Die Dioskuren: deutsche Kunstzeitung ; Hauptorgan d. dt. Kunstvereine — 10.1865

Seite: 141
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Dr. Max Schasler

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Inh

Abhandclndcr Artikel: Thorwaldsen und sein Museum in
Kopenhagen. (Forts.)

Korrespondenzen: V. Köln, 15. April. (Entgegnung m Be-
treff der Dombaulotterie-Ausstellung.) — Z Braun- i
schw eig, Anfang April. (Die Brunonia-Quadriga von
Rietschel-Howaldt. Schluß.) — □ Düsseldorf,

1. April. (Permanente Ausstellung bei C. Schulte. Schluß.)

alt:

— 13 Stuttgart, Mitte April. (Permanente Ausstellung.)
Kunst-Chronik: Lokalnachrichten aus Berlin, Wiesbaden, Ko-
burg und Estagel.

Kunst-Kritik: Berliner Kunstschau.

Kunst-Technik: Das Pettenkofer'sche Regeuerationsverfahren.

(Fortsetzung.)

AugstrUungskalender. — Bricskastcn.

Morwaldsm und sein Museum in Kopenhagen. (Fortsetzung.)

Von W. B.

ehr jedoch noch als die Statuen
)und Gruppen werden die R di ef 8,
^ die, wie oben bemerkt, in den
Wänden der einzelnen Zimmer
eingesügt sind, Freunde und Be-
wunderer finden. In der Thal
hat Thorwaldsen in dieser
Gattung nicht nur das Meiste
geleistet, sondern auch am liebsten
sich darin bewegt. Besonders
„Amor" mit seinen Freuden und
Leiden war es, der, mehr oder
weniger allegorisch gefaßt, des Künstlers Genius an-
regte; so scheu wir ihn bald als munteren Knaben mit

dem jugendlichen „Bacchus" vereinigt beim Keltern be-
schäftigt, bald von den „Grazien" mit einer Rosenkette
gefesselt; hier ist er mit seiner Mutter „Venus" in der
Werkstätte „Vulkans" wo ihm die Pfeile geschmiedet wer-
den, dort klagt er, der selber tiefverwundende, seiner
Mutter über den Stich einer Biene; hier macht er in
etwas sentimentaler Jünglingsgestalt den Versuch, die
ohnmächtige „Psyche" in's Leben znrückzurufen, dort flicht
er ein Netz, um damit die in Schmettcrlingsgestalt ihn
umgaukelnde Seele zu fangen; oder er umarmt, ein
Sinnbild treuer Liebe, freundlich den Hund, der sich ihm
traulich anschmiegt. In einem der schönsten Reliefs ist
er benutzt, die Alter der Liebe darzustellen. Wir sehen
nämlich in einem bedeckten Korbe eine Menge Amoretten,
die, zusammengesperrten Hühnern ähnlich, durch die Stäbe
gern entrinnen möchten. Einige waren schon so glücklich,
aus dieser Gefangenschaft erlöst zu werden, denn Psyche,
die über die kleine Schaar die Aufsicht führt, hat manche
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