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LANGE STRASSE
Die Lange Straße ist die Haupterschließungs-
und Hauptgeschäftsstraße der Stadt. Als ur-
sprünglich einziger Jeetzelübergang ist sie
auch die älteste Straße und somit wohl die
Keimzelle der bei der Burg entstandenen
Siedlung. Die gesamte Bebauung der Straße
ist bei dem großen Brand von 1811 mit einer
Ausnahme zerstört worden. Das erhaltene
Gebäude ist ein bescheidenes Wohnhaus des
18. Jh., welches zurückgesetzt auf dem von
Dannenbergschen Hof (Nr. 75) steht. Die ge-
samte übrige neue Bebauung entstand nach
dem Brand in Form von zwei- und dreige-
schossigen traufständigen Fachwerkhäusern.
Wichtige Bestandteile des Straßenbildes sind
die bei der Neuordnung geschaffenen Blick-
beziehungen auf den Glockenturm und den
Amtsturm. Sie werden damit optisch in die
Straße einbezogen. Gleiches geschah 1927
beim Bau des Hauses Schützenstraße 2
durch geschicktes Ausnutzen der örtlichen
Gegebenheiten. Baulicher Höhepunkt der
Straße und Mittelpunkt der Stadt ist das zu-
rückgesetzte, 1816 fertiggestellte Rathaus,
welches mit seiner klassizistischen Fassade

sicher Vorbild für einige Bürgerhäuser war.
Von diesen sind einige wenige um 1900 durch
massive Nachfolgebauten ersetzt, andere
durch nachträgliche Umbauten im Stil der
Jahrhundertwende überformt worden. Emp-
findlich gestört wird das sonst recht einheitlich
erhaltene Straßenbild durch Ladeneinbauten,
die in den Erdgeschossen fast aller Häuser
ohne Rücksicht auf das tragende Gefüge
durchgeführt wurden, so daß einige Fach-
werkobergeschosse über spiegelnder Glas-
fassade zu schweben scheinen.
DRAWEHNERSTRASSE
Die Drawehner Straße - die ehemalige Vor-
stadt gleichen Namens - schließt westlich an
die Lange Straße an und führt im Bogen nach
Südwesten. Die Bebauung besteht überwie-
gend aus kleinen, traufständigen Gefüge-
bauten die stadtauswärts noch bescheidener
werden. Zaesuren bilden der Hof des giebel-
ständigen Hauses Nr. 19, sowie die heute
stark verbreiterte Einmündung der Dannen-
berger Straße. Die geschlossene Bebauung
der Drawehner Straße und damit des histori-
schen Vorstadtbereiches endet heute auf der

Nordwestseite mit einer Gruppe kleinbürgerli-
cher Häuser (Nr. 21-23) die sich durch Ge-
schoßbauweise auszeichnen. Sie dürften aus
dem 18. Jh. stammen und den Brand von
1811 überstanden haben. Die geschlossene
historische Bebauung der gegenüberliegen-
den südöstlichen Straßenseite endet mit der
Hausnummer 34.
BERGSTRASSE
Die Bergstraße bildet zusammen mit einigen
wenigen Gebäuden an der Salzwedeler Stra-
ße die nach dieser Nachbarstadt benannte
Vorstadt Lüchows. Sie schließt östlich an die
Lange Straße an und erreicht mit leichter Stei-
gung den höchsten Punkt der Stadt. Die östli-
che Verlängerung führte ursprünglich direkt
zum Kolborner Berg, ist heute aber durch den
Bahnhof unterbrochen. Als einzige Straße Lü-
chows behielt die Bergstraße ihre alten, leicht
gebogenen Straßenfluchten und ist auch
schmaler als die Lange Straße. Ihre heutige
Bebauung besteht zwischen den Einmündun-
gen der Tarmitzer und der Salzwedeler Straße
aus traufständigen, zweistöckigen Fachwerk-
häusern. Das Straßenbild stimmt hier weitge-

Lüchow, Schützenstraße 2,
Blick von der Langen Straße aus


Lüchow, Drawehner Jeetzel,
Blick von der Langen Straße nach Süden


Lüchow, Bergstraße, Blick ab Nr. 55 nach Westen



Lüchow, Drawehner Straße 24, 23, 22, 21


Lüchow, Drawehner Straße 51,50, 49, 48

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