Deutsche Kunst- und Antiquitätenmesse [Editor]
Die Weltkunst — 12.1938

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H- September 1958

XIL JAHRGANG, Nr. 56/37


ART«/* WORLD

NST
LMONDErfsAKß

ANERKANNTES ZENTRALORGAN FÜR SAMMLER, MUSEEN, BIBLIOTHEKEN, KÜNSTLER UND KUNSTHÄNDLER
VERÖFFENTLICHUNGS-ORGAN DER FACHGRUPPE DES KUNST- UND ANTIQUITÄTENHANDELS, LAND OESTERREICH

Erscheint jeden Sonntag im Weltkunst-Verlag,
Berlin W 62, Kurfürstenstr. 76-77. In den Monaten Mai bis Oktober jeden
Zweiten Sonntag. Bankkonti: Deutsche Bank, Depositen-Kasse M,
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Galerie Haberstock
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sucht ständig zu kaufen:

Meisterwerke der Malerei
des 15. bis einschließlich
19. Jahrhunderts

Die Aufgabe der
Deutschen Kunst
dem Reichsparteitag in Nürnberg stellte der Führer
f^r die kulturelle Arbeit folgende Richtlinien auf :
Die gesamte kulturelle Arbeit eines Volkes hat nicht nur nach
6inem Auftrag zu erfolgen, sondern in einem Geist statt-
Slifinden. Es ist stets der Beweis für innere Begnadung des
Wahrhaften Künstlers, diesen auch ihn erfassenden Gesamt-
Willen einer Zeit in seinem Kunstwerk auszudrücken. Es ist
^aher selbstverständlich,daß nach unserem Sieg diedeutsche
^unst — und erst seitdem können wir überhaupt wieder von
öiner solchen reden — ihre innersten Impulse aus jener Auffas-
sungswelt empfängt und empfangen muß, der die nationalsozia-
listische Revolution zum Durchbruch und Siege verholten hat.
Da der Sinn dieser nationalsozialistischen Revolution nun aber
keineswegs eine Zerstörung der übernommenen Werte unse-
res bisherigen geschichtlichen Lebens ist, kann es auch nicht
Aufgabe der heutigen deutschen Kunst sein, in erster Linie
9ie negative Einstellung zur Vergangenheit zu betonen, als
Vielmehr dem Gesamtkulturgut unseres Volkes, das als künst-
ledsches Erbe das gesammelte Kulturvermögen unserer blutbe-
^ingten Erbmasse ist, einen eigenen neuen Beitrag anzufügen.

Liselotte Schramm-Heckmann, Ausschnitt aus dem Bildnis der Familie Thiele
Ausstellung des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen,
Düsseldorf (Kl. Kunstverein)


Visegrad — dann aber entschloß er sich auf
Bitten, der Kaiserstadt Nürnberg, die sie
früher schon wiederholt vorübergehend gehegt
hatte, sie auf ewig in diese Stadt zurück-
bringen zu lassen. Die Ofner Urkunde vom
29. November 1425 bekundete den Willen
Sigismunds, am 22. März 1424 wurden die
Kleinodien in Nürnberg eingebracht und bei
seiner Kaiserkrönung zu Rom am 51. Mai 1455
erließ Sigismund das Gesetz, daß die Heilig-
tümer für ewige Zeiten in Nürnberg verbleiben
sollten. Sie blieben denn auch dort bis zum
Flucht jahr 1796.
Der Mythos des Volkes hat die Reichs-
insignien fast alle auf Karl den Großen selber
zurückgeführt, als Erzeugnisse seiner Zeit und
als von ihm benützt und getragen aufgefaßt.
Die wissenschaftliche Forschung jedoch hat
längst festgestellt, daß wohl kein einziges
Stück auf die Karolingerzeit zurückgeht und
daß die Herstellungszeit der einzelnen Klein-
odien sich bis in das 14. Jahrhundert erstreckt.
Die Kaiserkrone, die „Krone Karls des
Großen“ ,ist aber in der Tat das älteste Stück.
Ihre sehr charakteristische Form unterscheidet
sie stark von der deutschen Königskrone, die
in Aachen aufbewahrt wird.
Einige Stücke sind Normannenbeute Hein-
richs VI., so besonders das prachtvolle Plu-
viale. das als Krönungsmantel diente, aus kar-
mesinrotem Seidenzeug mit Bildern aus Gold-
stickerei und Perlen. Dieses herrliche Stück
ist laut der arabischen Umschrift im Jahre
der Hedschra 528 (d. i. 1155 unserer Zeitrech-
nung) in der „glücklichen Stadt Palermo“ für
den Normannenkönig Roger I. gefertigt
worden.
Ein Stück der Reichskleinodien soll noch
erwähnt sein, weil es die beiden Akzente des
Heiligen Römischen Reiches in sich ausdrückt:
Den Reichsapfel, das Symbol der Erde,
führten schon altrömische Cäsaren. Der
Reichsapfel der deutschen Heiligtümer ist ein
romanisches Werk des 12. Jahrhunderts.

Die Reichskleinodien wieder in Nürnberg

PAUL TIECKE

loren, doch sind uns die wertvollsten erhalten.
Sie waren nicht alle am gleichen Orte: die
silbervergoldete deutsche Königskrone, das
goldene Königszepter und eine Kaiserdalma-
tika birgt der Schatz der alten Krönungsstadt
Aachen nach wie vor. Die übrigen waren

Reichskleinodien, das waren und sind die
''"ßeren Zeichen der Herrschergewalt, mit
"nen die deutschen Könige und Kaiser bei
,lrer Krönung und anderen hochfestlichen
. ’Hegenheiten sich umkleideten. Wohl ging
1,1 den Wirren der Zeiten manches Stück ver-

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vor dem Franzoseneinfall 1796 durch den da-
maligen Nürnberger Losungsrat von Haller
nach verschiedenen Städten, zuletzt nach
Wien, gerettet worden. Der Trifels hatte sie
gesehen, die schweizerische Kyburg, die Her-
zogsburg von München. Karl IV. ließ sie nach
Prag bringen auf den Hradschin, Wenzel barg
sie auf dem Karlstein. Vor den Hussiten ver-
schloß sie Kaiser Sigismund in die Feste Burg

Ausstellung im Kunst-
verein für dieRheinlande
u. Westfalen, Düsseldorf
Das Schaffen des im Banne romantisieren-
der Neigungen stehenden Malerehepaars Wer-
ner Schramm und Liselotte Schramm-Heck-
(Fortsetzung auf Seite 4)


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