Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 36.1911

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GESIMSE UNTER WANDMALEREIEN

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Man hat allerdings oft behauptet, dass die aus Marmor-
quadern errichteten Wände der Pinakothek keine Wandge-
mälde getragen haben können, weil auf ihnen der Kalkbe-
wurf nicht hafte und weil auch keine Spur von Stuck zu-
rückgeblieben sei. Aber dabei hat man nicht genügend die
soeben erwähnte Glättung des ganzen unteren Teiles der
Wände im Inneren und den Werkzoll des oberen Wandteiles


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Abb. 4. Vom NW-Flügel der Propyläen.
beachtet. Die rauhe Oberfläche und die offenen Fugen ge-
statteten zwar keine Malerei direct auf den Marmor, nahmen
aber einen Wandputz als Unterlage der Malerei sehr gut
auf. Dass tatsächlich auf Wandflächen dieser Art antiker be-
malter Kalkputz angebracht werden konnte und auch ange-
bracht worden ist, lehren uns die noch aufrecht stehenden
Wände der vorpersischen Propyläen. Nach den Perserkriegen
haben diese einen feinen rot gefärbten Bewurf bekommen,
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