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Twachtmann-Schlichter, Anke [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 14,1): Stadt Hildesheim: mit den Stadtteilen Achtum, Bavenstedt, Drispenstedt, Einum, Himmelsthür, Itzum, Marienburg, Marienrode, Neuhof, Ochtersum, Sorsum, Steuerwald und Uppen — Hameln, 2007

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https://doi.org/10.11588/diglit.44417#0260
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Marienburg, Domänenstraße, Blick auf die Gesamtanlage


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Marienburg, Grundriss der Gesamtanlage in: H. Siebern u. D. Kayser, Die Kunstdenkmäler des Kreises Marienburg

besseren Schutz ließ Bischof Heinrich III. in den
Jahren 1346 bis 1349 die Marienburg „castrum
Mariae“ als Zwingburg an einem strategisch
günstig gelegenen Schnittpunkt zweier Han-
delsstraßen errichten. Als Hinweis auf die
Fertigstellung kann die Belehnung Heinrichs
von Volkmersheim mit der Marienburg im Jahre
1349 gesehen werden. Im Jahre 1806 erklärte
man die Marienburg, nun im preußischen
Besitz, zur Staatsdomäne. Dadurch verstärkte
sich der landwirtschaftliche Charakter, während
die politische Bedeutung schwand. Nach
wechselnden Besitzverhältnissen durch die
napoleonischen Kriege wurde sie im Jahre
1866 erneut preußische Staatsdomäne. Zu
Beginn des 20. Jh. gelangte die Domäne in
Familienbesitz und wurde weiterhin landwirt-
schaftlich genutzt - bis zum Zweiten Weltkrieg
mit angegliederter Konservenfabrik, ab 1949
zur Speiseeisfabrikation. Trotz vielfacher Erwei-
terungen und Umnutzungen ist die mittelalterli-
che Kernanlage noch heute gut nachvollzieh-
bar. Die heutige Eigentümerin ist die Universität
Hildesheim. Aus dieser Nutzung ergaben sich
erste Sanierungen von Gebäuden bzw. Gebäu-
deteilen.
Eingebettet in die Niederung der Innerste liegt
die imposante Anlage circa 5 km südöstlich der
Stadt Hildesheim zwischen den Dörfern Itzum
und Söhre. Errichtet wurde sie anstelle des
Dorfes Tossum (am Schnittpunkt zweier Han-
delsstraßen) in unmittelbarer Nähe des Fluss-
überganges der innerste. Als Zwingburg umzo-
gen die Kernburg zu Verteidigungszwecken
ringförmig angelegte Wassergräben, die in ihrer
Erweiterung auch die im 15. Jh. angelegte Vor-
burg einbezogen. Die Wassergräben wurden im
Laufe der Jahrhunderte verfällt.

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