Wagner, Ernst ; Haug, Ferdinand [Hrsg.]
Fundstätten und Funde aus vorgeschichtlicher, römischer und alamannisch-fränkischer Zeit im Großherzogtum Baden (Band 1): Das Badische Oberland: Kreise Konstanz, Villingen, Waldshut, Lörrach, Freiburg, Offenburg — Tübingen, 1908

Seite: 54
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AMT STOCKACH. — BRAUNENBERGHOF. EIGELTINGEN.

Grab XLI. 60 cm tief; gegen die Füße hin eine 6,3 cm lange eiserne Riemen-
zunge mit Silbertauschierung.

Grab XLII. 70 cm tief, weiblich; zwei Ohrringe von Bronzedraht (Dm. 5,5 cm),
am Hals etliche 20 kleine gelbe Tonperlen; Reste eines Beinkamms; Eisen-
messerchen und Eisen schnalle (vom Gürtel) 5 cm breit.

Grab XLIII. 77 cm tief; zerstört. Reste von einem Scramasax und etwas
Bronzebeschläg.

Grab XLIV. 1,20 m tief, männlich; Gürtelschnalle von Eisen mit Nägeln
und Beschlägstücken von Bronze; Scramasax (Griff 17, Klinge 39 cm lang) mit einer
Reihe von fünf großen (die Kopfscheiben verziert) und vielen kleinen Bronzenägeln der
Scheide; beim linken Oberarm ein Eisenmesser.

Fundstücke in der Gr. S. Kbe, ein Teil in Bodman.

Bemerkenswert ist neben der Häufigkeit des Scramasax das gänzliche Fehlen
des Wurfbeils, der Francisca, und die Seltenheit der Tongefäße (nur drei doppelt-
konische Töpfe). Dies und die Silberarbeiten beweisen den alamannischen Charakter
des VII. Jahrhs.

88. BRAUNENBERGHOF, Gemeinde Hindelwangen.

Br. D. Depotfund von vielen Bronze fl achäxten mit stark ausgebogener Schneide
(ältere Bronzezeit), 1841 in einem Topf südlich vom Braunenberghof in der Nähe des
„Heidelochs“ gefunden, sechs derselben im Schweizer Landesmuseum, Zürich. Siehe Ulrich,
Katal. d. Antiqu. Ges. in Zürich I, S. 106, N. 4124; Anthrop. Korr.Bl. X. 1903, S. 94.

89. EIGELTINGEN.

B. Eine halbe Stunde nordöstlich von Eigeltingen
im Osch „Haitenberg“ fand man bei Anlage eines
Feldwegs Juni 1859 in ca. 60 cm T., schief mit dem
Unterteil nach oben gestürzt, einen römischen Votiv-
stein mit Inschrift (Fig. 33):

IN • H(onorem) • D(omus) • D(ivinae)

DEO • SILVANO

OLE.EX - V(oto) • S(uscepto) • L(ibens)

L(aetus) • M(erito) • (sc • posuit).

„Zu Ehren des göttlichen Kaiserhauses dem
Gott Silvanus hat Cle(mentinus?) nach übernommenem
Gelübde (den Altar geweiht) froh und freudig nach
Gebühr.“

Zeile 4 und 5 erschienen schon im Alter-
tum sorgfältig ausgemeißelt; warum, ist nicht zu er-
kennen. Die Ergänzung des Namens Clementinus
ist nicht sicher; gehörte EX noch zum Namen (z. II.
33- Clementius Vindex, wozu aber der Raum nicht
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