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Hestio ZllustrierteZamiliMMtung - D2i

Die von Beeren.
Noman von Georg Hartwig (Emmy Aoeppel).
(Fortphuug.)
iesmal bin ich noch auf viel weniger abenteuerliche Art
ins Haus gekommen, Tante. Aber wenn du willst, kann
ich deinen Traum auch wahr machen. Sag' mal, ich möchte
einen Schneemann in deinem Garten bauen. Das wäre fein!"
Mika lachte. Dann fragte sie: „Na, mein liebes Beercheu,
siehst du denn nicht, wer hier sitzt?"
Haide schaute sich um. In der Fensternische, verborgen hinter
wohlgepflegtem Efeugerank, dem Stolz Mika Zippelmanns, saß
Florian Beerens Tochter. Schwermütig und ein wenig verlegen
blickte sie nun nach dem Besuch.
„Du bist da, Väschen Marie?" rief Haide, sie begrützend.
„Da hab' ich heute Glück. Freut mich." Befangen vor dem
stillen Wesen, fragte sie dann schüchtern: „Was machst du denn
da, liebes Büschen?"
„Ich stricke Strümpfe für arme Kinder."
Haide trat näher hin, sah das Mädchen groß an und sagte:
„Ich meine, das geht mit einer Maschine viel rascher."


„Das mag sein. Aber so haltbar sind solche Strümpfe doch
nicht. Du kannst wohl gar nicht stricken?"
„Keinen blassen Dunst hab' ich."
„Weiht du, Haideken," sagte Mika Zippelmann, „das wäre
nicht übel, ihr Mädel wüschet auch, was Ferse und Spitze ist;
wenn nral Not an Mann geht, kann man das recht gut brauchen."
„Ich habe Nöte genug zu Hause, Tante Mika; dagegen hilft
kein Strickstrumpf. Aber wenn du meinst, Büschen Marie, dir
zuliebe wollt' ich's schon versuchen, ob ich's lernen könnte."
„Wenn du ein bißchen Geduld haben möchtest, es ginge gewiß
bald. So was lernt man spielend."
Ihre Stimme klang so weich, und das blasse, hübsche Mädchen
lächelte so herzlich und gütig, daß Haide ihr gern eine Freude
gemacht Hütte. Da fielen ihr die Blumen ein, die sie beim
Eintritt so rasch auf einen Stuhl neben der Tür gelegt hatte,
daß Tante Mika es gar nicht bemerkte. Die Nosen holte sie
inm, ging damit zu Marie und sagte: „Du bist so lieb. Du sollst
meine Blumen haben."
Sie reichte dem Mädchen Onkel Balduins Strauß.
Jur Augenblick, da Marie die Nosen in der Hand hielt, trat
Florian Beeren ins Zimmer.
Haide wollte an ihm vorbeihuschen, aber diesmal berührte

Neinekes Ende. ?kach einem Gemälde von C. Neichert.


u. um.
 
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