Sänger, Falk-Reimar [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 21): Landkreis Lüchow-Dannenberg — Braunschweig, 1986

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dem Jahre 1708, steht auf Hof Nr. 5. Auf den
nach Norden sich anschließenden Höfen sind
außerdem ein Dreiständerhaus (Nr. 8) von
1750 und ein jüngeres Vierständerhaus (Nr. 6)
aus dem Jahre 1823 vorhanden, so daß hier
alle drei Konstruktionsarten des Hallenhauses
nebeneinander repräsentiert sind.
Auf der nur sehr lückenhaft bebauten Ostseite
des Dorfplatzes steht im Süden ein beschei-
denes Querdielenhaus (Nr. 12) des ausge-
henden 19. Jh., während die beiden kleinen
Wohnhäuser (Nr. 21 u. 22) im Norden zeitwei-
se als Schul- und als Pfarrhaus dienten und
aus dem beginnenden 19. Jh. stammen dürf-
ten.
Das Gut, dessen Wirtschaftshof heute ver-
kauft ist, ist seit 1515 im Besitz der Familie von
Grote, die hier im Jahre 1592 die Gutskapelle
erbauen ließ. Beide Giebel des rechteckigen
Backsteinbaues sind durch Pilaster und Ge-
simse gegliedert. Das bemalte hölzerne Ton-
nengewölbe, das den Innenraum überspannt,
sowie die ein- und zweigeschossige Empore
stammen noch aus der Erbauungszeit, wäh-
rend der Kanzelaltar im Jahre 1717 hinzuge-
fügt wurde. Außerdem sind noch zahlreiche

Epitaphien der Familie von Grote vorhanden.
Die Kapelle wird von einem kleinen Friedhof
mit etlichen Grabmalen und einem sehr klei-
nen Mausoleum aus dem beginnenden 19. Jh.
umgeben. Die ehemals stattliche dreiflügelige
Schloßanlage des 18. Jh. wurde im frühen 19.
Jh. bei einem Brand so stark beschädigt, daß
sie weitgehend abgetragen werden mußte.
Der erhaltene zweistöckige Seitenflügel wur-
de in den Jahren 1957/58 noch einmal umge-
baut.
JAMELN-BRESELENZ

Das relativ große Dorf Breselenz liegt 6 km
südwestlich der Stadt Dannenberg und wird
im Norden durch den nach ihm benannten
Mühlenbach berührt. Hier hat sich bis zur
Krammühle im Nordwesten eine moderne
Ortserweiterung gebildet. Im Ortskern haben
sich trotz Ausdünnung der Bebauung mit sek-
torförmigen Hofparzellen, mit einer Art Dorf-
platz und mit giebelständigen Haupthäusern
noch einige Rundlingsmerkmale erhalten.
Zahlreiche Brände haben immer wieder zu ei-
ner Erneuerung der Bausubstanz geführt, be-

Jameln-Breese im Bruche, Gutskapelle, 1592


Jameln-Breese im Bruche, Gut,
Herrenhaus, 18. Jh.


Jameln-Breese im Bruche, Nr. 21,
ehemaliges Schulhaus


sonders zahlreich in der Mitte des 19. Jh. So
wurden die Vierständerhäuser Dorfstraße 14
und 16 gleichzeitig im Jahre 1846 errichtet,
ebenso wohl auch das undatierte Vierständer-
haus Schulstraße 1. Die bescheidenen Hal-
lenhäuser der beiden Brinksitzerstellen Rie-
mannstraße 5 und 7 wurden in Vierständer-
bauweise laut Inschrift im Oktober 1852 wie-
dererrichtet.
Die leider bereits stark überformten Dreistän-
derhäuser Dorfstraße 13 von 1770 sowie Dorf-
straße 15 von 1788 sind die ältesten bäuerli-
chen Gebäude des Dorfes. Das heutige
Wohnhaus Dorfstraße 11 entstand durch Um-
bau der ehemaligen Längsscheune des Hofes
Nr. 13, die 1801 in Vierständerbauweise ent-
stand und damit ein frühes Beispiel dieser
Bauart bei Wirtschaftsgebäuden ist. Dreistän-
derkonstruktion weist das in ihrer Nähe ste-
hende undatierte Haus Dorfstraße 19 auf.
Das im Süden des Dorfes stehende repräsen-
tative zweigeschossige Fachwerkwohnhaus
ist das ehemalige Herrenhaus eines adeligen
von Dannenbergschen Hofes (Dorfstraße 23)
und wurde laut Inschrifttafel im Jahre 1749 er-
baut. Ein Gutshof existiert heute nicht mehr,

Jameln-Breese im Bruche, Nr. 5,
Wohn-Wirtschaftsgebäude, 1708


Jameln-Breese im Bruche, Nr. 8,
Wohn-Wirtschaftsgebäude, 1750


Jameln-Breselenz, Dorfstraße 13,
Wohn-Wirtschaftsgebäude, 1770


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