Die Dioskuren: deutsche Kunstzeitung ; Hauptorgan d. dt. Kunstvereine — 8.1863

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Deutsche KunK-Zeituna.

HauptgrgSN der Deutschen KuNstVereme.

Achter Jahrgang.


IJrransjjfgtbfti und rttugirt

von

C

1 Mar;


/ M 9.


Dr. Max Schasler,


1868.




Herausgeber des „Deutschen Kunst-Kalenders" in Berlin.



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Inhalt:

Abhandclndcr Artikel: Studien zur Charakteristik bedeutender Dresden, Stuttgart, Wien, München, Paris, Florenz, Rom,
Künstler der Gegenwart: Horace Vcrnet, (Nekrolog). (Schl.) > Calcntta.

Korrespondenzen: LJ Düsseldorf, 22. Februar. (Oesterreich. Kunst-Kritik: Berliner Knnstschan. Permanente Gemälde-Ans-
Künstverein). — ü Rom, im Februar. (Römische Villen).— jj stcllnng von Sachse.

L. Rom, im Februar. (Restaurationen und Neubauten.) Knnmnstitutc u. Kunstucrcine: Archäologische Gesellschaft in
Kunstchronik: Verschiedene Lokalnachrichten aus Berlin, Köln, || Berlin. —

Studien zur Charakteristik kedeutender Künsttrr der Gegenwart.
XXVII. Horace Bcriict.

Nekrolog. (Schluß.)

Das Zweite diesem biblischen Cyklus angehörige Bild
ist seine „Rebekka mit Elieser am Brunnen." Ist jenes
als ein Epos zu betrachten, so trägt dieses den Charakter
des Idyllischen. Ueber die Entstehung dieses Bildes möge
B er net selbst das Nöthige zur Aufklärung beibringen.
Wir entnehmen diese Stelle seinem Buche, welches er, wie
bereits bemerkt, über diese» Gegenstand absastt und theil-
weise in deni „Institut", dessen Mitglied er seit dem Jahre
1826 war, selbst vorgclesen hat. — „Während einer Expe-
dition gegen einige Tribus in der Umgegend Bona, saß
ich in meinem Zelte und las in der Bibel die Erzählung
von der Rebekka am Brunnen, wie sie auf ihrer linken
Schulter den Krug trug und ihn auf ihren rechten Arm
herabgleiten ließ, um dem Elieser zu trinken zu geben.
Diese Bewegung war mir nicht recht klar. Nachdenkcnd
erhob ich die Augen, und was sah ich? — Ein junges Weib

gab einem Soldaten zu trinken, ganz genau dieselbe Be-
wegung ausführend, die ich mir verständlich zu machen
suchte. Seit diesem Augenblicke fühlte ich mich von dem
Verlangen beherrscht, die genauesten Forschungen und Ver-
gleiche zu inachen zwischen der h. Schrift und den beste-
henden Gebräuchen der Volksstämnie, welche stets unter den
Einflüsse alter Traditionen gelebt haben, fern von allen
Neuerungen." — Wie das biblische Sujet selbst, so kann
natürlich auch unser Bild nichts weiter sein, als ein ganz
einfaches Genrestück. Wahr und lebendig im Charakter und
Ausdrucke, zart und poetisch in der Anffassung, fein und
empfunden in Zeichnung und Kolorit, bildet es eine reizend
idyllische Schilderung des orientalischen Lebens. Das Bild
ist gemalt zu Rom im Jahre 1834.

Daß Bern et ein ausgezeichneter Jagd- und Pferde-
maler war, beweisen, von seinen Schlachten ganz abgesehen,
in denen das Roß in den verschiedensten Stellungen,
gleichsam als bewußtes, mitwirkendes Glied, mitagirt, die
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