Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 36.1911

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B. SAUER

scharfen Contrast zwischen patiniertem und patinafreiem
Hintergrund hervorzubringen (Sog. Theseion 20 Taf. II).
Und selbst in der Horizontalfläche der Giebelböden gewinnt
hier die Marmorpatina nur das eine Mal grössere Bedeutung,
wo sie den Standplatz einer nicht eingebetteten, sondern auf
dem Boden aufruhenden Figur umgibt. Auch hier ist die
Grenze zwischen dem freien und dem bedeckten Raum
scharf gezogen; aber sie lehrt zunächst nur den Verlauf des
Plinthenrandes, nicht der Standspuren der Gestalt selbst, und
nur mittelbar hilft sie beweisen, dass hier eine kniende Figur
aufgestellt war. Aber noch immer steigen Reste von Giebel-
gruppen aus dem Erdboden, und auch andere, einst vor Wän-
den aufgestellte Figuren können zum Vorschein kommen.
Es ist also wohl nicht müssig, die Aufmerksamkeit der For-
scher auf diese Spiele des Lichtes zu lenken, denen die ge-
heime Kraft gegeben ist, Standplätze und selbst Formen ver-
schwundener Figuren zu verraten.

Kiel.

B. Sauer.
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