Muss, Ulrike; Bammer, Anton; Österreichisches Archäologisches Institut [Editor]
Forschungen in Ephesos (Band 12,2: Textband): Der Altar des Artemisions von Ephesos — Wien: Verl. d. Österreich. Akad. d. Wiss., 2001

Page: 120
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Die Deckprofile der Eschara

Akanthusvoluten ist nicht spitz, sondern bildet knopfartige Ver-
dickungen. Von der folgenden Lotosblüte, die die Ecke füllt, ist
der untere Teil vollständig verbrochen, nur Reste der drei oberen
ausgezogenen Blätter sind erhalten. Von der folgenden Palmette
(A) ist nur der obere Teil erhalten, welcher eine offene Palmette
mit hohlen, keulenförmig ausschwingenden Blättern aufweist; die
folgende Lotosblüte ist bis auf den Teil der oberen ausschwingen-
den Blätter verbrochen.
Unter dem Palmettenlotosband liegt ein 1,7 cm hohes, glattes
Band (nur auf Seite B erhalten), darunter beginnt die Bruchfläche.
Lit.:
A. Bammer, AA 1968, 421 Abb. 36; ders. EPRO Plan 6 Nr. 2.
UM
429,430 Art. 70/4 Kat-Nr. 181
Maße: H: 25,1 cm; T: 57,5 cm; L: 83,0 cm
FO: nördlich des Rinnenfundamentes des Altares (vgl. Grabungs-
plan in EPRO mit eingetragenen Fundstücken)
AO: Ephesos-Museum, Selguk, Inv.-Nr. 3/23/83
Epikranitis mit Lotospalmettenfries in einer Hohlkehle über ioni-
schem Kyma. Über der Hohlkehle liegt über einem Absatz ein
glattes Profil in Form einer leichten Hohlkehle von 5,45 cm Höhe.
Beide Seiten sind Bruchflächen.
Das Lotospalmettenband setzt sich aus folgenden Elementen zu-
sammen: aus abwechselnd je einer gesprengten und geschlosse-
nen Palmette, wobei innerhalb der gesprengten zwischen konka-
ven und grätigen Blättern gewechselt wird. Die Palmetten ent-
wickeln sich jeweils aus einem Akanthusblatt, welches bei den
gesprengten (geöffneten) Palmetten gerade steht, während seine
Spitze bei den geschlossenen Palmetten überfällt. Die Lotosblü-
ten entwickeln sich abwechselnd aus einem glatten und gezack-
ten Blätterkelch. Die Blätterkelche der Lotosblüten stehen auf
einer rhombenförmigen Spitze, gerahmt werden sie durch die
seitlich eingerollt endenden Spitzen der von den Akanthusblät-
tern ausgehenden Voluten. Von den sechs äußeren Blättern der
Lotosblüte stoßen die beiden unteren Paare (das erste Paar ent-
wickelt sich aus dem Blätterkelch selbst) jeweils direkt an die
ersten und dritten Blätter der Palmetten an, während das letzte
Blatt der Lotosblüte jeweils die gerahmten Palmetten um-
schließt.
Die Eier des Kymations haben weit abstehende Hüllblätter, so-
wohl Hüll- als auch Zwischenblätter weisen Grate auf. Die Perlen
und Scheibchen des Astragales sind durch feine Stege voneinan-
der getrennt. Die Kymaphase beträgt 8,3 cm.
Die Aufsicht zeigt eine gepickte Fläche, die nach 21,0 cm in eine
um 5 cm tiefer gelegene Fläche übergeht, in der sich zwei Stemm-
löcher befinden. Die höher gelegene Fläche weist Korrosionspuren
von Wasser auf.
Das Motiv der kragbögenförmig die Palmetten überspannenden
Außenblätter der Lotosblüte findet sich in archaischer Zeit in
Chios und Delphi.
Lit.:
A. Bammer, AnzWien 105, 1968, 94 mit Abb. 7; ders. AA 1968,
420, 421 Abb. 36; ders. AA 1972, 453 Abb. 36; 719 Abb. 7-9;
720; ders. EPRO, 146f. Plan 6.148 Textabb. 11.
UM
428 70/1 Kat.-Nr. 182
Maße: H: 25,0 cm; T: 59,0 cm; L: 160,0 cm
FO: Johanneskirche. Von A. Bammer hinter dem Tor der Verfol-
gung gefunden. Der Block ist offenbar bei der Grabung von M.
Baran, unter J. Keil oder F. Miltner gefunden worden sein. Wahr-

scheinlich war er zu diesem Zeitpunkt nicht mehr im originalen
Verband, oder aber er befand sich in einer späteren Verbauung, die
dann weggerissen wurde.
AO: Ephesos, Steindepot
Epikranitis. Der stark verwitterte Block zeigt dasselbe Profil und
dieselbe Ornamentik wie Art. 70/4. Auch die abwechslungsreiche
Gestaltung der Lotosblüten und Palmetten ist identisch. Die Höhe
der Hohlkehle über dem Lotospalmettenband beträgt 5,6 cm. In
den Voluten und den Kelchblättern der Lotosblüten sind kleine
Bohrlöcher erhalten. Die Kymaphase variiert zwischen 8,3 und
8,4 cm. Auf Grund der verwitterten Hüllblätter läßt sich die Form
der Eier des Kymations ablesen: sie sind oben stark eingezogen,
und buchten dann aber mit einem leichten Knick wieder nach au-
ßen aus.
Die Aufsicht geht nach 19,0 cm in eine 4,8 cm tiefer gelegene
Fläche über. Einlassungen für Türbolzen und Schleifspuren einer
Tür in diesem Bereich belegen die sekundäre Verwendung des
Blockes. Im höher gelegenen Teil der Aufsicht befinden sich am
rechten und linken Rand je ein großes sekundäres Klammerloch,
weiterhin eine rechteckige Ausarbeitung, wohl von einem sekun-
dären Dübelloch, sowie zwei langovale leichte Vertiefungen. Im
tiefer gelegenen Teil finden sich rechts und links jeweils zwei se-
kundäre Ausnehmungen für die Türbolzen. Links sind auf glei-
cher Höhe zwei große, wohl primäre Stemmlöcher erhalten,
rechts schließt an einen Türbolzen ein wohl ebenfalls primäres
Stemmloch an. Ein weiteres, sehr großes Stemmloch findet sich
zur Rückseite hin, zwei Klammem (sekundär ?) reichen direkt in
die Rückseite hinein. Diese ist grob gepickt und uneben. Die Un-
terseite des Blockes weist Bearbeitungsspuren von Flacheisen
auf.
Lit.:
A. Bammer, AA 1972, 719 Abb. 9.
UM
Art. 79/10 Kat.-Nr. 183 43t
Maße: H: 7,5 cm; L: 9,5 cm
FO: Ecke des N- und O-Profils bis zum Niveau des Spoleinbodens,
h = + 0,06 m
AO: Depot Gh
Oberer Abschluß einer Hohkehle mit Lotospalmettenband, dar-
über mindestens 6 cm hohes glattes Profil, dessen Rand verbro-
chen ist. Erhalten sind drei Blätter einer Lotosblüte, links das an-
stoßende Blatt einer offenen Palmette, rechts Mittelblatt und lin-
kes oberes Blatt einer geschlossenen (gesprengten) Palmette.
Sonst wie Art. 70/4, 67/35 und 70/1 gestaltet.
Unpubliziert
UM
StJ 75/o. Nr. Kat.-Nr. 184 432
Maße: H: 12,75 cm; L: 14,0 cm (Seite B); L:17,5 cm (Seite A)
FO: Areal der Johannesbasilika
AO: Ephesos-Museum, Selguk, ohne Inv.-Nr.
Eckfragment eines Deckprofils mit erhaltenem Auflager welches
zum vorderen Rand hin verbrochen ist. In einer Tiefe von 3,5 cm
scamillusähnliche Korrosionslinie auf beiden Seiten.
Seite A: Teil einer siebenblättrigen, geflammten, geschlossenen
Palmette an der Ecke; daneben Rest der anschließenden Lotosblü-
te. Die unteren Blätter der Palmette stoßen an die sich einrollenden
unteren Blätter der Lotosblüte an. Blätter konkav. Die Palmette
war kragbogenförmig von den Außenblättern der Lotosblüte ge-
rahmt. An der Ecke sitzt ebenfalls eine Lotos(?)blüte, von der die
beiden auskragenden, die Palmette rahmenden Außenblätter erhal-

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