Deutsche Kunst- und Antiquitätenmesse [Editor]
Die Weltkunst — 12.1938

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DIE WELTKUNST

Jahrg. XII, Nr. 14 vom 5. April 1938





Pariser Ausstellungen

(Foto Luz)

kün-

lich

über dreißig Ge-

Abet

JULIUS BÖHLER

ALTE GEMÄLDE, ANTIQUITÄTEN

UND ALTE MÖBEL

KUNSTVERSTEIGERUNGEN

MÜNCHEN

BRIENNER STRASSE 12

stark ihn
feintonigen
Luft-

zei'gt in diesem Jahre Zeichnungen von Pous-
sin und eine Ausstellung von Bibliophilen-
Einbänden.

Auf die Goya-Ausstellung in der Orangerie
folgt von März bis Mai eine Schau ..Napoleon
in Aegypten“, darauf von Juni bis August
eine Ausstellung italienischer Kunst.
Das Museum der Gobelin-Manufaktur ist
seit Anfang März geschlossen und wird einem
vollständigen Umbau und einer Reorganisation
zu einem wirklich umfassenden Museum der
Wandteppiche unterzogen.
Das Museum Conde in Chantilly, das in
jedem Sommer Spezialveranstaltungen bringt,

discher Qualitäten
nis von Terborch,
von van Goyen, ein signierter Pieter de Hooch

Eine eng-
lische Gemäl-
desammlung

Der Heidelberger Daniel
ist mit einer grollen Voralpenland-
der Münchener

Daniel Fohr, Voralpenlandschaft
I I u n g : Galerie Dr. Luz, Berlin

aus der späten Epoche, eine helle Mondland-
schaft von van der Neer, ein wunderbares In-
terieur von E. van der Neer (s. Abb), ein Selbst-
bildnis von Netscher aus der Sammlung Or-
leans, eine Winterlandschaft von Isaak van
Ostade, ein Männerbildnis von Rembrandt,
Landschaften der beiden Ruisdaels und ein
Kabinettstück von EL M. Sorgh aus dem Jahre
1652. In Zusammensetzung und Qualität eine

Eglon van der Neer, Der Brief
Signiert, datiert 1682 —• Sammlung Dr. E. Beith
Versteigerung : Christie's, London, 8. April 1938 (Foto Christie's)

Friedrich Loos, Parklandschaft (Foto Luz)
I I u n g : Galerie Dr. Luz, Berlin

8.
stie’s
löst:

Marco Zoppo, Salvator Mundi. Holz, 43 : 27 cm — Sammlung F. E. Sidney
Versteigerung: Christie's, London, 8. April 1938 (Foto Christie's)

b r i e 1 von Max, Friedrich N e r 1 y s
Olevanobild, die Frauenporträts von K. J.
Stiehr und F. A. Tischbein und das
Mädchenbildnis von Gustav Taub er t
ragen ebenso aus dieser an Mannigfaltigkeit
sehr reichen Schau heraus, die auch einige
Maler alter Schulen bringt. Ilans Zeeck

in sei-
Malwer-
und Lichtpro-
beschäftigt

ten Exemplaren. Man kann sowohl die Ent'
wicklung verfolgen, als auch Vergleiche zie'
hen zwischen den einzelnen Ländern, wöbe*
Frankreich besonders gut abschneidet,
auch Deutschland steht nicht zurück,
leicht allein von München kann man sagen,
daß es seinen eigenen bodenständigen Plakat'
stil hat. Im übrigen kommt es auch hier am
die spezielle Begabung an und man ist übet'
rascht, wie manche Plakate kraft ihrer Ein'
dringlichkeit durch Jahrzehnte in Erinnerung'
geblieben sind, nachdem der Zweck, für dd1
sie geschaffen wurden, längst der Vergessen'
heit anheim gefallen ist. !■

typisch englische Privatsammlung besten
Niveaus.
Auch die Sammlung F. E. Sidney, die an-
schließend versteigert wird, erhält ihr Gepräge
durch einige hervorstechende Werke der Ma-
lerei, so das Fragment eines Altarflügels von
Fra Angelico, Madonnen von Salaino. Vivarim
und der Bellini-Schule und den charakteristi-
schen „Salvator Mundi“ von Ma reo Zoppo (s. Abb.).

Eine wenig bekannte
Sammlung erstklassi-
Gemälde wird am
April durch Chri-
in London aufge-
der Besitz Dr. Edu-
Beiths. hauptsäch-
Niederländer des
Jahrhunderts, von
denen einige Meister-
werke auf der Burling-
ton House - Ausstellung
1929 zu sehen waren,
viele bei Hofstede de
Groot verzeichnet sind.
Spitzen werke hollän-
sind u. a. ein Männerbild-
drei signierte Landschaften

die Oeffentlichkeit tritt. Die in der Neuen
Sammlung des Bayer. Nationalmuseums zu
Obernier in Bonn sehende Ausstellung zeigt sozusagen branchen-
japanischen Holz- mäßig geordnet das Plakatwesen in gutgewähl-

Malerei des 19. Jahrli.
Unter dem Bildermaterial, das die vor kur-
zem in die Kurfürstenstraße in bedeutend
größere Räume übergesiedelte Berliner Ga-
lerie D r. W. A. Luz in ihrer neuen Aus-
stellung an bietet, finden sich
mälde und Studien des
Landschaftsmalers Fried-
rich Loos. Wie so
mancher eigenartige Künst-
ler seiner Zeit ist er
wenig über engere Fach-
kreise hinaus bekannt ge-
worden, trotzdem dieser
gebürtige Steiermärker, der
in Wien aufwuchs und lange
in Salzburg gelebt hat, bis
er über Italien, Düsseldorf
und norddeutsche Küsten-
städte in den fünfziger Jah-
ren in Kiel seßhaft blieb,
ein respektheischendes Le-
benswerk hinterlassen hat.
Wie
nen
ken
bleme beschäftigt haben
und mit welcher Einfühl- Ausst
samkeit er Stimmungen der
österreichischen und norddeutschen Landschaft
zu erfassen wußte bis zu der von Wolken- und
Nebelschleiern umhüllten Natur der Küsten-
striche an der Ostsee und der Klippengestade
Norwegens, ist hier an vielen Beispielen zu
sehen (s. Abb.). Als Kollektion schließen sich
einige Märchenbilder von Franz und Paul
Meyerheim an. Dieser schon ein Mitglied
der älteren Berliner Malschule, die im übri-
gen mit einem umfangreichen Oelgemälde von
Theodor Hosemann und dem sich in
kunstreichen Beleuchtungskontrasten ergehen-
den „Römischen Liebeszauber“ von J. E.
H u m m e 1 hervorragend vertreten ist. Hier-
bei darf auch der kleine, Rügensche Felsen
darstellende. Blechen nicht vergessen wer-
den. Wie immer finden sich dann, teils schon
früher ausgestellt, zu einem erheblichen Teil
aber Neuerwerbungen. Maler der romantischen
und nachromantischen Zeit aus allen deut-
schen Gauen.
Fohr
Schaft vertreten (s. Abb.),
Michael N e h e r mit einer alten deutschen
Stadt, zu deren Kirche der Magdeburger Dom
Modell gestanden hat. Eine eindrucksvolle
Ansicht des Domes von Limburg gibt die 1844
signierte Tafel des Düsseldorfer Gottfried
Pulian. Louis Gurlitts „Sommerland-
schaft“, ein blonder Mädchenkopf von G a -

Sammlg. Dr. Wilhelm Solf
Das Städtische Museum
zeigt eine Ausstellung der
schnitte und Rollbilder
aus der Sammlung des
verstorbenen deutschen
Botschafters Dr. Wilhelm
Solf. Die interessante
Schau vermittelt einen
aufschlußreichen Ueber-
blick über die Entwick-
lung des Holzschnittes
von Moronobu bis in un-
sere Tage. Keisai Eisen,
der den Blaudruck er-
funden haben soll, ist mit
drei Blättern vertreten,
Utamaro mit vier, Hoku-
stie in London aufge-
shige I mit zehn — um
nur einige Künstler aus
der Fülle zu nennen. Be-
sonders fesseln die Yoko-
hamabilder (Fremdenbil-
der) als kulturgeschicht-
liche Dokumente der Be-
gegnung zwischen Osten
und Westen der Welt. Im
ganzen offenbart die in
Gemeinschaft mit dem
Orientalischen Seminar
der Universität veran-
staltete Ausstellung ne-
ben dem Ausdrucksreich-
tum und der künstle-
rischen Handfei'tigkcit
des japanischen Künst-
lers auch einen Einblick
in das typisch japanische
Wesen, in die von chine-
sischen Einflüssen immer
mehr emanzipierte künst-
lerische Anschauung.
Karl Heinz B o d e n s i e k

Das Musee des Arts decoratifs hat von Mme
Delicourt eine Sammlung von über 800 fran-
zösischen Keramiken mit Stücken von äußer-
ster Seltenheit erhalten und wird durch diese
Stiftung die bedeutendste Sammlung franzö-
sischer Keramik.
Eine äußerst aufschlußreiche Ausstellung
findet gegenwärtig in der Ecole des Beaux-
Arts statt: die im letzten Jahre von der Gene-
raldirektion der Schönen Künste an eine große
Zahl „unabhängiger“ Künstler vergebenen
öffentlichen Aufträge für
Rathäuser, Bibliotheken,
Institute usw. werden ge-
schlossen gezeigt. Es han-
delt sich hauptsächlich
um Wandgemälde und
-teppiche, Glasfenster
und große dekorative
Bilder. Unter den Aus-
stellenden fallen be-
kannte Namen wie Lho-
te, Gromaire, Deshayes,
Dufresne, Gruber. Tail-
leux u. a. auf, jeder in
seiner Art, sich mit dem
neuen Aufgabengebiet
auseinandersetzend.
Für Anfang Mai
digt Me Ader die
Steigerung einer
phiksammlung von inter-
nationaler Bedeutung an.

Auktions Torschau
Frankfurt a. M., 5.-7. April
Die nächste Versteigerung des Kunst'
hause s Heinrich Hahn bietet auf den
verschiedensten Gebieten ein interessante9
Sammlermaterial an. Unter den Gemälden
findet man Namen wie Bassano, Canaletto-
J. Brueghel d. J.. van Dyck, Constable, Coypel’
Graff, Netscher, Moroni, Teniers, Zick u. £1'
Bei den neueren Meistern fallen Arbeiten von
Achenbach, Böcklin, Defregger, Lier, Schleid1-
Thoma und Trübner auf. Dazu kommen
Bestände an Barockplastik, ferner Fayence11
und Porzellane, dann Silber- und Goldarbe1'
ten, Uhren, Gläser, schöne Möbel (s. Abb. S-E
und etwa hundert Perserteppiche.
Amsterdam, 5.-7. Ap>’P
Bei Men sing & Sohn findet am 5. b1
7. April eine Versteigerung von Gemälden ul’
Kunstgewerbe statt. Neben einigen alten B1 '

Das Plakat
Neue Sammlung des Bayer.
Nationalmuseums
Das Plakat soll nicht nur werbend, sondern
auch künstlerisch sein. Umsomehr, als es wie
kein anderes Werk der graphischen Kunst an
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