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verlängertes, zweigeschossiges Wohnende
besitzt. Daslanggestreckte, reetgedeckte Zie-
gelfachwerkhaus Nr. 11 des 18. Jh. hat offen-
bar mehreren Familien als Unterkunft gedient
und kann daher als Häuslingshaus angese-
hen werden.

SCHNACKENBURG-HOLTORF

Das weiträumig bebaute Marschhufendorf
Holtorf erstreckt sich entlang einer Dorfstraße
zwischen Gartow und Schnackenburg in der
Elbmarsch. Die streifenförmige Flur verläuft
beidseitig senkrecht zur Straße, die Hofanla-
gen sind in unregelmäßigem Wechsel auf bei-
den Straßenseiten angeordnet.
Durch alte Flurkarten aus dem Ende des 17.
und aus dem 18. Jh. sind für Holtorf aus-
schließlich giebelständige Häuser belegt.
Heute dominieren dagegen traufständige
Wohnhäuser des 19. und 20. Jh. das Ortsbild,
wozu ein Großbrand beigetragen hat, der am
11.7.1921 mehrere Höfe mit insgeamt 22 Ge-
bäuden in der Nähe der Kirche vernichtete.
Unter den damals verschont gebliebenen

Häusern befindet sich ein recht ungewöhnli-
ches Gebäude auf Hof Nr. 8. Das im Jahre
1828 mit dem Giebel zur Straße errichtete
Querdielenhaus hatte ursprünglich zwei Ein-
fahrten im Wirtschaftsteil. Ebenfalls zwei Die-
leneinfahrten hatte auch das 1842 auf Hof Nr.
14 erbaute traufständige Haus. Das einst völ-
lig symmetrisch aufgebaute Gebäude diente
offenbar zwei Familien zum Wohnen und Wirt-
schaften. Ein im dörflichen Bereich seltenes
massives Doppelwohnhaus von 1911 steht
auf Hof Nr. 35. Das Wohnhaus auf Hof Nr. 1
wurde dagegen um 1900 noch in Ziegelfach-
werk errichtet und war nur für eine Familie be-
stimmt. Beide Gebäude befinden sich in nahe-
zu unverändertem Originalzustand.
Die Holtorfer Kirche steht etwas außerhalb der
Ortsmitte in einem noch heute belegten Kirch-
hof. Der schmucklose, wuchtige Backstein-
bau entstand wohl gegen Ende des 15. Jh.
und wurde schon zu Beginn des Dreißigjähri-
gen Krieges stark beschädigt. Im Jahre 1633
erhielt der Turm sein querstehendes Sattel-
dach, wie die Jahreszahl in der Wetterfahne
belegt. Der Wiederaufbau des Schiffes zog
sich dagegen bis 1745 hin. Damals wurden


Schnackenburg-Holtorf,
Kirche von Nordosten

Schnackenburg-Kapern, Nr. 11,
Wohnhaus, 19. Jh.



Schnackenburg-Holtorf, Nr. 14,
Wohn-Wirtschaftsgebäude, 1842


Schnackenburg-Kapern, Nr. 24,
Wohnhaus, 1752

Schnackenburg-Kapern, Kirche von Südosten, 1858/59


die Umfassungsmauern erhöht, neue größere
Fenster eingebrochen, die alten kleinen zuge-
setzt und das Ganze mit einem Satteldach
versehen. Jüngster Bauteil ist die 1790 am
Ostgiebel des Schiffes in Ziegelfachwerkkon-
struktion angesetzte Sakristei.

SCHNACKENBURG-KAPERN

Kapern erstreckt sich als zweizeiliges Marsch-
hufendorf mit unregelmäßiger Bebauung zu
beiden Seiten der B 493 zwischen Gartow und
Schnackenburg. Im ausgehenden 18. Jh. war
die Bebauung sehr viel dichter im westlichen
Teil des heutigen Dorfes konzentriert und be-
stand überwiegend aus giebelständigen Häu-
sern. Aus dieser Zeit hat sich lediglich ein Ge-
bäude auf Hof Nr. 24 erhalten, welches 1752
datiert ist. Trotz einiger Ähnlichkeiten scheint
es kein Hallenhaus gewesen zu sein.
Ein Großbrand vernichtete im Jahre 1922
sechs Höfe im Ortskern. Auch der Hof Nr. 4,
dessen großes traufständiges Wohn-Gast-
haus mit angebautem Tanzsaal aus der Zeit

Schnackenburg-Holtorf, Nr. 35,
Wohnhaus, 1911


Schnackenburg-Kapern, Nr. 4,
Gasthof, um 1900


Schnackenburg-Kapern, Nr. 37,
Wohn-Wirtschaftsgebäude, 19. Jh.


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