Gött. Gel. Anz. 1908, 837; A. Michaelis, Arch. Jahrb.
XVII 1902,1 und 81; Br. Keil, Anon. Argent. 91f.; W. Judeich,
Topogr. v. Athen 1 905,238; B. Graef, Berl. Phil. Woch. XXVI
1906, 1558; M. Carroll, The Attica of Paus. 180; D'Ooge,
The Acrop. of Athens 369; J. E. Harrison, Primit. Athens
39 f. ; A. S. Cooley, Amer. Journ. of Arch. III 1 899, 355;
E. Gardner, Anc. Athens 1902; A. Frickenhaus, AM. XXXIII
1908, 1 7 und 171; E. Petersen, Arch. Jahrb. XXII 1907, 8 und
namentlich Die Burgtempel der Athenaia, 1907.
Ich kann nicht daran denken, alle diese Schriften hier
auch nur kurz zu besprechen. Sie einzeln zu widerlegen, ist
ganz unmöglich; es scheint mir aber auch überflüssig, weil
sie sich selbst gegenseitig widerlegen. Auch nicht zwei der
Arbeiten stimmen in ihren Resultaten überein. Ich halte es
aber für meine Pflicht, dem an letzter Stelle genannten Buche
einige Sätze zu widmen, weil E. Petersen darin die Fragen
der Burgtempel am eingehendsten behandelt und dabei am
schärfsten gegen mich polemisiert.
Zunächst ist es sehr bezeichnend, dass Petersen als Motto
seiner im Jahre 1907 erschienenen Schrift einen von mir zehn
J ahre vorher geschriebenen Satz abdruckt, obwohl er aus mei-
nen späteren Aufsätzen (AM. XXVIII 1 903, 468. XXIX 1 904,
107) und aus einem Vortrage in Athen, an dem er selbst teil-
nahm, wissen musste, dass ich selbst den Satz nicht mehr für
richtig halte. Die Homerstelle, um die es sich dabei handelt
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