Deutsche Kunst- und Antiquitätenmesse [Editor]
Die Weltkunst — 12.1938

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23. Oktober 1938

XII. JAHRGANG, Nr. 42/43


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LfMONDEifoARTS

ANERKANNTES ZENTRALORGAN FÜR SAMMLER, MUSEEN, BIBLIOTHEKEN, KÜNSTLER UND KUNSTHÄNDLER
VERÖFFENTLICHUNGS-ORGAN DER FACHGRUPPE DES KUNST- UND ANTIQUITÄTENHANDELS, LAND OESTERREICH

Erscheint jeden Sonntag im Weltkunst-Verlag,
Berlin W 62, Kurfürstenstr. 76-77. In den Monaten Mai bis Oktober jeden
Zweiten Sonntag. Bankkonti: Deutsche Bank, Depositen-Kasse M,
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und die nicht angeführten Länder RM 440; Übersee $ 1.80

Mama

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Berlin W 9, Bellevuestraße 15

Meisterwerke der Malerei
des 15. bis einschließlich
19. Jahrhunderts

Bemerkungen zur Kunstmarkt-Lage

Aus manchen Berichten in Tageszeitungen
wie aus mancher bedauernden Frage eines
Kunstliebhabers klingt die Enttäuschung dar-
über, daß auf den Versteigerungen der letzten
Jahre wirkliche „Sensationspreise“ so gut wie
nicht mehr vorgekommen sind. Die dieser
Meinung sind, denken noch immer wehmütig
zurück an jene hochgemuten Zeiten um 1928-30.
da die 1 lunderttausende, ja die Millionen auf

den Auktionen nur so durch den Raum
schwirrten, da Presse und Modejournale sich
nicht genug tun konnten, diese „gesellschaft-
lichen,, Ereignisse zu preisen, — sie bemerkten
nicht, daß dieser Rummel ein Spekulationsrausch
war, dafi diese Scheinblüte in Wirklichkeit ein
ungesundes Monstrum bildete, das sich rasch
genug selbst zerstörte und nur noch in der
Illusion mancher Zeitgenossen als ein paradie-
sischer Zustand weiter-
lebt. Denn die Intensi-
tät eines gesunden Kunst-
marktes kann niemals
allein nach der Flöhe des
Umsatzes an Spitzen-
stücken gemessen wer-
den. Es ist vor dem
Kriege nur selten vorge-
kommen, dafi Objekte
mit schwindelnden Prei-
sen, wie sie jedem noch
aus der obengenannten
Epoche in Erinnerung
sind, auf Auktionen auf-
tauchten, und selbst der
jahrhundertealte Londo-
ner Markt nennt als
Höchstpreis eines Einzel-
objektes auf einer Ver-
steigerung eine Summe,
die, gemessen an den
deutschen Nachinflations-
preisen, überhaupt keine
Ehrfurcht mehr erwecken
kann. Wollte man also
heute den deutschen Auk-
tionsmarkt an solchen
Maßstäben bewerten, so
müßte man gleichzeitig
den großen internatio-
nalen Märkten London,
Paris und New York —
ungeachtet ihres heute
sehr schwankend ge-
wordenen gegenseitigen
Kräfteverhältnisses —
ebenfalls jede wirkliche
Aktionskraft absprechen.
Denn wenn man die Be-
richte über die letzte Sai-
son verfolgt — die „Welt-
kunst“ hat die wichtigsten
(Forts, auf S. 2)


Salzb. Meister um 1470 (Art Rueland Frueaufs d. Ae.), Heilige Apollonia
Ausstellung „Künstler der Ostmark" in der Galerie L. T. Neumann,
Wien (Foto Gal. Neumann)


Jacob van Ruisdae.l, Landschaft. Monogrammiert. 47 : 58 cm
Versteigerung : Hans W. Lange, Berlin, 18.—19. November 1938 (Bericht auf S. 3) (Foto Schulz)

Künstler der Ostmark
Bei L. T. Neumann in Wien

In dem Bestreben, von bekannteren Mei-
stern gute Einzelwerke gleichzeitig mit quali-
tätvollen Leistungen weniger bekannter Maler
zu zeigen, hat die Galerie L. T. Neumann in
Wien aus ihren Beständen eine Ausstellung
zusammengestellt, die in mancher Hinsicht Be-
merkenswertes bringt. Gewissermaßen als Ein-
leitung ist eine Tafel des Meisters der Wenzel-
scheibe (um 1425) und ein salzburgisch.es Bild
aus der Zeit um 1470 anzusprechen (s. Abbil-
dung), dessen zugehörige Tafeln in Nürnberg
und Schleißheim sind. Das 18. Jahrhundert ist
mit einem Kruzifixus von Kremserschmidt ver-
treten. Am reichsten stellt sich das 19. Jahr-

hundert, in Gruppen sinngemäß zusammenge-
faßt, dar: von Ender ein überaschend schönes
Frauenbildnis (s. Abb. S. 2), weiter Bildnisse
von Lampi, Waldmüller (Damenbildnis der
Frühzeit) und Eybl: von den Aquarellisten
R. v. Alt ) darunter eine besonders hochwertige
Baumstudie), F. Alt und Fendi (mit reizvollen
farbigen Studien). Von den Landschaftern
werden Jettei, Schindler- (mit Bildern aus ver-
schiedenen Perioden), Ribarz und schließlich
Pettenkofen gezeigt, von dem sich zwei Bilder
(Zigeunerinnen im Bad und Puszta) als male-
rische Hauptstücke repräsentieren. B.

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