Deutsche Kunst- und Antiquitätenmesse [Editor]
Die Weltkunst — 12.1938

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Februar 1938

XIL JAHRGANG, Nr. 9


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LMONDE/foARTS

EINZIGE ILLUSTRIERTE WOCHENSCHRIFT FÜR KUNST / BUCH / ALLE SAMMELGEBIETE UND IHREN MARKT
ANERKANNTES ZENTRALORGAN FÜR SAMMLER, MUSEEN, BIBLIOTHEKEN, KÜNSTLER UND KUNSTHÄNDLER

Gscheint jeden Sonntag im Weltkunst-Verlag,
°erlin W 62, Kurfürstenstr. 76-77. In den Monaten Mai bis Oktober jeden
Seiten Sonntag. Bankkonti: Deutsche Bank u. Diskonto-Gesellschaft, De-
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Galerie Haberstock
Berlin W 9, Bellevuestraße 15

sucht ständig zu kaufen:

Meisterwerke der Malerei
des 15. bis einschließlich
19. Jahrhunderts

Werbung für Museen
, Das allgemein feststellbare Ansteigen der
Ziffern des Museumsbesuchs und des Interesses
für museale Angelegenheiten in Deutschland
lst nicht allein auf die intensivere Förderung.
Tie von staatlichen und parteiamtlichen Stellen
Tem Führungswesen und der Erschließung der
^tuseumsschätze für breitere Kreise entgegen-
gebracht wird, zurückzuführen. Die Aktivität
Ter Museumsleitungen hat dazu ebenfalls ein
8ut Teil beigetragen, und die intensivere Ein-
setzung moderner Werbemittel, die früher für
derartige Institute in vielen Kreisen als ver-
pönt galten, hat nicht zuletzt das Ihrige dazu
getan. Einige interessante Bemerkungen
ZU diesem Thema finden wir in dem soeben
erschienenen, von Direktor Dr. Koh 1h aus-
sen herausgegebenen 84. Jahresbericht des
Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg.
Durch lebhafte Werbetätigkeit gelang es, den


Großer Nürnberger Fayence-Krug
mit Bemalung von A. Helmbach
g 6 rs t e i g e r u n g : Kunstauktionshaus H. W. Lange,
6rlin, 7.-9. April 1938 (Foto Schulz)


Christian Clausen Dahl, Dresden im Mondschein. 1838. Leinwand, 78 : 130 cm
Neuerwerbung der Gemäldegalerie Dresden (Museums-Foto)

Dahls Ansicht von Dresden

Gemäldegalerie i n D r e s d e n

Kreis der Mitglieder des
Museumsvereins wesent-
lich zu erweitern, so daß
trotz des natürlichen
Ausfalls Ende 1937 ge-
genüber 1956 beinahe 100
Mitglieder mehr gezählt
werden konnten und aus
deren Beiträgen eine
Mehremnahme von über
2600 RM. erzielt werden
konnte. Außer der pri-
vaten und durch die
Museumpfleger vermit-
telten Werbetätigkeit
führt der Bericht diese
Zunahme des Interesses
auf die Regsamkeit
der Presse, deren
Werbemöglichkeit rich-
tig einzusetzen Auf-
gabe jedes Museums-
leiters sein sollte, auf die
Herausgabe eines illu-
strierten Prospektes, der
in 50 000 Exemplaren für
Propagandazwecke her-
gestellt wurde, und, eine
neuartige Werbemethode,
die Einrichtung eines
Schaufensters im Haupt-
bahnhof zu Nürnberg-
zurück, durch das das
Germanische Museum den Ankömmling in
Nürnberg sofort begrüßen konnte und das,
nicht zuletzt dank der geschmackvollen und
hochwertigen Ausstattung mit einigen alten
Kunstwerken und Innenraumfotografien, eine
solche Anzugskraft verriet, daß es „ständig
von Betrachtern umlagert war“. Die Folge
drückt sich in den steigenden Besucherziffern
aus, die in diesem Jahre über 107 000 gegen-
über 96 000 des Jahres 1956 betrug, wobei be-
sonders anzumerken ist, daß, außer den 58 000
Besuchern an freien Eintrittstagen, nur 12 750
Gruppenbesucher mit verbilligten Karten (also
geschlossene Verbände, Schulen usw.) etwa
51 000 freiwilligen Besuchern gegen überstehen.
Es ist also nicht richtig, wie vielfach, behauptet
wird, daß der stärkere Besuch der deutschen
Museen nur den Gruppenführungen zu danken
ist, sondern es erweist sich, daß eine intensive,
den örtlichen Verhältnissen richtig angepaßte
Werbung noch weite Volkskreise zum frei-
willigen Besuch der Museen anregen kann, die
bisher diesen Instituten fernblieben. Für die
weitere Entwicklung des deutschen Museums-
wesens dürften jedenfalls Anregungen, wie sie
in dem genannten Jahresbericht gegeben sind,
nicht unbeachtet bleiben.

Zu ei n er Ne u e r w e r b u n g d e r
Die heute ganz selten gewordene Gelegen-
heit, ein wirklich repräsentatives Gemälde des
dem Dresdener Romantikerkreis um Friedrich
nahestehenden norwegischen Malers Johann
Christian Clausen Dahl (1788—1857) zu erwer-
ben, ist dem Direktor der Dresdener Gemälde-
galerie durch Vermittlung der Kunsthandlung-
Karl Haberstock in Berlin, gelungen. Das fast
eineinhalb Meter breite, bezeichnete und 1838
datierte Bild, das wir hier erstmalig abbilden,
gibt den Blick auf Dresden vom Neustädter
Elbufer aus wieder. Es stellt denselben
Ausschnitt, vom gleichen Standpunkt aus
gesehen, dar wie eine der bekanntesten, ein
knappes Jahrhundert früher entstandene Dres-
dener Ansicht von Belotto. Zweifellos hat
Dahl, der seit 1818 in Dresden tätig war.
dieses 1748 entstandene und seit 1855 im Ca-
naletto-Saal des Brühlschen Palais aufgestellte
Bild gekannt, wie gewisse kompositionelle An-
klänge und besonders auch die figürliche Staf-

fage des Vordergrundes beweisen. Dieses Bild
gab ihm nämlich die Anregung zu einer im
Museum in Bergen befindlichen, 1834 unmittel-
bar vor der Natur ausgeführten Zeichnung, die
dann zur Grundlage seines vier Jahre später-
entstandenen Werkes wurde. Dahls Gemälde
hat im Jahre 1859 auf Ausstellungen in Dres-
den und Leipzig größtes Aufsehen erregt. Die
sachlich-nüchterne und primitivisierend far-
benreine Prospektmalerei Belottos ist von ihm
weit über das rein Gegenständliche hinaus in
die Sphäre eines persönlichen Naturerlebnisses
erhoben und durch eine dem Empfinden der
Romantikerzeit gemäße großartig poetische
Auffassung verklärt. In seinem Streben nach
stimmungsvoller Größe hat Dahl sein Stadt-
bild nicht unter das grelle Licht des Tagesge-
stirns gestellt, das die Einzelheiten in scharfen
Kontrasten erscheinen läßt, sondern unter die
weiche wechselvolle Beleuchtung einer stillen
Mondnacht.

PAUL TIECKE
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