Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 36.1911

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TH. SAUCIUC

Im Einzelnen ist zur Lesung noch Folgendes zu bemer-
ken: In Zeile 3 hat der Stein -T- 1A1A10Y statt -T)- AIAIOY;
ein ähnliches Versehen anscheinend IG. XII 5, 661 Zeile 2
nach Ussings Abschrift: T-D AIAIOY. Bemerkenswert ist
es, dass in diesen beiden Fällen ebenso wie in IG. Nr. 659
die Abkürzung für Titus nicht T, sondern TI ist. — In
Zeile 10 am Ende ist nach Analogie der übrigen verwand-
ten Inschriften sicherlich a[pxetvq] zu ergänzen, worauf höch-
stens noch zwei .Buchstaben folgten. — Im Beginn von
Zeile 11 glaube ich 116!^ zu erkennen; man könnte also an
ein römisches Gentile wie 'Ajr]jn;Et[ct, 'Ea]aet[u oder 'Ojt]jtEL[a
denken. — In Zeile 14 ist auf dem Steine erhalten.—
In Zeile 15 sind von e^eußepotg im wesentlichen nur die
Köpfe der Buchstaben vorhanden. Für die Ergänzung in
Zeile 14 und 15 waren massgebend die Inschriften IG. XII 5,
660, 662, 663 und 665.
Die Stele gehört nach Ausschmückung und Inhalt zu
einer Gruppe von Denkmälern der Kaiserzeit, die für die
Insel Syros charakteristisch sind und von Klon Stephanos
('AOfjvouov III 1874, 526 ff.='Eat,Ypa(p(d rf)^ ''tuou Eüpou, Athen
1 875, 14 ff.) ausführlich behandelt und als 'öigmOotvtuxod ena-
YpoKpon' bezeichnet werden; vgl. auch IG. XII 5, 659-668.
Zur Vergleichung hinsichtlich der Form stehen uns Skiz-
zen von einigen dieser Stelen zur Verfügung bei Stephanos,
'EnaYparpon Taf. A Nr.1,2,4 (auch IG. XII 5,662), 6 (ebd. Nr. 664).
Allen ist die Nachbildung des Giebels und der Kranz aus
Ölzweigen gemeinsam, in welch' letzterem wir das Amtsab-
zeichen des Stephanephoros zu erkennen haben.
Die stilisierte Blüte über dem Kranze findet sich nur
noch bei Stephanos, a. a. O. Nr. 4 (IG. Nr. 662). Es ist zweifel-
haft, ob sie etwa als Stirnschmuck i zum Kranze gehörte
oder nur den freien Raum im Giebel auszufüllen bestimmt
war. Letzterer Annahme scheint der Umstand günstig, dass
bei den anderen Kranzbildern eine solche Blüte fehlt, und
dass die auf unserer Stele sicher nur als Raumfüllung ge-

' Vgl. Daremberg-äaglio, Dict. des antiq. I 1520 ff. Über Priesterdia-
deme sieh noch G. F. Hill, Österr. Jahreshefte II 245 ff.
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