Die Dioskuren: deutsche Kunstzeitung ; Hauptorgan d. dt. Kunstvereine — 8.1863

Page: 309
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Deutsche Kunst-Zeitung.

HerallLgegeben und redigirt
von

Dr. Max Schasler,

<> Herausgeber des „Deutsche^Kunst-Kalenders" in Berlin. <>-

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handlung und General-Zeitungs-Agcntur in London, 8, Little Newport-street
Leicester-sq.

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Inhalt:

Korrespondenzen: f München, imSeptbr. (Die Konferenz der
Deputirten der zum westlichen Cpklus gehörenden neun Kunst
Vereine.)— * Karlsruhe. (Neue Dispositionen der Di-
rection der großh. badischen Kunstschule.) — 1t. Paris, im
Septbr. (Nusee Hapolöon III. colleetion Oampana)
Kunst-Kritik: Die intern. Knnstausstellnng in München. (Forts.)
—Berliner Kunstschau: l. Permanente Gemäldeausstellung u.
Sachse. 2. Die neue Börse. 3. Die Schillermodelle von Be-

gas und Siemering.

Kunstliteratnr u. Aldum: I. Kunstlitcralur: The fine Arts
quarterly Review. — L’Inaugurazione dcl Monumento
a Yittorio Alfieri in Asti il Municipio Asti. — II. Alluun:
L. Bette, Schinkel's Wandgemälde in der Halle des Mu-
seums zu Berlin.

Kunstvcrkchr.

Vricskastcn.

Korrespondenzen.

ch München, im September. (Die Konferenz der
Deputirten der zum westlichen Chklus gehören-
den neun Kunst-Vereine.) Dieselbe ist am 30. und
31. Juli d. I. hieselbst abgehalten worden, weil es im
Interesse der Kunst-Vereine liegt, in einer Stadt zu tagen,
in welcher zur Zeit eine größere Kunstausstellung mit
Wahrscheinlichkeit Gelegenheit bietet, Gemälde von her-
vorragender Bedeutung zu finden und möglicher Weise für
die Ausstellungen zu gewinnen. Mau fand die sogenannte
internationale Ausstellung, deren Verzeichniß nur 488
Kunstwerke nachweiset, indeß nicht bedeutender als die gut
beschickten oft 600 Kunstwerke enthaltenden des westlichen
Chklus, da ein großer Theil auch der namhaftesten Künst-
ler Münchens dieselbe gar nicht beschickt hatte, eine.Klage
die man leider auch über die Ausstellungen in Belgien rc.
hört. Bei den Berathungcn über dic Ausstellungsverhälknisse,
kam denn auch wiederholt zur Sprache, daß selbst von
vielen Künstlern Klage geschieht, wie auf alle Ausstellungen,
sowohl auf die der Akademien, wie aus die der Kunst-
Vcreine, viel zu viel Mittelmäßiges, ja wohl auch Geringes

zugelassen, unter Umständen auch wohl gekauft und da-
durch die Mittelmäßigkeit protegirt würbe, zum großen
Nachtheile der wirklich das Höhere erstrebenden Künstler.
Zugleich ist aber auch hervorgehoben, daß das Publikum
alle Säle von oben bis unten gefüllt verlangt und da-
bei viel Werth auf große hervorragende Meisterwerke zu
legen pflegt und daß ein fleißigerer Besuch der Kunstaus-
stellungen fast nur dadurch zu erzielen ist. Beide Erin-
nerungen sind mithin nicht unbegründet; rs ist aber den
Kunst-Vereinen noch nicht gelungen, für das Erste sichere
Abhülfe und stets viel Gemälde von höchstem und höherem
Interesse anznschassen. Da nun für das Ausstellungs-
wesen deßwegcn auch von den Künstlern gründliche Re-
formen für nothwendig erachtet werden, so sind diese An-
gelegenheiten auch in der diesjährigen Konferenz nach allen
Seiten wiederholt gründlich erörtert. Zunächst hat man
aber doch zugestehen müssen, daß die Zahl der mittel-
mäßigen Gemälde so lange vorwaltend gewesen, als Aus-
stellungen existiren, daß ferner die Anforderungen, mit der
fortschreitenden Bildung weit rascher zu steigen pflegen,
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