Deutsche Kunst- und Antiquitätenmesse [Editor]
Die Weltkunst — 12.1938

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4. Dezember 1958


ART./fcWORLD


XIL JAHRGANG, Nr. 49

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LMONDEfcARIS

ANERKANNTES ZENTRALORGAN FÜR SAMMLER, MUSEEN, BIBLIOTHEKEN, KÜNSTLER UND KUNSTHÄNDLER
VERÖFFENTLICHUNGS-ORGAN DER FACHGRUPPE DES KUNST- UND ANTIQUITÄTENHANDELS, LAND OESTERREICH

Erscheint jeden Sonntag im Weltkunst-Verlag,
Berlin W 6z, Kurfürstenstr. 76-77. In den Monaten Mai bis Oktober jeden
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Berlin W 9, Bellevuestraße 15

Meisterwerke der Malerei
des 15. bis einschließlich
19. Jahrhunderts

175 Jahre preussische Kulturpflege

Friedrich der Große übernahm bald nach
dem Hubertusburger Frieden im Herbst 1765
die Porzellanmanufaktur des Kaufmanns Jo-
hann Ernst Gotzkowsky in eigene Verwaltung.
Das Bildnis des Königs, nach der von Rauch
geschaffenen Büste in weißem Porzellan ge-
formt, steht deshalb im Jubiläumsraum einer
Ausstellung, die unter Schirmherrrschaft von
Generalfeldmarschall Göring in der Akademie
der Künste stattfindet. Es ist die erste Schau,

die die Akademie in ihrem neuen Heim, dem
ehemaligen Kronprinzenpalais veranstaltet
und sie ist sinnvoller Ausdruck einer staat-
lichen Kunstpflege, die preußische Eigenart im
besten Sinne des Wortes verkörpert. Der
Preußische Finanzminister Prof Dr. Popitz hat
in dem Geleitwort zum Katalog der Ausstel-
lung festgestellt, daß staatliche Betriebe kunst-
gewerblichen Charakters heute innerhalb der
gewaltigen Ausdehnung der industriellen Ent-
wicklung Deutschlands
nur noch ein bescheide-
nes Glied darstellen und
daß es grundsätzlich
nicht Sache des Staates
sei. in den Wettbewerb
mit frei schaffenden
Künstlern und kunstge-
werblich tätigen Privat-
unternehmern zu treten.
Der Staat hätte vielmehr
durch Lehranstalten und
Meisterateliers für die
Ausbildung der Künstler
zu sorgen — wozu daun
noch Aufträge für die
Künstler und Ausstel-
lungen kämen, in denen
durch Ankäufe für die
staatlichen Sammlungen
Beispiele vorbildlichen
Kunstschaffens heraus-
gestellt würden. Prof.
Dr. Popitz bezeichnet das.
Fortbestehen der staatl.
und gewerblichen Be-
triebe als Pflicht gegen-
über einer großen Ver-
gangenheit, die nur
erfüllt werden könne,
wenn die Leistungen
durch Besonderheit und
Güte eine beispiel-
gebende Stellung im
Rahmen deutscher kunst-
gewerblicher Produktion
zu wahren vermögen.
Wie sehr dies der Fall
ist, zeigt die Ausstel-
lung der Akademie, die
um den Mittelpunkt
eines Ueberblicks über


Die „Ferg u sso n - S c h a I e". Edinburgh, um 1575
Versteigerung der Sammlung Hearst aus Schloß St, Donat durch Christie’s,
London, 14. Dezember 1938 (Foto Christie's)


Das „Pusey-Ho r n". Angelsächsisches Ochsenhorn in englischer Silberfassung des 15. Jahrhunderts
Versteigerung der Silber-Sammlung Hearst aus Schloß St. Donat durch Christie's, London, 14. De-
zember 1938 (Foto Christie's)

die Tätigkeit der Berliner Porzellan-Manufak-
tur einige Abteilungen gruppiert, in denen die
Erzeugnisse der anderen staatlichen kunst-
gewerblichen Betriebe in einer knappen Aus-
wahl zur Schau gebracht werden. Der Ruf
Berlins als Fayencestadt wird mit den Leistun-
gen aus der friderizianischen Zeit verknüpft
bleiben. Die mit dem Formenreichtum der
Rokokozeit verbundenen älteren Produkte sind
von einem Reiz der Gestaltung und Bemalung,

der immer noch eine ganz unmittelbare Wir-
kung auszuüben vermag. Man sieht aus vielen
ausgestellten Proben, daß dieses hohe künst-
lerische Niveau mit anderen Ausdrucksformen
in der Epoche von Empire und Biedermaier
gehalten wurde. Wenn dann das neuzeitliche
Porzellan auch nicht mehr unter dem Zeichen
eines strengen Stilgedankens steht, werden
immer noch Künstler herangezogen, die im
(Fortsetzung auf S. 2)

Hearst-Verkäufe in London und New York

Gleichzeitig in der alten und der neuen
Welt wird nunmehr mit der Auflösung der
zahlenmäßig gar nicht zu übersehenden Kunst-
schätze des amerikanischen Zeitungsmagnaten
William Randolph Hearst begonnen. Nicht nur,
daß dieser Besitz in den verschiedenen Schlös-
sern des Sammlers in Kalifornien, in New

York und in England verstreut ist: ein großer
Teil ruht überhaupt, niemals zur Aufstellung
gebracht, in Speichern und Kisten, so daß bei
der Unübersichtlichkeit, mit der hier Jahrelang
Kunstwerke zusammengerafft waren, eine auch
nur annähernde Schätzung kaum möglich sein
(Fortsetzung auf S. 2)

PAUL TIECKE
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