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Gilten, Lindenstr. 7-9, Herrenhaus, 1723


Gilten, An der Marsch 29, Hofanlage


Gilten, Kirchende 14-16, Übersicht


Inneren des 1982 vollständig renovierten Hau-
ses sind u.a. qualitätvolle Wandbemalungen aus
der Erbauungszeit erhalten.
Unter den flankierenden Wirtschaftsgebäuden,
die gegen Ende des 19.Jh. bzw. zu Beginn des
2O.Jh. anstelle von Vorgängerbauten entstan-
den sind, sticht die im Westen gelegene große
Scheune mit anschließender Wagenremise her-
vor. Sie ist 1923 in ausladender, aber schlichter
massiver Bauweise errichtet worden. Sie weist
ein sehr hohes Walmdach mit weit über die
Dachfläche hinaus führenden Brandschutzmau-
ern auf. Besonderheiten sind ein Schwellen-
kranz aus Sandsteinquadern sowie der seitlich
offene, überdeckte hofseitige Hundezwinger. Die
Konstruktion des langgestreckten Wagenschau-
ers besteht u.a. aus einer aus mehreren Holz-
stämmen zusammengefügten, mächtigen Mit-
telsäule mit gestuften Konsolen.
Die kleine Hofstelle der alten Gutsschmiede An
der Marsch 29 wirkt wie eingeschoben in das
Gelände des Gutshofes. Es ist eine geschlosse-
ne, in den siebziger Jahren renovierte Anlage
aus dem 17.Jh. Die Traufseite mit Sandstein-
brunnen weist zur Straße, während die gut er-
haltene gepflasterte Hoffläche nach Westen zum
Hoftor orientiert ist. Ungewöhnlich sind die halb-
kreisförmige Fußstrebenreihe in dem vorkragen-
den Giebeltrapez sowie die hohen Kübbungen
des 1667 in Zweiständerbauweise errichteten
Wohnwirtschaftsgebäudes, dessen Außenwän-
de schon fast die Ständerhöhe erreicht haben
und somit den Übergang zum Vierständerhaus
markieren.
Die eigentliche Schmiede befand sich in dem
nördlichen der beiden flankierenden Nebenge-
bäude. Sie ist 1649 in der für solche kleinen
Bauten typischen Oberrähmkonstruktion mit
eingehälsten Ankerbalken errichtet worden.
Ebenso die kleine Scheune auf der Südseite so-
wie das abseits im Garten liegende Backhaus.
Der dritte Gutshof ist auf der höchsten Stelle am
Ostende des Dorfes, An der Marsch 2, errichtet
worden und bildet hier den Auftakt zu einer
etwas zurückliegenden Bebauungsreihe. Diese
ebenfalls U-förmige Anlage entstand 1819 an-
stelle der ursprünglich giebelständig ausgerich-
teten Vorgängerbauten, und weist heute mit ih-
rer Vorfahrt ebenfalls zur Randstraße nach au-
ßen. Ein teilweise zerstörter Gedenkstein von
1640 erinnert an die früheren Gutsbesitzer von
Bothmer. Während die mittige Hofeinfahrt von
einer Eichenreihe gesäumt wird, grenzt eine
Reihe von Linden den Hofplatz von dem mitti-
gen Haupthaus ab. Dieses ist ein besonders
langgestrecktes, zum Wohnhaus umgebautes
Wohnwirtschaftsgebäude in Vierständerbauwei-
se unter hohem Halbwalmdach, das durch ein
dreiachsiges Zwerchhaus über dem seitlichen
Wohnteil einen repräsentativen Charakter erhal-
ten hat. Von den ehemals sechs Wirtschaftsge-
bäuden sind diejenigen drei erhaltenen, die etwa
zeitgleich mit dem Haupthaus in Fachwerkkon-
struktion am Rande der Vorfahrt errichtet, aber
ebenfalls umgenutzt und renoviert worden sind.
Zwischen diesen drei dorfgeschichtlich bedeut-
samen Orten liegen im Halbkreis die übrigen,
kleineren Hofstellen, deren meist schmale Par-
zellen mit giebelständigen Gebäuden bestanden

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