Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 36.1911

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GESIMSE UNTER WANDMALEREIEN.

In dem letzten Pergamon-Berichte (AM. XXXV 1910,447)
hat A. Conze mehrere Gesimsstücke besprochen, die auf der
pergamenischen Burg gefunden wurden. Es handelt sich da-
bei um zwei Sorten zierlicher Gesimse von etwas verschie-
denen Abmessungen, von denen die eine zu den Königspa-
lästen, die andere zum Heiligtum der Athena gehört. Wo die
Gesimse dort angebracht waren, ist bisher unbekannt. Die
Stücke der ersteren Art tragen Buchstaben einer oder mehre-
rer Inschriften, die sich über eine lange Wand hinzogen (I.v.
P. Nr. 234). Auch über die Bedeutung dieser Inschriften weiss
man bisher nichts.
Bei Studien an den Bauten des Athena-Bezirks glaube
ich die Stelle gefunden zu haben, an der die zierlichen Ge-
simsstücke einst angebracht waren. Sie gehörten zu den Hal-
len dieses Heiligtums und trennten einst den unteren Teil
der Rückwand, der aus Marmor bestand und sichtbar war,
von dem oberen aus anderem Material erbauten Teil, der mit
Stuck und Wandmalerei bedeckt war. Schon in dem Aufsatze
'Zu den Bauwerken Athens' (oben S. 52) habe ich auf diese
Beobachtung kurz hingewiesen und sie zur Erklärung eines
feinen Gesimses in dem NW-Flügel der Propyläen herange-
zogen. Im Hinblick auf die allgemeine Bedeutung, welche
diese Verwendung der Gesimse für die Frage nach der ar-
chitektonischen Ausstattung mit Malereien versehener Wände
hat, scheint es mir angezeigt, sie hier eingehender zu bespre-
chen und diejenigen noch unveröffentlichten Steine mitzutei-
len, welche durch ihren Fundort und durch die auf ihnen
befindlichen Standspuren von Halbsäulen uns ihren ursprüng-
lichen Standplatz verraten.
In seiner Veröffentlichung der Stoen des Athena-Bezirks
(Altert, v. Perg. II 45) hat R. Bohn mehrere von kleinen do-
rischen und ionischen Säulen eingefasste und mit einem
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