Zeitschrift des Bayerischen Kunstgewerbe-Vereins zu München: Monatshefte für d. gesammte dekorative Kunst — 1892

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Unsere kunstigMenblichen (DusterblWen.

Tafel 26: Salon-Einrichtung. Im Stil Rcgence ausgeführt
von Gtto Fritzfche, k. b. kjofmöbclfabrikant, München. Nach Ent-
würfen von M. Schnitze, Fürst!. Taxis'fchcr Banrath, Regensburg.
Diese Salon-Einrichtung bildete theilweise ein Ausstellungsstück der
Deutsch-Nationalen Aunstgewerbe-Ausstellung ;888 und befindet sich
jetzt in einem Privathause zu München.

Tafel 27 & 28: Tafelaufsatz, Geschenk zur silbernen Hochzeit
Or. Ioh. v. Widenmayer's, ersten Bürgermeisters der Stadt München.
Nach einem Entwurf von Prof. Fr. v. Miller, ausgcführt von Hof-
filberarbeiter Ferd. Har rach 6: Sohn, München. — Das oft verwendete
Motiv des Segelschiffes ist hier in ganz neuer Weise verarbeitet; in
der dekorativen Durchbildung mußten die Hinweise auf die verschiedene

Thätigkeit des Jubilars u. f. w. eine maßgebende Rolle spielen. Das
Segel enthält die Widmung: „Jur Feier der silbernen Hochzeit Herrn
Bürgermeisters Or. Johannes von Widc.nmayer und Frau Elwine von
Widcnmayer verehrungsvollst gewidmet von Mitgliedern des Magistrates,
des Eollcginms, der Gcmcindebcvollmächtigten und des Armcupfleg-
fchaftsrathes der kgl. Haupt- und Residenzstadt München". Am vorder-
thcil des Schiffs, das mit dem Wappen der Stadt Lindau — dein
Geburtsorte der Iubilare — geschmückt ist, sie hl das „Münchner Aindl",
in den Händen den Silberkranz haltend; den Hinterthcil des Schiffes
bildet eine äußerst zierliche Nachahmung des Balkons am Münchener
Rathhaus, an der Seite mit den Rautenwappen in den bayrischen und
den Münchener Farben, oben mit dem Wappen der Stadt München

Majolika-Wandfliesen für ein Badezimmer.

Entworfen von G. Held, München. (Au Tafel 3J, gehörig.)

geziert. Der schmale Sockel unter dem Schiff enthält auf den Lang-
seiten die Ansichten der Städte München und Lindau, an den Schmal-
seiten die Inschriften diligentia und fidelitas, welche sich auf die darunter
sitzenden, allegorischen Figuren des Fleißes (mit dem Spinnrocken)
und der Treue (mit dem Schlüssel) beziehen. Weitere Hinweise auf
den Lebensgang des Jubilars finden sich auf den Schrifttäfclchen des
untersten Sockelfrieses. Der Aufsatz zeigt am untersten breiten Sockel-
theil die natürliche Bronzefarbe; die übrigen Metalltheile sind meist
vergoldet; nur das Segel, die Schrifttäfelchen, das Fleisch der Figuren,
die Wellen u. A. sind in Silber gehalten. Der Schiffskörper selbst ist
aus Holz geschnitzt. Email ist nur in den Wappenschildchen angebracht.

Tafel 29: Silberplatte. Entwurf von A. Glaser, München.

Tafel 30: Tischgläser. Entwurf von Annstgewerbeschüler
P. P. Palme, München. Dieser Entwurf ist aus einer der an der
k. Aunstgewerbeschule zu München üblichen Wettbewerbungen hervor-
gegangen und ohne Beihilfe eines Lehrer gefertigt. Material: waffer»
hellcs, leicht in's Grünliche spielende Glas; ein Theil der Ringe und
Nuppen besteht aus schwach blangefärbtcnr Glas.

Tafel 3;: Majolika-Wandfliesen für ein Badezimmer.
Entworfen von Aunstgewerbeschüler G. Held, München. Auch dieser
Entwurf ist in gleicher Weise aus einer Wettbewerbnng an der Aunst-
gewerbcschule zu München hervorgegangen wie jener auf Tafel 30.

verantw. Red.: Prof. L. ©nielin. — Herausgcgeb. v. bayer. Inmstgewerbeverein. — Druck u. Eomm.-Verl. von Lnorr lj Dirth in München.
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