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Heftis ZlluslrierteWmliMMtuiU - 1S21

Ailmrausch.
Roman von Reinhold Ortmann.
(Fortsetzung.)
teiner kehrte sein Gesicht ein paar Sekunden lang dem
Fenster zu, dann rückte er seinen Schreibsessel näher zu
Hollbachs Stuhl heran und legte ihm seine fleischige, be-
haarte Rechte vertraulich auf das Knie.
„Reden wir deutsch miteinander! Wenn Sie heute oder
morgen der bevollmächtigte Geschäftsführer der Firma Klemens
Reinhardt würden, bliebe es dann bei unseren Abmachungen?"
„Ich kenne die Sache nicht so genau, aber da Alfred Rein-
hardt sie für gut hielt —"
„Keine Hintertüren — bitte! Ja oder nein und ein Mann,
ein Wort!"
„Nun denn: ja, ich würde die Verträge auf der besprochenen
Grundlage mit Ihnen abschließen."
„So hör'ich's gerne. Ich sehe, wir verstehen uns. Und weil
eine Liebe der andern wert ist: Sie sollen den Posten haben."


„Es ist viel, was Sie sich da zutrauen, Herr Steiner!"
„Ich mache alles, was ich machen will. Neuhaus ist kein
Hindernis. Der Mann weih längst, wo Bartel den Most holt.
Er hat seine Finger in allen möglichen Unternehmungen, und
die Hauptthese seiner Anwaltsmoral lautet: Für nichts ist nichts.
Da der große Konzern, den wir bilden wollen, notwendig einen
Syndikus haben muß — ich denke, Sie verstehen mich, kleiner
Hollbach!"
„Gut ausgedacht. Aber wenn Sie sich doch in dem Justizrat
täuschten? — Wenn er mißtrauisch wäre?"
„Mißtrauisch? Wollen Sie mich beleidigen? Wer darf von
Mißtrauen reden, wenn es sich um eine Unternehmung Paul
Steiners handelt? Bin ich ein Hochstapler? Ist die Astrafilm-
gesellschaft etwa ein Schwindel? Ist das Riesenatelierhaus, das
wir nächstens einweihen werden, das größte in Europa, vielleicht
ein Luftschloß? Nein, mein Lieber, mit allem darf man mir
kommen, nur nicht mit Mißtrauen. Da werde ich ungemütlich."
„Ich sprach ja nicht von mir, sondern von Neuhaus."
„Lassen Sie das meine Sorge sein. Das und alles andere.
Ich habe meine Leute an der Hand, und SiePrauchen keinen



Nach einem Gemälde von I. von Blaas.

Ritt zur Preisverteilung.
 
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