Die Dioskuren: deutsche Kunstzeitung ; Hauptorgan d. dt. Kunstvereine — 8.1863

Page: 269
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Deutsche Kunst-Zeitung.

HaWtsMNR der Deutschen

Achter Jahrgang.

S-

Hkraurgrgkbkn und redigirt
von

-3

1 6. September >

/ M 36. <


Dr. Max Schasler,


1863.



Herausgeber des „Deutschen Knust-Kalenders" in Berlin.

<


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Jul,

Abhandclndcr Artikel: Studien zur Charakteristik bedeutender
Künstler der Gegenwart: XXXIII. Ernst Rietschel.
Korrespondenzen: 13. Danzig, im August. (Prachtwerk des
Prof. Schulz.)

Kunstäironik: Lokalnachrichten ans Berlin, Frankfurt a. M.,
München, Braunau, Dijon.

alt:

Kunstindustric und Technik: Die graphischen Künste in ihrer
technischen und künstlerischen Verschiedenheit, von M. Sr.

Kunstinstitute und Kunstvcrcine. Aufruf und zweiter Rechen-
schaftsbericht des Centralromitss in Weimar re.

Kuustverkchr: I. Ausstellnngskalendcr. II. Ausländische Ausstel-
lungen. III. Ausstellungs-Tabelle. — Briefkasten.

Studien zur Lharakteristilr bedeutender Künstler der Gegenwart.

XXXIII. Ernst Rietschel.

^chon lange hatten wir die Absicht,
über Ernst Rietschel eine bio-
graphische Skizze zu veröffentli-
chen, an die sich zugleich eine in
den Geist des Meisters, wie er
sich in seinen Hanptwerken ab-
spicgelt, eindringende Charakteristik sei-
nes künstlerischen Strebens und Wirkens
anschließen sollte. Die Aufgabe ist keine
leichte, denn ohne eine umfassendere
Beleuchtung der modernen Skulptur
überhaupt, besonders aber Rauch's
und seiner zahlreichen, zum Thcil über den Meister hin-
ausgehenden Epigonen, zu denen auch Rietschel gehörte,
ist eine Specialistrung der eigenthümlichen künstlerischen

Richtung des letzteren gar nicht möglich. Was uns aber
mehr noch als die Schwierigkeit der Aufgabe abschreckte,
war der Umstand, daß cs uns trotz eifriger Bemühungen
nicht gelingen wollte, hinreichend umfassende Mittheilungen
über seine Lebensentwicklung — und zwar meinen wir
hiermit nicht bloß die äußerliche Geschichte seines Lebens,
sondern auch seine innerliche Entwicklung — zu erhalten.

Da kommt uns nach dieser Seite ein Buch zu Hülfe,
das, wie der Verfasser im Vorwort sagt, „von Ernst
Rietschel, dem Menschen und Künstler, ein von des Meisters
Denken und Empfinden beseeltes Bild zu entwerfen" be-
stimmt ist.*) Es standen dabei dem Verfasser die hiutcr-
lassencn Aufzeichnungen von Rietschel's eigener Hand,
seine Tagebücher und theilweisc sein Briefwechsel zu Gebote.
Lücken ergänzte das frische Gedächtniß. — THeils um in
unfern Lesern daö Verlangen nach einer genaueren Kenntniß

*) Ernst Rietschel, von Fran; Oppermann. Leipzig. F.
A. Brockhans 1863.
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