Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 36.1911

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FRAGMENTE MYKENISCHER WANDGEMÄLDE 245
Hals eines roten Pferdes, darüber die sehr zerstörten Reste
eines dahinterstehenden Mannes. Deutlich erkennbar ist ein
Stück eines Armes mit dem Ende des gelblich weissen.
schwarz punktierten Ärmels. Das Fragment könnte das vor-
her besprochene unten ergänzen, passt aber nicht an.
e. H. 7, B. 9 cm. Unten in der Mitte der Rest einer
Hand mit einer Lanze, von der nur die rote Vorzeich-
nung erhalten ist. Oben rechts mir unverständliche Reste von
Schwarz und Gelb. Links der Rest eines roten, halbkreisför-
mig begrenzten Körpers mit zwei sich treffenden schwarzen,
mit weissen Pünktchen besetzten Linien. Eine sichere Deu-
tung dafür finde ich nicht; möglicherweise ist es der hintere
Teil eines Wagenkorbes. Dann würde die verticale Linie die
halbrunde Seitenbrüstung von der Vorderbrüstung trennen,
die horizontale die Seitenbrüstung in der Mitte teilen
f. H. 3, B. 3,5 cm. Fragment einer Längsverbindung von
Deichsel und Wagenkorb mit weisslich gelbem, schwarz
punktiertem Längsstreifen. Er endet in einem oben eigen-
tümlich eingeschnittenen Wimpel Von einem unterbroche-
nen schwarzen Streifen hängen Gruppen von je zwei roten
Bändern herunter. Rechts ist ein Stück der roten Brüstung
des Wagens erhalten. Da keine Spur des Pferdeschwauzes
zu sehen ist, handelt es sich wohl auch hier um einen un-
bespannten Wagen.
g. Drei kleinere Fragmente mit geringen Resten figür-
licher Bemalung, eins mit aneinanderstossendem blauen und
gelben Grund.
So gering die Reste dieser Darstellung sind, soviel geht
aus ihnen hervor, dass der Inhalt des Ganzen derselbe gewe-
sen sein muss wie bei den Fragmenten aus dem Megaron.
Und die Interpretation der Stücke zeigt, dass diese Darstel-
lungen keineswegs so einfach gewesen sein können, wie man

' Vgl. das knossische Schrifttäfelchen, Mercklin 17, Taf. 1 und diekypri-
schen Vasenbilder Mercklin 24-26. Auf 24 und 25 ist die horizontale Teilungs-
linie als Punktreihe gebildet.
^ Vgl. d. Tirynther Fragmente oben S. 201 Abb. 2, den Sarkophag von
Ha'gia Triada und die Gemme 'E(p. dpx- 1907, Taf. 8, 166 (Mercklin 18 a).
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