Sänger, Falk-Reimar [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 21): Landkreis Lüchow-Dannenberg — Braunschweig, 1986

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aus einem älteren Zweiständerbau der gerade
modern wirkenden Form angepaßt.
HITZACKER-SARCHEM

Im alten Dorfkern von Sarchem, einem ehe-
maligen, heute völlig aufgelösten Rundling,
hat sich auf Hof Nr. 2 ein Zweiständerhaus aus
dem Jahre 1781 erhalten, welches leider
durch An- und Umbauten etwas gestört ist.
Leicht verändert wurde auch die östlich des
Ortes am Harlinger Mühlenbach stehende
Sarchemer - oder Herrenmühle. Der kleine
Gefügebau unter Satteldach dürfte noch aus
dem 18. Jh. stammen und ist ein bescheide-
nes Beispiel dieser Gebäudegattung. Die heu-
te nur noch zu Wohnzwecken dienende Was-
sermühle hat ihr Rad verloren und steht still.

HITZACKER-SEERAU

Das kleine, unregelmäßig bebaute und von ei-
ner Straße durchschnittene Dorf liegt südlich
der Stadt Hitzacker zwischen der Bahnlinie
nach Dannenberg und der Jeetzel.

Charakteristisch für diese Landschaft ist die
Hofanlage Nr. 1 mit einem großen Vierstän-
der-Hallenhaus aus dem Jahre 1869 und ei-
nem kleinen Altenteilerhaus von 1823.

HITZACKER-TIESMESLAND

Das hügelige Gelände des nordwestlich Hitz-
ackers bis unmittelbar an die Elbe reichenden
Hohen Drawehn kennzeichnet die Umgebung
des Dorfes Tiesmesland. Seine heterogene
Bebauung ist das Ergebnis von zahlreichen
Bränden die das Dorf betroffen haben - allein
acht zwischen 1780 und 1880. Nach dem
Brand von 27. 2.1846, der zwei Höfe vernich-
tete, wurde noch im gleichen Jahr das große
Haupthaus des Hofes Nr. 8 in Zweiständer-
konstruktion wiedererrichtet. Es hat sich bis
heute nahezu unverändert erhalten.

HITZACKER-TIESSAU

Die einst kleine Siedlung Tiessau, nordwest-
lich der Stadt Hitzacker in einem Taleinschnitt

des zur Elbe abfallenden Hohen Drawehn ein-
gebettet, erlebte nach 1900 durch ein Kalk-
sandsteinwerk einen großen Aufschwung. In
der heterogenen, z.T. städtischen Bebauung
ist das noch vollständig vorhandene Zwei-
ständer-Hallenhaus, das im Jahre 1843 auf
Hof Nr. 3 errichtet wurde, ein letzter Zeuge des
ehemaligen Bauerndorfes. Unmittelbar dane-
ben, auf gleicher Parzelle, und mit ersterem
durch einen Torbogen verbunden, entstand
1924 ein Wohnhaus, das mit seinen originalen
Fenstereinbauten ein anschauliches Beispiel
für die neuere städtische Bauweise bildet.

HITZACKER-WIETZETZE

Das Dorf Wietzetze ist in die hügelige Land-
schaft des Hohen Drawehn im Nordwesten
der Stadt Hitzacker eingebettet. Aus einer
rundlingsähnlichen Siedlung entstand durch
Auslagerung von Höfen bei der Gemeinheits-
teilung die heutige unregelmäßige Struktur mit
uneinheitlicher Bebauung. Bei dieser Neuord-
nung wurden um 1900 mehrere auffallend
große Wirtschaftsgebäude in Ziegelmauer-

Hitzacker-Kähmen, Nr 4.
Wohn-Wirtschaftsgebäude, 1827


Hitzacker-Nienwedel, Nr. 5,
Längsdurchfahrtsscheune, 19. Jh.


Hitzacker-Sarchem, Herrenmühle


Hitzacker-Tiessau, Nr. 3,
Wohn-Wirtschaftsgebäude, 1843



Hitzacker-Nienwedel, Nr. 4, Wohn-Wirtschaftsgebäude, 1797


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