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prächtige massive Haupthaus des Hofes Nr. 1
an der Bundesstraße.
Ungewöhnlich ist die Existenz zweier Adels-
höfe in einem Dorf. Von diesen beiden ist ein
Hof bereits stark verändert worden. Der zwei-
te Hof Dorfstraße 38 ist offenbar aus einer frü-
heren Turmhügelburg (Motte) hervorgegan-
gen. Noch heute steht das Haupthaus dieses
Hofes, ein eingeschossiges Ziegelfachwerk-
gebäude des späten 18. Jh., auf einer An-
schüttung, die von einer Graft umgeben wird.
Der alte Baumbestand macht den besonderen
Reiz dieser Anlage aus.
In der Ortsmitte nimmt seit 1913 ein moderner
Mehrzweckbau den Platz einer älteren Kapel-
le ein, deren neugotischer Kirchturm aus dem
Jahre 1877 in den Neubau integriert wurde.
Das für seine Zeit fortschrittliche Gebäude
diente der Gemeinde als Versammlungsraum
und enthielt zugleich Räume für die Schule.
Die alte Wolfersdorfer Kirche steht dagegen
1 km südöstlich außerhalb des Dorfes und
markiert damit einen älteren Siedlungsplatz.
Der schlichte, gedrungene Feldsteinbau mit
quadratischem Westturm stammt aus dem 15.

Jh. und wird noch heute vom Wolfersdorfer
Friedhof umgeben.
WOLTERSDORF-KLEIN BREESE

Klein Breese liegt östlich Lüchows in der vom
Luciekanal entwässerten Ebene und wird von
der B 493 tangiert. Seine Rundlingsstruktur ist
durch Straßendurchbrüche und Ersatzbauten
gestört. Ältestes erhaltenes Hallenhaus ist ein
Dreiständerbau auf Hof Nr. 3 aus dem Jahre
1798. Späte Vierständerhäuser aus den Jah-
ren 1884 und 1876 stehen auf den Höfen Nr. 1
und Nr. 4. Das älteste Haus gleicher Bauweise
auf Hof Nr. 8 wurde offenbar in zwei Abschnit-
ten errichtet, denn sein Wohnteil ist 1826 da-
tiert, während der Dielentorsturz die Jahres-
zahl 1832 trägt. Ein recht anspruchsvolles
zweigeschossiges Ziegelfachwerkwohnhaus
entstand um 1900 auf dem Nachbarhof Nr. 7
und beherrscht zusammen mit der zeitgenös-
sischen schmiedeeisernen Einfriedung den
baumbestandenen Dorfplatz.
Ein Gebäude mit ungewöhnlichem Grundriß
steht am Ostausgang des Dorfes (Nr. 1 a). Das

eingeschossige, symmetrisch aufgebaute
Ziegelfachwerkgebäude hat einen mittleren
Wohnteil und nach außen zwei Wirtschaftstei-
le jeweils mit Querdiele und Stall. Es dürfte ur-
sprünglich als Landarbeiter- oder Altenteiler-
haus erbaut worden sein.

WOLTERSDORF-LICHTENBERG

Das zweizeilige Straßendorf Lichtenberg am
Osthang des Thurauer Berges wurde im 19.
Jh. durch Aus- und Nachsiedlung lediglich
nach Westen erweitert. Von den im 19. Jh. als
Vierständerbauten errichteten Hallenhäusern
stehen in der Hauptstraße unverändert nur
noch vereinzelte Beispiele (Nr. 11 u. Nr. 25).
Ein früher Ersatzbau ist das zweigeschossige,
traufständige Wohnhaus, das 1894 auf Hof
Nr. 34 in Ziegelfachwerkkonstruktion ent-
stand. Ein massiver Stall sowie eine große
Querscheune aus gleicher Zeit vervollständi-
gen diese Hofanlage.
Durch Hausinschriften sind Brände für die
Jahre 1821,1848 und 1856 belegt. Beim Wie-
deraufbau entstanden die Vierständerhäuser


Woltersdorf, Feldkirche von Süden

Woltersdorf, Nr. 38, Wohnhaus, Ende 18. Jh., Rest einer Befestigung


Woltersdorf, Nr. 8,
Wohn-Wirtschaftsgebäude, Mitte 18. Jh.



Woltersdorf, Nr. 45,
Wohn-Wirtschaftsgebäude, 1828

Woltersdorf, Nr. 19, Kapelle/Schule


Woltersdorf-Klein Breese, Dorfplatz mit den Höfen Nr. 6, 7, 8 Woltersdorf-Klein Breese, Nr. 1 a,
Wohn-Wirtschaftsgebäude, Ende 19. Jh.


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