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Kämmerer, Christian [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 32): Stadt Osnabrück — Braunschweig, 1988

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https://doi.org/10.11588/diglit.44440#0159
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Nach Teilung des Gutes und Veräußerung
des einen Teils gegen Mitte des 15. Jh. bilde-
ten sich zwei getrennte, jedoch innerhalb ei-
ner gemeinsamen Gräfte eng beieinanderlie-
gende Burganlagen aus, deren südliche den
Bereich der alten, von den Gräften einerseits
und der Düte andererseits umschlossenen
Varendorfschen Kernburg darstellte, während
die nördliche die ehemalige Vorburg zwischen
innerer und äußerer Gräfte sowie ein inner-
halb des Burggrabens erbautes Herrenhaus
umfaßte. Es bestanden damit zwei selbständi-
ge Rittergüter unmittelbar nebeneinander.
Das nördliche Gut war seit Mitte des 15. Jh. in
Besitz der Familie v. Stael, die 1782 durch
Kauf auch das benachbarte Gut Wulften mit
seinen Ländereien hinzugewann. Das südli-
che Gut gelangte 1622 in den Besitz der Fami-
lie v. Korff, die noch 1916/17, nach Aufteilung
des Staelschen Besitzes, den Hauptteil des
Staelschen Gutes übernahm. Nachdem
schließlich das Gut Sutthausen 1924 aufge-
löst worden war, wurde das ehemalige v.
Korffsche Herrenhaus 1934 zur kath. Haus-
haltsschule eingerichtet.
Die Gutsanlagen bilden einen weiträumigen,
von Bruchsteinmauern und Gräften umfange-
nen Bezirk von unregelmäßiger Gestalt, an
den sich Park und Grünflächen im Westen und
Süden anschließen (Gut Sutthausen 1-3).
Vom alten Staelschen Gutshof blieb, nach-
dem die nördliche Burg bereits Ende des 19.
Jh. abgebrochen worden war, nur noch das
schöne, 1830 erbaute Gartenhaus am Nord-
rand des Gutsbezirks erhalten. Eine Linden-
allee begleitet den Weg, der von der Straße
nach Osnabrück auf den Eingang zum Stael-
schen Gut führt (Riesenallee). An ihr befan-
den sich ehemals die Figuren zweier Riesen,
Arbeiten der Barockzeit, die heute am Seiten-
eingang zum Osnabrücker Schloßgarten
westlich des Schlosses Aufstellung gefunden
haben. Besser erhalten blieb die Baugruppe
des ehemaligen v. Korffschen Gutes. Seine
Anlage wird auf drei Seiten von breiten, zum
Teil durch Bruchstein-Futtermauern eingefaß-
te Gräben umfangen und auf der Westseite
malerisch von der Düte durchflossen, hinter
welcher sich weiter westlich die ehemals aus-
gedehnten und ursprünglich von Gräben ein-
gefaßten Gutsgärten befinden. Die Zufahrt
zum Gutshof, die seit der Teilung des Rittersit-
zes im 15. Jh. den Staelschen Besitz in einem
Bogen nördlich umgehen mußte, überquert
die Düte am Nordwestrand des Gutsbezirks
mit einer 1727 erbauten steinernen Brücke im
Verlauf der Von-Korff-Allee, um darauf über
eine kurze Allee das Tor des Gutes zu errei-
chen. An Mühle und Gutskirche vorbei führt
der Weg über eine zweite alte Bogenbrücke
wieder zum rechten Flußufer zurück und zum
Herrenhaus. Dieses wurde 1696 anstelle der
alten Varendorfschen Burg erbaut und war in
seiner ursprünglichen Gestalt ein schlichter
zweigeschossiger Bau von neun Achsen mit
Walmdach, der 1902 durch Umbau und Auf-
stockung in wenig glücklicher Weise verän-
dert wurde. Mit dem Umbau erfolgte auch eine
Umorientierung des Hauses, an dessen Ost-
seite nun der Haupteingang gelegt wurde
(Treppenanlage entfernt), zu welchem die Zu-
fahrt von Norden her durch den ehemaligen
Staelschen Gutshof über den Burggraben

Gut Sutthausen, Lageplan mit Zustand der Gutsanlagen im 18. Jh. A - ehemaliges v. Korffsches
Herrenhaus, B - ehemaliges v. Staelsches Gut (nicht erhalten), C - sog. Pferdestall, D - Mühle





Sutthausen, Gut Sutthausen, Gartenhaus von 1830

Sutthausen, Gut Sutthausen, ehemaliges
v. Korffsches Herrenhaus, Umbau 1902

Sutthausen, Gut Sutthausen, ehemalige Zufahrt zum v. Korffschen Gut, links die Mühle,
im Hintergrund die Gutskapelle von 1893/94

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