Hoffmann, Richard [Editor]; Bayern / Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schul-Angelegenheiten [Editor]
Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern (2,8): Bezirksamt Vohenstrauss — München, 1907

Page: 49
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kdbk_vohenstrauss/0067
License: Creative Commons - Attribution - ShareAlike Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
Leuchtenberg.

49

erbauth« wohl billiger besorgt würden. Und er fügt bei: »Ehe und zuvor aber
rnueß der hoche Thum in dem Schloß mit Schindeln gedeckt werden.« Dieser Turm
war, wie aus weiteren Schreiben erhellt, bis dahin mit Hohlziegeln (Preißen) gedeckt.
Am 27. Juni 1642 erfolgt der Bescheid, daß die Kosten nicht aufgebracht
werden können und daher nur das Nötigste ausgebessert, vor allen Dingen aber der
hohe Turm von neuem eingedeckt werden solle. So wurde das Ziegeldach des
hohen Turmes mit einem Schindeldach vertauscht.



.SCHNITT a- b



Der hier genannte »hohe Turm«, der in den damaligen Leuchtenberger Bau-
akten häufig diesen Namen trägt, ist der Hauptturm oder Bergfried. (Zu dieser
auch sonst in alter Zeit für den Hauptturm oder Bergfried einer Burg vorkommen-
den Benennung vgl. den hohen, runden Turm in Burglengenfeld und den in Kunst-
denkmäler der Oberpfalz, Heft V, B.-A. Burglengenfeld, S. 42 gegebenen literarischen
Hinweis. — Vgl. dazu auch die Legenden auf den aus dem Anfänge des 17. Jahr-
hunderts stammenden Burgenaufnahmen von WILHELM DincH bei ÜARL MICHAELIS,
Rheinische Burgen nach Handzeichnungen DiLiCHS, mit Beiträgen von C. KnoLL-
MANN u. BoDO EBHARDT, Berlin [1901].) Der »Feulturm« ist soviel wie Fäulturm,
Faulturm, d. h. Turm mit einem Gefängnis oder Verlies, in welchem Gefangene
verhungern und verfaulen mußten. (ScHMELLER-FROMMANN, Bayer. Wörterbuch I, 708.
- Nach der Sage werden auf der Burgruine Schwärzenberg iKunstdenkmäler der


HeftVHL

4
loading ...