Die Dioskuren: deutsche Kunstzeitung ; Hauptorgan d. dt. Kunstvereine — 8.1863

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(i Achter Juhrqang.

RerallLgegeden und redigirt (

von

1 5 Zirli

M 27.

Dr. Mar Schasler,

1863.


> Herausgeber des „Deutschen Kunst-Kalenders" in Berlin. <r

„ . >

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„Die Dioskuren" erscheinen wöchentlich .Sonntags) in 1—iz Bogen 4to
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3 n fi a 11:

Korrespondenzen: □ Düsseldorf, 29. Juni. (Leiche: Perma-
nente Gemäldeausstellung von Schulte.) — München,
Ende Juni. (Kunstverein. Schluß.) —

Kunstchronik: Lokalnachrichten ans Berlin, München.
Kunst-Kritik: Der diesjährige Pariser Salon. (Schluß.) —
Kunstindnstric und Technik: Der Bronceguß. (Forts.)

iiujmui uuu

tographien.


- - r -Uim-

A. tramba, Legiom di anatomia. —

Kunstinstitnte und Kunstvcrcine. Wissenschaftlicher Knnstvcrein.
Regensburger Dombau-Verein.

Kunstvcrkehr: I. Ansstellungskalcnder n. s. f. — Briefkasten.

Korrespondenzen.

O Düsseldorf, de» 29. Juni. (Lcutzc; Permanente
G c m ä l d c a u s st e l l u u g v. S ch u l t c.) Daß unser „Apostel
der rheinischen Kunst", Prof. Emauuel Leutze, von sei-
ner Missionsreise über das große Wasser zurückgekehrt,
dem „Malkasten" die Friedenspfeife cntgcgenbrachte und
mit offenen Armen und vollen Gläsern empfangen wurde,
haben Sie schon berichtet, aber noch nicht, daß er sich
auch schon »litten in die Arbeit warf, so daß wir hoffen
dürfen, von ihm recht bald wieder einmal Etwas zu sehen.
Zugleich muß ich Ihnen berichten, daß viele Freunde Leutzc's
und Düsseldorfs an diese Thätigkeit allerlei Erwartungen
knüpfen, deren Erfüllung indessen einstweilen noch sehr-
fraglich wäre.

In der „Permanenten" hatten wir indessen Gelegen-
heit, noch einen „Apostel der rheinischen Schule", der lange
Jahre ebenfalls jenseits des großen Wassers seine Mission
erfüllte, wieder zu begrüßen; heil und unversehrt, in der
ganzen Frische seines Geistes und seiner äußeren Erschei-
nung, kehrte Prof. Th. Hildebrandt's „Othello" in seinen
Geburtsort zurück. Wahrlich, das ist ein gediegenes Bild:
klar im Motiv, fein in der Charakteristik, ernst in der

Stimmung, kräftig in der Farbe, ist cs zugleich von einer
Durchführung, die ebenso entfernt von Kleinlichkeit wie von
geschweifter Virtuosität ist. Ehre sei dem Meister! — Frau
Marie Wieg mann brachte zwei Porträts, von denen
das eine, ein Kinderporträt, etwas Rubens'sches hatte;
das größere Damenportrait war weniger klar in der Farbe,
auch dürfte der stark ausfallende Zusammenhang von Kinn
und Hals mehr wohl auf einem Zeichnenfehler als auf
Naturwahrheit beruhen.— C. S ch l e si n g er 's „Moselfähre"
wirkte trotz des etwas störenden rothlichcn Gcsammttoncs
dennoch sehr durch feine Zeichnung der Ferne, schöne Grup-
pirung des Ganzen sowohl, wie der in der Fähre befind-
lichen Staffage. Schlesinger trifft fast immer die im Ge-
müth am stärksten klingende Saite wohlthuender Ruhe. —
Siegert führt unö in das „Innere einer Patrizierwoh-
nung" —. Es ist die alte Geschichte, doch bleibt sie ewig
neu: leuchtenden Auges und strahend im Glanze der
Liebe, schaut durch das geöffnete Fenster die Maid dem
Manne nach, den sic sich erkoren; die plötzlich cintretcnde
Mutter wird ihr aber sogleich eine Vorlesung über die
Pflichten einer sittsamen Jungfrau halten, und der Eindruck
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