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Heft 13

Ein Ackergerät, ohne tierische oder motorische Kräfte verwendbar.

man mit eigener

^^Hie Sehnsucht, aus den Städten hinaus in die
1 Natur zu gelangen, ist im letzten Jahrzehnt
stärker geworden. Vor 1914 erlangte die
Schrebergartenbewegung große Verbreitung. Dann kam
mit beginnender Not, hervorgerufen durch die Hunger-
blockade, die Zeit, da jedes Fleckchen Boden zur An-
pflanzung von Nutz-und Nährpflanzen ausgenützt wurde.
Siedlungsgesellschaften entstanden. „Stadtflucht" ward
zum Schlagwort. Wo es nur einigermaßen möglich ist,
sucht man dem Boden Erträgnisse für den Haushalt ab-
zugewinnen. Wenn dabei anfangs auch schwere Fehler-
begangen wurden und teueres Lehrgeld bezahlt werden
mußte, so sind mit den Jahren doch wertvolle Erfah-
rungen im Kleingartenbau gesammelt worden. Auch der
Stadtbewohner lernte den Sinn der Worte erkennen:
„Jin Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot
essen." Das Umgraben des Bodens mit Hacke und
Spaten ist eine schwere, sauere Arbeit, und man be-
mühte sich deshalb seit langem, ein brauchbares Acker-
gerüt herzustellen, durch das


Alle bisherigen Versuche, Apparate zu erfinden, die
sich zur praktischen Verwendung eigneten, haben wenig
oder gar keinen Erfolg gehabt, weil sie meist so be-
schaffen waren, daß die menschliche Zugkraft
für diese Arbeit nicht a u s r e i ch t e.
Durch den Handhebel-Schreitpflug ist
nun die Lösung gefunden. Ein wesentliches Merkmal
dieses Pfluges besteht darin, daß Körpergewicht
und Armkraft durch Anwendung von Hebeln in
gemeinsame Wirkung gebracht werden. Die
Art d er Fortb ew egung ist dem menschlichen Gange
angepaßt, indem abwechselnd links- und rechtseitig
Pedale mit dem darauf ruhenden Körpergewicht
einen festen Stützpunkt bieten, gegen den die Armkraft
auf die hinten angebrachte Pflugschar fortbewegend wirkt,
während das unbelastete Pedal den Schritt nach vorwärts
auszuführen ermöglicht. Das Gerät setzt sich aus zwei
Pedalen, der beide verbindenden Hebelstange und dem
Pflugkörper zusammen. Das Gewicht ist gering,- der
Schreitpflug wiegt etwa neunzehn Kilo, ist handlich,

Kraft Pflugarbeiten zu verrich-
ten vermag, ohne den Spaten be-
nützen zu müssen. Man benützt
ein solches Gerät dort, wo es un-
wirtschaftlich ist, tierische
oder motorische Pflugkräfte zu
verwenden, ferner wo beengte
Verhältnisse — durch Mauer,
Zaun, Bäume oder Hecke ge-
geben -— jede andere Pflugarbeit
unmöglich machen, wie beispiels-
weise in Obst- und Gemüsegärten
oder auf Moorböden zu Zeiten,
wo Zugtiere dieselben noch nicht
betretenkönnen. JmObstgartenist
der Schreitpflug empfehlenswert
wegen seiner Handlichkeit, und
weil der damit Arbeitende große
Feinfühligkeit gegen Widerstände
erlangt und dadurch in der Lage
ist, unliebsame Baumwurzelbeschä-
digungen vermeiden zu können.



Handhebel-Schreitpflug.

leicht transportierbar und sowohl
zum Pflügen als auch zum
Häufeln zu verwenden, wo-
zu er durch Auswechseln gewisser
Teile schnell verändert werden
kann. Auch der Tiefgang läßt
sich nach Bedarf einstellen, und
zwar von sechs auf Zwölf und
achtzehn Zentimeter. Der Schreit-
pflug leistet auf jedem pflüg-
baren Boden nicht Spaten-, son-
dern vollwertige Pflugarbeit. Bei
etwa sieben Zoll Tiefe
ist eine Tagesleistung
von einem halben Morgen
erreichbar. Für den Kleingärtner
und Siedler dürfte sich die An-
schaffung dieses Apparates, der,
je nachdem es sich um leichten
oder schweren Boden handelt, in
verschiedenen Stärken erhältlich
ist, empfehlen. E. Ley.


Zu unseren Bildern



/X Der Lchäfsiertnnz Ul München (S. 190).— Im Jahre 1917 waren
vierhundert Jahre verflossen seit dem Sebastianswg, an dem die Schäffler
Münchens durch Ausmarsch und Reiftanz den gesunkenen Mut der Bürger-
schaft, die durch das Massensterben, „Schwarzer Tod" genannt, verängstet
und niedergeschlagen war, wieder aufrichteten. Während des Weltkrieges
wurde die Feier dieses Jubiläums verschoben. Jetzt soll sie nachgeholt
werden und ebenso wie vor vierhundert Jahren das Beispiel derbeherzteu
Schäffler aus dumpfer Gedrücktheit und Tatunlust zu entschlossener Wieder-
aufnahme der Arbeit und furchtlosem Lebenswillen mitfortreißen. Da-

mals standen die ehrbaren Faßbinder im Ruf, durch das Schwelen ihrer
Pechtiegel gegen die Pest gefeit zu sein, konnten aber doch nicht die Herde
der Seuche ausräuchern. Was sie aber konnten, das war eben das, wozu
einst der Geselle Sebastian aufforderte: „Wir müssen hinaus auf die
Straßen und dies die Leute wissen lassen, daß sie wieder herausgehen
und zur Arbeit zurückkehren, sonst sind wir verloren!" Der Schäffler-
tanz pflegte in siebenjähriger: Perioden abgehalten zu werden, diesmal
soll er weniger als je mit bloßem Fastnachtsscherz verwechselt werden,
er sei ein Zeichen neu sich aufrichtender beruhigter Arbeitsfreude.


Kinrisrpflegs

vei-vvenctet msn seit vielen Isbi-en sls bestes Linsti-sumittel tui- Kleins Kinctei- unct ZguAlinZ-e nscb
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clei- bei reALlmsl)iAei- ZcnvvenclunA V/unctsein, Wuncillexen, kZMeunctunbLn unct kotun§en cter blsut eu-
-Psc-Iiekss Ldpuclsnn clei- btwe (keinpuctei-n in ctie Ztncimpls), ctei- ^.ebselböblen socvie sllei- untei-
ctei- LLbvvei»-Linwii-kun° scbuyi c;e?en VVuncl-
leiclencten üoi-pei-ieile mN vSS^II^II lsuten, VVuncii-eiben unct
vel Nsnct-, U'ult- emtsckste unct billigste
unct ^Lbselscbvveib ist 338i1OIOlOl III Mittel.
in Oi-iZlnsl-Sii-euctosen m ^potbeken unct 0i-o§ei-ien.
 
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