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nur noch ein traditionelles Hallenhaus in sei-
ner charakteristischen Anordnung steht. Das
vollständig original erhaltene Gebäude (Nr. 1)
wurde 1865 in Vierständerkonstruktion errich-
tet. Der Nachbarhof Nr. 2 wurde in der zweiten
Hälfte des 19. Jh. aus dem Dorfe ausgesie-
delt. Bemerkenswert ist die große Querdurch-
fahrtsscheune dieses Hofes in Ziegelfach-
werk, die um 1900 entstanden sein dürfte.
Vollständig erhaltene Gebäude dieses Typs
sind selten.
WADDEWEITZ-MADDAU

Maddau im Norden von Waddeweitz wird drei-
seitig von bewaldeten Hügeln des Hohen Dra-
wehn umgeben und zeigt ein sehr unregelmä-
ßiges Siedlungsbild. Die noch in der Mitte des
19. Jh. vorhandenen Rundlingsmerkmale sind
völlig verloren gegangen. Die heutige Bau-
substanz stammt überwiegend aus dem Ende
des 19. und dem Beginn des 20. Jh. Einzige
Ausnahme ist das sehr gepflegte und von
schönem, alten Baumbestand umgebene
Haupthaus des Hofes Nr. 4, welches 1858
durch Umbau eines älteren Hallenhauses ent-
standen ist.

WADDEWEITZ-MARLIN

Marlin ist der östlichste Siedlungsplatz der
Gemeinde Waddeweitz und zeigt noch heute
die vollkommene Parzellenstruktur eines
Rundlings. Allerdings sind auch hier Auflö-
sungstendenzen durch Nach- und Aussied-
lung, Umkehrung eines Hofes, vor allem aber
der zunehmende Verlust der traditionellen
Bausubstanz bemerkbar. Zwei frühe Vierstän-
der-Hallenhäuser in ihrer traditionellen Stel-
lung haben sich auf den Höfen Nr. 1 und Nr. 8
erhalten. Ersteres wurde 1783 nach einem
Brand des Vorgängerbaus errichtet. Leider
bekam es in jüngster Zeit beim Ausbau zu
Wohnzwecken einige sehr störende Fen-
stereinbauten. Das zweite Haus stammt aus
dem Jahre 1780 und ist seither nicht verändert
worden. Beiden Gebäuden gemeinsam sind
die für ihre Zeit charakteristischen, reich ver-
zierten Wirtschaftsgiebel.
WADDEWEITZ-SALDERATZEN

Der kleine Rundling Salderatzen liegt im Nie-
deren Drawehn unmittelbar südlich der B 493.

Erhalten blieben hier nicht nur die strukturel-
len Merkmale, sondern auch große Teile der
traditionellen Bausubstanz.
Übereinstimmende Baudaten als auch Haus-
inschriften überliefern einen Brand, der um
1787 offenbar das gesamte Dorf zerstörte. Die
beim Wiederaufbau entstandenen Häuser be-
stimmen noch heute das Ortsbild. Es ist auffal-
lend, daß damals bei den Hallenhäusern
gleichzeitig die moderne Vierständer- als
auch die ältere Form der Zweiständerkon-
struktion angewandt wurde. Zwei gut erhalte-
ne Exemplare der letzten Konstruktionsart
stehen auf den Höfen Nr. 1 und Nr. 6. Die Vier-
ständerhäuser sind alle stark verändert. Vom
Erfolg der Agrarreformen künden noch drei
Scheunen aus dem 19. Jh., welche auf den
Höfen Nr. 1,6 und 10 stehen. Völlig anderer
Art sind die ab 1900 entstandenen Gebäude
des Hofes Nr. 7, welcher durch Zusammenle-
gung zweier Vollhufen entstand. Das zweige-
schossige Wohnhaus in Ziegelfachwerkkon-
struktion aus der Zeit um 1900 ist relativ sel-
ten. Der aufwendige massive Stall aus dem
Jahre 1910 markiert das Ende der durch die
Agrarreform ausgelösten Ausbauperiode der
Höfe.

Waddeweitz-Kukate, Nr. 1,
Wohn-Wirtschaftsgebäude, 1865



Waddeweitz-Kukate, Nr. 2,
Querscheune, um 1900

WADDEWEITZ-SCHLANZE

Schlanze liegt im Niederen Drawehn südlich
der B 493 und grenzt im Norden unmittelbar
an das Nachbardorf Groß Gaddau. Während
die Parzellenstruktur eines Rundlings noch
z.T. vorhanden ist, fehlt die zugehörige cha-
rakteristische Bausubstanz weitgehend. Am
alten Ortseingang steht auf Hof Nr. 1 das ein-
zige vollständig erhaltene Hallenhaus mit
Zubehör. Es wurde 1875 in Vierständerkon-
struktion errichtet. Ein ländliches Wohnhaus
in Ziegelfachwerk ersetzte im Jahre 1910 das
traditionelle Hallenhaus auf Hof Nr. 3.


Waddeweitz-Maddau, Nr. 4,
Wohn-Wirtschaftsgebäude, 1858

WADDEWEITZ-ZEBELIN

Zebelin liegt im Niederen Drawehn nördlich
der B 493 und hat noch heute Rundlingsge-
stalt. Allerdings ist auch hier die traditionelle
Bausubstanz nur noch in Resten erhalten. Ein
intaktes Zweiständerhaus aus dem Jahre
1746 steht auf Hof Nr. 6, auf dem sich auch
noch eine frühe Längsscheune des Jahres
1804 befindet. Ein weiteres Zweiständerhaus
aus dem Jahre 1726 wurde abgetragen und
das Gefüge in Jabel wiederverwendet. Am
Westrand des Dorfes steht die geostete Kir-
che, ein rechteckiger Feldsteinbau mit qua-
dratischem Westturm in Ziegelmauerwerk
und polygonaler Apsis aus dem 18. Jh. Der
Turm mit seinem allseitig auf Knaggen aus-
kragendem Pyramidendach zeigt starke Ähn-
lichkeit mit denen der Kirchen zu Zeetze, Sa-
temin und Luckau. Innen überspannt eine
Holztonne den Kirchensaal mit dreiseitig um-
laufender Empore.


Waddeweitz-Marlin, Nr. 8,
Wohn-Wirtschaftsgebäude, 1780

Waddeweitz-Schlanze, Nr. 3,
Wohnhaus, 1910


Waddeweitz-Schlanze, Nr. 1,
Wohn-Wirtschaftsgebäude, 1875

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