Deutsche Kunst- und Antiquitätenmesse [Editor]
Die Weltkunst — 12.1938

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6. November 1938

XIL JAHRGANG, Nr. 44/45


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ARR*WORLD

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LMONDEfcARTS

ANERKANNTES ZENTRALORGAN FÜR SAMMLER, MUSEEN, BIBLIOTHEKEN, KÜNSTLER UND KUNSTHÄNDLER
VERÖFFENTLICHUNGS-ORGAN DER FACHGRUPPE DES KUNST- UND ANTIQUITÄTENHANDELS, LAND OESTERREICH

Erscheint jeden Sonntag im Weltkunst-Verlag,
Berlin W 62, Kurfürstenstr. 76-77. In den Monaten Mai bis Oktober jeden
Zweiten Sonntag. Bankkonti: Deutsche Bank, Depositen-Kasse M,
Berlin W 62, Kurfürstenstr. 115. Barclays Bank Ltd. 262, Kirkdale
Sydenham, London S. E. 26. Postscheckkonti: Berlin 118054;
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Man abonniert beim Verlag, bei der Post oder bei den Buchhändlern.
Einzel-Nummer 35 Pfennige. Quartal für Deutschland inkl. Postzustellung
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und die nicht angeführten Länder RM 4.40; Ubersee $ 1.80

Galerie Haberstock
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Meisterwerke der Malerei
des 15. bis einschließlich
19. Jahrhunderts

Deutsche Kunst im Sudetenland

Während bei der Eingliederung Oester-
reichs der allerdings in die Augen springende
Zuwachs, den der deutsche Kunstbesitz durch
die jahrhundertealten Bestände heimatlicher
Kunst erfuhr, allgemeiner und berechtigter

Aufmerksamkeit in der Presse gewürdigt
wurde, ist anläßlich der Rückgewinnung des
deutschen Sudetenlandes nur wenig von der
Bedeutung gesprochen worden, die die dor-
tigen Kunstbesitze nicht nur für den engeren


Michael Pacher, Maria vom ehemaligen Hochaltar der Salzburger
Franziskanerkirche
Ausstellung alter Kunst aus Salzburg in der Secession, Wien
(Foto Secession)

Kreis dieses Landes, son-
dern für Großdeutsch-
land im besonderen
haben. Wenn sich die
dortigen Bestände auch
nicht mit denen des alten
Oesterreich messen kön-
nen, so sind sie doch, je
nach ihrer Art, künstle-
risch oder historisch von
besonderer Bedeutung.
Dies gilt vor allem von
jenen Sammlungen, die
die Hauptwerke der sog.
deutsch-böhmischen Ma-
lerschule von der Wende
des 14. Jahrhunderts be-
herbergen: also in erster
Linie dem Stift Hohen-
furt, das neben einer an
Inkunabeln und Hand-
schriften reichen Biblio-
thek von 75 000 Bänden
(darunter dem berühm-
ten Codex Gratiani und
der Melau chthon-Bibel)
das Beste an südböhmi-
scher Tafelmalerei und
an Plastik der Spätgotik
enthält, während die
Klosterkirche die wich-
tige sog. „Hohenfurter
Madonna“ des frühen
14. Jahrhunderts beher-
bergt. Ueberhaupt spie-
len die Stifte, was Kunst-
besitz anbelangt, eine
starke Rolle: so Ossegg
mit seiner Klostergalerie
mit Werken von Cra-
nach, Rembrandt, Rubens
und italienischen Barock-
meistern, Tepl —. ein Bau
von Christoph Dientzen-
hofer — mit seiner 70 000
Bände umfassenden Bi-
bliothek und dem Archiv

von Goethes Briefen,
die Benediktiner - Abtei
Braunau mit einer wich-
tige Handschriften und
Inkunabeln umfassenden
40 000 - Band - Bibliothek
und architekturgeschicht-
lich wichtigen Bauten,
sowie die Klosterkirche
von Kladrau mit den
herrlichen Fresken des
Cosmas Damian Asam.
Von eigentlichen Mu-
seen, die in die abgetre-
tenen deutschen Gebiete
fallen, sind an erster
Stelle Leitmeritz und das
Nordböhmische Gewerbe-
museum in Reichenberg
zu nennen. Das letzt-
genannte setzt sich aus
der kostbaren Textilien-
sammlung und der Stadt-
galerie, einer Stiftung von
Heinrich von Liebig, mit
Werken des 19. Jahr-
hunderts (Waldmüller,
Führich, Stifter, Petten-
kofen, Achenbach, Leibi.
Trübner, Defregger, Men-
zel, Lenbach und fran-
zösische Meister der Bar-
bizon-Schule) zusammen,
während die Bischofs-
galerie in Leitmeritz ne-
ben Werken von Rubens
und Rembrandt vor allen
Dingen heimische Maler,
daru n ter den „Meister von
Leitmeritz“, beherbergt.
Erwähnenswert weiter
das Böhmerwaldmuseum
in Oberpan (Stifter-
Denkwürdigkeiten) und
verschiedene Schloßbe-
sitze wie Königswart
(Fortsetzung Seite 2)


Keltische Schnabelkanne vom Dürnnberg bei Hallein
Um 400 v. Chr.

Ausstellung alter Kunst

aus Salzburg in der

Secession, Wien

(Foto Secession)

Alte Kunst aus Salzburg
in der Wiener Secession
Die Ausstellung, welche im Sommer für die bereits in Nr. 54/55 der „Weltkunst“ kurz
Salzburg zusammengestellt wurde und über berichtet worden ist, ist nun, durch einige

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