Sänger, Falk-Reimar [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 21): Landkreis Lüchow-Dannenberg — Braunschweig, 1986

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bauung erhalten. Am wenigsten verändert ist
das im Jahre 1701 auf Hof Nr. 33 in Zweistän-
derkonstruktion errichtete Haus. Die zugehö-
rige Torscheune von 1708 wurde vor wenigen
Jahren nach Laase transloziert. Das älteste,
ebenfalls in Zweiständerkonstruktion errichte-
te Hallenhaus von 1659 auf Hof Nr. 36 ist lei-
der bis auf den Wirtschaftsgiebel massiviert
worden. Das Nachbarhaus Nr. 37 entstand
um 1900 als Ersatzbau in Ziegelmauerwerk,
der Form und Organisation des Vierständer-
Hallenhauses aufnimmt und somit die Dimen-
sion der alten Bebauung wahrt.
Ebenfalls weitgehend erhalten ist das wohl um
1700 entstandene Zweiständerhaus Nr. 39.
Auch in den Außenbezirken des alten Dorfes
findet sich vereinzelt historische Bausub-
stanz. Die beiden gegenüberstehenden Ge-
bäude Nr. 20 und Nr. 65 sind Beispiele später
Hallenhäuser aus dem Ende des 19. Jh. Das
1702 datierte Haus Nr. 51 muß an seinen jetzi-
gen Standort transloziert worden sein, da es
dort im 18. Jh. nicht nachweisbar ist. Das
Querdielenhaus Nr. 14 auf der nordöstlichen
Straßenseite ist mit zwei Wohnenden ausge-
stattet. Ein prächtiges Zeugnis bäuerlicher

Selbstdarstellung aus wilhelminischer Zeit hat
sich in Haus Nr. 9 erhalten, das im Jahre 1913
vom Maurermeister J. Groth aus Dömitz er-
richtet wurde.
In Ortsmitte auf dem höchsten Punkt des Stra-
ßenzuges steht die Langendorfer Kirche, ein
schlichter, spätklassizistischer Ziegelbau
über rechteckigem Grundriß mit quadrati-
schem Dachreiter über dem Westmauerwerk.
Sie wurde im Jahre 1831 über den Funda-
menten eines älteren Vorgängers errichtet.
Energisches Betreiben des Pastors Johann
Ernst Christian Riefkohl (1783-1855), des-
sen Grab auf dem Friedhof bei der Kirche gut
erhalten ist, förderte diesen Neubau. Das
Pfarrhaus (Nr. 32) wurde - belegt durch eine
Bauzeichnung - 1815 errichtet und um 1900
erweitert und überformt. Bemerkenswert ist
der Pfarrgarten mit seinem alten Baumbe-
stand. Eines der wenigen noch erhaltenen
Pfarrwitwenhäuser (Nr. 11), ein bescheidenes
Dreiständerhaus aus der Mitte des 18. Jh. ist
heute umgebaut und wird als Ferienhaus ge-
nutzt.

LANGENDORF-DÖMITZER ELBBRÜCKEN
Im Verlauf der Strecke Hitzacker-Wittenber-
ge überquerte die Bahn die Elbe zwischen
Dannenberg und Dömitz. Das dort zwischen
1871 und 1873 errichtete Brückenbauwerk
war seinerzeit mit ca. 1 km die längste Eisen-
bahnbrücke Deutschlands und bestand aus
vier größeren Stromöffnungen, einer Dreh-
brücke und 20 Flutöffnungen. Die Strecke
blieb immer eingleisig, die Brücke dagegen
war von vornherein zweigleisig ausgelegt und
nahm daher noch einen Fußgängerüberweg
auf. Da die Brücke den Zugang zur mecklen-
burgischen Festung Dömitz vom preußischen
Elbufer aus erleichterte, wurden beide Brük-
kenköpfe mit starken Bollwerken befestigt und
die Einfahrten mit Gittertoren versehen.
Am 20. 4. 1945, gegen Ende des Zweiten
Weltkrieges, wurde die Brücke bei einem
amerikanischen Fliegerangriff stark beschä-
digt, wobei ein Stromüberbau einseitig ab-
stürzte und entfernt werden mußte. Ein Wie-
deraufbau kam infolge der innerdeutschen
Grenzziehung nicht mehr in Frage und die
Strecke wurde bis Dannenberg-Ost abgebaut.
Akute Einsturzgefahr der Strompfeiler führte

Langendorf, Kirche, 1831 Langendorf, Nr. 39,
Wohn-Wirtschaftsgebäude, um 1700



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