Die Dioskuren: deutsche Kunstzeitung ; Hauptorgan d. dt. Kunstvereine — 8.1863

Page: 333
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Deutsche Kunst-Zeitung.

1 Achter Jahrgang.

Hkranegegriien und redigirt

' von


> 1. November

s M 44. >

| Dr. Max Schasler,

> Herausgeber des „Deutschen Kunst-Kalenders" in Berlin.



' 1863. {

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Leicester-sq.

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Inh

Alchandclndcr Artikel: Studien zur Charakteristik bedeutender
Künstler der Gegenwart: XXXIII. Ernst Rietschel (Schluß).
Korrespondenzen: B. Danzig, October 1863. (Prachtwerk
des Professor Schulz.)

Kunstchronik: Lokalnachrichtcn aus Berlin, Kiel, Pest, Wien,
München, Besseringen, Hildesheim, Tournay, Paris, London.

alt:

Kunst-Kritik: Berliner Kunstschan: Die neue Börse.
Kunstgeschichte u. Antiquitäten: Bemerkung über ein Bild der
Münchener Pinakothek.

Äunstinstitute und Äuustvcrcine. Wissenschaftlicher Kunstverein.
Kunstvcrkehr.

Briefkasten.

Studien zur Charakteristik bedeutender Künstler der Gegenwart.

XXXIII. Ernst Rietschel.

(Schluß.)

Die weiteren Mittheilungen Nietschcls, über seinen
Besuch bei Göthe in Weimar it. s. f. nehmen an Interesse
und Spannung fortwährend in hohem Maaße zu, so daß
es immer schwieriger wird, eine Auswahl zu treffen. Wir
müssen daher schon unsere Leser auf das Buch selbst ver-
weisen; nur eine Stelle, worin der andern Schüler Rauch's,
welche jetzt meist als Meister ersten Ranges berühmt sind,
Erwähnung geschieht, nebst den Urtheilen, die Rietschel
über sie ausspricht, dürfen wir nicht übergehen:

„Nach dem ersten Jahre meines Aufenthalts in Berlin
kam auch Friedrich Drake aus Pyrmont, jetzt Pro-
fessor nnd berühmter Bildhauer in Berlin, in die Rauch'sche
Werkstatt, kurz darauf Steinhäuser aus Bremen, jetzt
sehr nahmhafter Bildhauer in Rom; beide überaus talent-
voll, namentlich zeichnete sich Drake aus, indem er alles
mit der größten Leichtigkeit und Schönheit durchbildete.

Die älteren, praktisch und technisch sehr gebildeten Schüler
Rauch's, die ich vorfand, als Sangninetti, Bräunlich,
welche auf mich sehr mitleidig herniedersahen, sind ziem-
lich unbekannt geblieben. T r o sch e l lebt nun seit fünfund-
zwanzig Jahren in Rom. Kiß, ein Schüler Tieck's und
jetzt als Bildhauer sehr bekannt, dessen herzliche Persön-
lichkeit mich sehr ansprach, wurde mir Freund, nnd da
er sich bald verheirathete, brachte ich manche heitere, still
behagliche Abendstunde bei ihm zu. — Daß Achtermann
aus Münster, welcher einunddreißig Jahre alt nach Ber-
lin kam, bis dahin hinter dem Pfluge hergegangen war
und Krucifixe geschnitzt hatte, von Ranch ausgenommen
wurde, dazu half ich beitragen durch Fürbitte bei Rauch,
welcher wegen Achtermann's Alter keinen Muth hatte, ihn
zu behalten. Ich redete Rauch zu, doch einen Versuch zu
machen, ging auch mit Achtermann zu Schadow, um ihm
— dem schüchternen Landmann — die Aufnahme auf die
Akademie durch mein Dabeisein und für ihn Mitsprechen
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