Wörner, Ernst
Kunstdenkmäler im Grossherzogthum Hessen: Inventarisirung und beschreibende Darstellung der Werke der Architektur, Plastik, Malerei und des Kunstgewerbes bis zum Schluss des XVIII. Jahrhunderts: Provinz Rheinhessen: Kreis Worms — Darmstadt, 1887

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EICH

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Die Eckquadern, die Fenster- und Portalgewände sind von Hausteinen, sonst
ist der ganze Bau verputzt.

Das Innere der einst dem h. Cyriak geweihten Kirche entbehrt bemerkens- inneres
werter Details. Unter dem Boden befindet sich eine Gruft der Familie von Trayss;
über dem Pfarrstuhl, der früher dieser Familie gehörte, eine einfache Marmorplatte
mit bezüglicher Inschrift.

Die katholische Kirche ist ein kleiner Bau aus 1745, mit zwei Fenstern auf Kath. Kirche
jeder Seite des Schiffs, ganz einfacher Thüre im Westen und sechseckigem, schief-
stehendem Dachreiter mit Glockendach.

EICH

^FARRDORF am Altrhein, nordöstlich von Worms, westlich von Gerns- Allgemeines
heim, früher Heichinen (782), Heichino (783), Eichinen (784),
Aichinum (793), Echina (906). Die Herrschaftsverhältnisse dieses alten
Orts, der im Lorscher Kodex mehrfach vorkommt und wo K. Ludwig IV.
im Jahr 906 Huben besass, sind nicht einfach. Für den Zweck dieses Buches
genügt es zu sagen, dass Eich nach Widders Annahme ursprünglich im geteilten
Besitz des Domstifts und des Paulsstifts in Worms war. Später erscheint Spanheim
im Besitz des Orts, wrelches sich jedoch durch Pfandschaft seiner Rechte entledigte.
Die Hälfte besitzt 1413 wieder das Paulsstift; es verkauft seinen halben Teil am
Dorf und Gericht an die Pfalz, die auch die weiteren Teile dazu erwarb.

Die evangelische Pfarrkirche ist ein moderner Bau, jedoch gehört der Kirche
viereckte Turm im Mauerwerk und in dem Gewölbe des unteren Stockwerks dem
Mittelalter an. Die Erbauungszeit ist datiert durch einen an diesem Stockwerk
aussen eingemauerten Stein, der die Jahrzahl i486 und darunter ein Zeichen

(Meisterzeichen ?) trägt.

X

Das Gewölbe hat mit einer Hohlkehle profilierte

Rippen, welche von Konsolen auslaufen. - Letztere bestehen aus einem mit einer
Art von Eierstab ornamentierten Wulst, und Stück eines halbrunden Dienstes, aus
welchem die Rippenanfänge herauswachsen. Den Schlussstein bildet ein einmal der
Länge nach geteiltes Schild, über dem ein Fisch, das Wahrzeichen von Eich,
liegt. Die weiteren baulichen Details des Turms (Fenster, Schallöffnungen) sind
erst bei dem Neubau der Kirche in den 1840er Jahren angelegt.

Auf dem Gebiet des früheren Zehnthofs steht noch ein Wohnturm. Das Wohnturm
ganze Gebiet des Zehnthofs (einst dem Paulsstift in Worms gehörig), das am östlichen
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