Fliegende Blätter — 65.1876 (Nr. 1615-1640)

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Der alte M andl.

Von Gustav Kicnast.

(Fortsetzung.)

„Nun, für's Erste," cntgegnete der Revisionsrath, „so
meinen Seine Durchlaucht, wenn Sie, Baron Mandl, den
Herrn Graf Sommaruga inkriminiren wollen, hätten Sie vor
Allem Ihre Ihnen noch weit näher liegenden eigenen Sparten
sauber halten sollen. Und für's Zweite, so ist ja die ganze
Untersuchung noch nicht zu Ende. Der Reichthnm des Herrn
von Mandl, so meint man an kompetenter Stelle, könnte auch
nicht ganz lauter erworben sein!"

„Schweigen Sie, Frecher! Sonst schützt Sie der Name
und Auftrag des Churfürsten hier nicht länger!" rief nun zorn-
crglühend Sigismund.

Der Vater aber winkte dem Sohne zur Ruhe. Das klare,
geistvolle Auge fest auf die beiden Verkündiger des fürstlichen
Machtspruches gerichtet, sprach nun der alte Mandl: „Ich be-
fehl' dieß Alles, was ich jetzt erleben muß, Gott dem Herrn!
Geb' auch Seiner Durchlaucht dieser summarisch grausamen
Prozedur halber keine Schuld, sondern meinen Feinden, deren
ja jeder brave Mann hat. Hoff' und besteh' auch darauf.
Gehör zu finden zu meiner Justificirung!"

Nach diesen Worten und ohne auf dieselben einzngehen,
verlangte Störz sämmtliche Amtsschlüssel, Sigilla und Akten
Mandls, und da der „weiland Präsident" für alle Fahrlässig-
keiten und Veruntreuungen der Beamten seines Ressorts einzu-
stehcn habe, so müsse jetzt das landessürstlichc Siegel an dem
Silber- und Pretiosenbcstande des Herrn von Mandl angebracht
werden. Angesichts dieser kränkenden Forderung zeigte Mandl
Ruhe und Seelenstärke. Gelassen lieferte er das Verlangte
ans, wies seine Gold- und Silberbestände, und ließ geschehen,
daß Störz und sein Schreiber Siegel an die Behälter drückten
und sich mit Akten und Privatscripturen Mandls beluden.
Schleichend, wie sic gekommen, entfernten sich endlich Störz

Mandl hatte nun die ihm wohlbekannten Namenszüge seiner
beiden Beamten recognoscirt und ihre Geständnisse gelesen;
Mühsam raffte er sich von diesem Schlage auf. „Doktor Störz,
auf meiner Beamten Ehrlichkeit mußt' ich zählen und zählt' ich
fest! Nun ich gröblich hintergangen bin, wo ist eine Schuld,
bereu man mich persönlich zeihen kann? Spatl und Dietl
waren selbständig gemäß längst bestehenden allerhöchsten
Instructionen —"

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Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Der alte Mandl"
Weitere Titel/Paralleltitel
Fliegende Blätter
Quelle des Titels
Sachbegriff/Objekttyp
Grafik

Inschrift/Wasserzeichen

Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Künstler/Urheber/Hersteller (GND)
Eggena, Gustav
Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Mann <Motiv>
Reiter <Motiv>
Feldweg
Pferd <Motiv>
Mantel
Rückenfigur
Herrenhaus
Karikatur
Satirische Zeitschrift

Literaturangabe

Rechte am Objekt

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Universitätsbibliothek Heidelberg
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Fliegende Blätter, 65.1876, Nr. 1618, S. 25 Universitätsbibliothek Heidelberg
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