Bredius, Abraham [Oth.]
Künstlerinventare: Urkunden zur Geschichte der holländischen Kunst des XVIten, XVIIten und XVIIIten Jahrhunderts (Band 2) — Haag, 1916

Page: 596
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VICTOR.

ZU JOHANNES VICTORS.
Der bekannte Rembrandtschüler Johannes Victors, den ich
fast den verkannten nennen möchte, wenn ich z.B. an das
treffliche Bildnispaar in der Sammlung von Gumprecht in Berlin
denke, wurde 1620 in Amsterdam geboren. Er war ein Halbbruder
von Jacobus Victor (vergl. die genealogische Tabelle auf S. 587).
Der Vater, Louis Victor, wird 1625 3pag7iscAgsü)g&m^g)'genannt,
bald darauf aber ist er Bodg op DordrgcTü. Seine erste Frau, Styntge
Jaspers, die Mutter von Johannes Victors, starb Anfang 1625.
Schon im September dieses Jahres heiratete der Vater zum
zweiten Male. Zum zweiten Male Witwer geworden, verheiratete
er sich am 11. Juli 1633 ein drittes Mal, mit Maria Jacobs
Paauw, der Mutter von Jacobus Victor, i) Von dieser hatte er
noch, wie wir aus seinem Testament vom 8. November 1652
vernehmen, sechs Kinder, nämlich Marritge, Victor, Jacobus,
Grietge, Louis und Gideon. Bei einem zweiten Testament am
21. Januar 1658 wohnte er am Rokin bei der lange Brug. ^)
Kurz darauf muss er gestorben sein. Am 22. August des gleichen
Jahres wurde sein Nachlassinventar aufgenommen. Wir erfahren
daraus u. a., dass ein Sohn Adriaen bereits gestorben war und
zwei Kinder hinterliess, und dass die Tochter Lidia mit einem
Maurer, Barent Andriesse, in Aachen verheiratet war. Die
Mutter musste den Kindern Geld auszahlen. Im Hause hingen
viele Bilder, von denen aber nur eines ausführlicher erwähnt
wurde, nämlich gg% &'gMMg?p door dg Vocm (Johannes Victors)
ggsc/rddg7d, s?/%dg gga ^gvcmc^giKs wa JosgpA, taxiert auf ./ü 3 (!)
(Vielleicht das jetzt im Rijksmuseum befindliche, 1648 datierte
Bild, Kat. 1912 Nr. 2552). Der ganze Nachlass wurde auf
740: 15 taxiert. D
A.) 1625. 21. Febr.
Louis Victor deponiert nach dem Tode seiner ersten Frau,
Styntge Jaspers, das mütterliche Erbteil der Kinder bei der
Waisenkammer. Hiebei wird der Sohn Jan als 5 Jahre alt
erwähnt. ^)
1) Vergl. Oud Holland 1886 S. 219.
2) Prot. Not. Lamberti, Amsterdam.
8) Prot. Not. J. van Loosdrecht, Amsterdam.
4) Prot. Not. D. Danckertsz, Amsterdam.
5) Papiere der Amsterdamer Waisenkammer.
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