Sänger, Falk-Reimar [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 21): Landkreis Lüchow-Dannenberg — Braunschweig, 1986

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CLENZE-KLEIN SACHAU

Der 372 km nordöstlich des Fleckens Clenze
gelegene Ort zeigte im 19. Jh. noch einige
Rundlingsmerkmale. Das einstige Ortsbild hat
sich aufgelöst, indem sowohl die alte Parzel-
lenstruktur als auch die charakteristische Bau-
substanz weitgehend verloren gegangen
sind.
Nur Hof Nr. 4 hat seine traditionelle Anlage be-
halten. Allerdings wurde auch hier um 1900
das ursprünglich giebelständige Hallenhaus
durch ein traufständiges zweigeschossiges
Fachwerkwohnhaus ersetzt. Eine Längs-
durchfahrtsscheune aus dem Jahre 1858 so-
wie ein etwa gleichzeitig entstandenes Stall-
gebäude vervollständigen diese Hofanlage.
CLENZE-KORVIN

Korvin ist ein kleines Gutsdorf in unmittelbarer
Nachbarschaft von Clenze. Der Ort wird durch
einen in Nord-Süd-Richtung verlaufenden
Stichweg erschlossen. Westlich dieses We-
ges liegt das Dorf, östlich der Gutshof.

Es sind noch zwei nicht mehr bewirtschaftete
Hofanlagen vorhanden. Auf Hof Nr. 2 steht ein
Vierständer-Hallenhaus mit Vorschauer aus
dem Jahre 1739, dessen Giebel auf Stich-
gebälk leicht vorgekragt sind. Leider wurden
bei einer Erneuerung der Ausfachung alle
Schräghölzer des reich ausgestatteten Wirt-
schaftsgiebels entfernt. Dieses Gebäude ist
im Kreisgebiet das älteste Vierständer-Hallen-
haus auf einem bäuerlichen Anwesen und hat
somit entsprechenden Seltenheitswert.
Das gegenüberliegende vormals von Knese-
becksche Gut wird ebenfalls nicht mehr be-
wirtschaftet. Die Oekonomiegebäude sind be-
reits abgetragen worden. Erhalten blieb das
Herrenhaus, ein in der zweiten Hälfte des 19.
Jh. entstandener zweigeschossiger massiver
Putzbau, sowie ein ungenutzter eingeschossi-
ger Gefügebau, der wohl ursprünglich Wohn-
zwecken diente und um 1700 zu datieren ist.

CLENZE-MEUSSLIESSEN

Der kleine, unregelmäßig bebaute Ort Meuß-
ließen liegt 5 km westlich des Fleckens Clenze
auf der nach Westen flach geneigten Ebene
des Hohen Drawehn.
Noch im 18. Jh. war Meußließen als Doppel-
dorf mit zweimal vier Anwesen aufgeführt. Der
Name Krumasel für das nördlich anschließen-
de Dorf wurde jedoch aufgegeben und die
heutige Bezeichnung auf beide Ortsteile aus-
gedehnt. In der Parzellenstruktur ist jedoch
das Doppeldorf noch deutlich zu erkennen,
wobei das alte Meußließen im Süden ein
Rundling war. Die typische Anordnung der
Gebäude sowie die traditionelle Bausubstanz
ist jedoch bis auf ein Vierständerhaus von
1868 auf Hof Nr. 5 verloren gegangen.
CLENZE-MÜTZEN

Mützen ist ein kleines Rundlingsdorf in unmit-
telbarer Nachbarschaft des Fleckens Clenze.
Westlich des Dorfes erhebt sich der steile Ost-
hang des Hohen Drawehn.


Clenze-Klein Sachau, Nr. 4,
Längsdurchfahrtsscheune, 1858

Clenze-Korvin, Nr. 2,
Wohn-Wirtschaftsgebäude, 1739


Clenze-Mützen, Nr. 7,
Wohn-Wirtschaftsgebäude, 1844


Clenze-Prießeck, Nr. 8,
Wohn-Wirtschaftsgebäude, 1781



Clenze-Korvin, Gut, Herrenhaus, Mitte 19. Jh

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