Wörner, Ernst
Kunstdenkmäler im Grossherzogthum Hessen: Inventarisirung und beschreibende Darstellung der Werke der Architektur, Plastik, Malerei und des Kunstgewerbes bis zum Schluss des XVIII. Jahrhunderts: Provinz Rheinhessen: Kreis Worms — Darmstadt, 1887

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KREIS WORMS

sich als den Weg begrenzend, der von der Frankenthaler Strasse nach Kirschgarten geht,
einander gegenüber, 32 Schritte von jener Strasse. Sie haben auf Wappenschilden den
Schlüssel. Ein alter Grenzstein mit dem Schlüssel steht rechts am Weg nach Hochheim.
Zwei Grenzsteine stehen an der Gemarkungsgrenze von Horchheim und Worms,
auf gegenüberstehenden Seiten des Feldwegs, welcher von dem Horchheimer Fried-
hof an der Feldkapelle vorbei direkt nach Worms führt, gerade da, wo ein von
Pfiffligheim kommender Feldweg einmündet. Auf der einen Seite tragen sie in
einem Schild den Schlüssel, auf der andern die Buchstaben H und U untereinander.
Sie dürften dem 17. Jahrhundert angehören.

Zwei Grenzsteine mit dem Schlüssel sind wider eine Weingartenmauer gelehnt
rechts des Wegs, der von der Mainzer Chaussee nach der Liebfrauenkirche führt.
Denkstein Südwestlich der Stadt liegt der Vergnügungsplatz Ludwigslusi auf der Bürger-

weide, ein parkähnliches Wäldchen. Daselbst Denksäule mit einer dreiseitigen
Urne, auf welcher unter dem Reliefwappen der Stadt die Jahrzahl 1773 steht;
die eine der beiden anderen Seiten hat in Relief die Darstellung eines Liktoren-
bündels, die andere gekreuzt eine Wage und ein Schwert. Auf dem unteren,
wenigstens in der jetzigen Form jüngeren Postament steht: Ludwigs-Lust. Angelegt 1843.

NICHT MEHR EXISTIERENDE BAUTEN

laufkirche jn cjer Reme ^er verschwundenen Bauten steht ihrer Bedeutung nach obenan

des h. Johannes

die nach Schannat (IS. 133) von Burkard I erbaute Taufkirche des h. Johannes.
Die Vita Burchardi erwähnt von dieser Kirche nichts. Sie lag südlich vom Dom,
durch einen kleinen Zwischenraum von diesem »etrennt und war eine der vier alten

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Pfarrkirchen. Im Grundriss war sie zehneckig; ein quadratischer Turm stand an
der Südseite. Die Kirche wurde im Anfang dieses Jahrhunderts auf den Abbruch
versteigert und dann zerstört. Das Datum der Zerstörung ist nicht genau zu
ermitteln; 181 7 war der Abbruch vollendet. Lange giebt in der Gesch. von Worms
das Jahr 1807 als Zerstörungsjahr an; doch erscheint uns dieses zu früh, wenn
wir den geometrischen Plan der Kirche betrachten, der noch im Paulusmuseum
aufbewahrt wird. Dieser Plan trägt folgende Aufschrift: »Über die ehemalige
und anjezo abgebrochene S. Johannes Kirche in Worms nebst dem Plaz, von
welchem die Kirche umgeben war, St. Johannes Friedhof genannt und denen an
diesen Plaz stossenden Gebäude mit Andeutungen von Mauersteinen und Quadern
welche von dem Abbruch der St. Johannes Kirche herkommen und auf dem Plaz
des Johannes Kirchhofs niedergelegt gewesen, aber von dem Steigerer Blattner
allbereits abgeführt worden sind. Aufgenommen und gegenwärtigen geometrischen
Plan gefertiget von dem Baumeister Blattner als Steigerer von der Kirche selbst zu
Worms, am 2gten Merz 1817. Blattner.« Darunter ist eine Enregistrementsquittung.
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