Deutsche Kunst- und Antiquitätenmesse [Editor]
Die Weltkunst — 12.1938

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DIE WELTKUNST

Jahrg. XII, Nr. 17 vom 24. April 193^

Nachrichten von Überall

Neugestaltung des Eingangs
zum Pergamon-Museum
in Berlin
Das Pergamon-Museum, die einzigartige
weltberühmte Sehenswürdigkeit der Reichs-
hauptstadt, wird jetzt einen seiner Bedeutung
entsprechenden Eingang erhalten. Der Preu-
ßische Finanzminister hat soeben die Mittel
zum Bau einer Eingangshalle für das Perga-
mon-Museum bewilligt. Wer von den Millio-
nen Besuchern des Pergamon-Museums aus
dem ganzen Reich und aus den Ländern der
Welt den Pergamon-Saal mit seinem herrlichen
Altar auf direktem Wege erreichen wollte,
mußte bisher eine behelfsmäßige Freitreppe
im Vorhof passieren, die wegen ihrer entstel-
lenden Stillosigkeit von den Berlinern spöt-
tisch als „Schaffot“ bezeichnet wurde. Diese
Treppe wird jetzt abgerissen und durch eine
monumentale Eingangshalle ersetzt. Die Pläne
zu der Neugestaltung waren von Messel-Hoff-
mann schon im Jahre 1909 aufgestellt worden,
aber 50 Jahre lang mußte um die Erfüllung
dieses Wunsches vergeblich gekämpft werden.
Die Neuordnung
der Karlsruher Kunsthalle
Nachdem bereits im Sommer vorigen
Jahres die Abteilung der altdeutschen Malerei
eröffnet worden war und von der Neugestal-
tung der Staatlichen Kunsthalle in Karlsruhe
Zeugnis ablegte, ist in diesem Jahre ein wei-
terer Bauabschnitt in Angriff genommen wor-
den. um die Säle für die holländische und flä-
mische Malerei des 17. Jahrhunderts vorzube-
reiten. Auch hier ist nicht nur eine Erneue-
rung, sondern eine völlige Umgruppierung
notwendig geworden, da der Bestand an Wer-
ken der flämischen und holländischen Maler-
schulen durch die Uebernahme wesentlicher
Bestandteile der ehemaligen Mannheimer
Schloßgalerie eine bedeutende Bereicherung
erfahren hat. Bereits im kommenden Sommer
sollen die neuen Räume zugänglich sein. In-
zwischen wird noch im Laufe dieses Früh-
jahres die badische Malerei des späteren
19. Jahrhunderts in dem Orangerie-Gebäude
am Botanischen Garten ihre Neuaufstellung
fi ndeu.

Tag für Denkmalpflege
und Heimatschutz
Der vom Deutschen Heimatbund und dem
Deutschen Denkmalpflegetag veranstaltete
„Tag für Denkmalpflege und Heimatschutz1
findet in diesem Jahr vom 5. bis 7. Juli in
Hamburg statt. Er steht unter der Leitung
von Landeshauptmann der Rheinprovinz.
I lauptamtsleiter der Reichsleitung der NSDAP.
Heinz llaake, und Ministerialrat Dr. e. h.
Hiecke vom Reichs- und Preußischen Ministe-
rium für Wissenschaft, Erziehung und Volks-
bildung. Der Tagung liegt das Thema „Hei-
matpflege in der Stadt1’ zugrunde. Neben einer
Reihe von Vorträgen maßgeblicher Persön-
lichkeiten sind mehrere Ausstellungen vorge-
sehen. Die Tagung findet ihren Ausklang am
7. Juli in Lübeck.
Ausstellung in der
Bayerischen Staatsbibliothek
Als Beitrag zum Kunstsommer München
I95S wird die Bayer. Staatsbibliothek eine
Ausstellung ihrer berühmten Buchmalereien.
Codices und Einbände veranstalten. F.
Amerikanische Notizen
New York. Seit Jahren wird zum ersten-
mal wieder eine vollgültige Cezanne-Ausstel-
lung gezeigt: in den Durand-Ruel-Galleries
sind 21 erste Meisterwerke aus amerika-
nischem Besitz zu einer eindrücklichen, alle
Schaffensphasen berücksichtigenden Schau
vereinigt.

Johannes Schulz
Spezial-Photograph
für:
Werke bildender Kunst. Repro-
duktionen nach Gemälden, Pla-
stiken,Kupferstichen,Möbeln etc.
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München • Maximiliansplatz 18 • Ruf i r 675
Gemälde des 19. Jahrhunderts
ANKAUF-VERKAUF

Cleveland. Eine unvollendete Version von
Andrea del Sartos Dresdener Gemälde „Opfe-
rung Isaaks“ ist soeben aus dem Besitz des
englischen Sammlers H. Cornwall Legh als
Neuerwerbung an das Cleveland Museum ge-
langt. Das Bild befand sich bis 1862 in der
Sammlung Tordanari in Florenz.

mälden und Zeichnungen Giambattista und
Domenico Tiepolos statt.
Detroit. Unter den Neuerwerbungen des
Institute of Arts befindet sich ein „Dudelsack-
pfeifer-Paar“ von dem seltenen flämischen
Meister der Drolerie, Pieter Huys.


Friedrich Wasmann, Bildnis — Galerie Wimmer & Co., München

(Foto Wimmer)

Ottawa. Eines der bedeutendsten frühen,
vor der italienischen Reise entstandenen
Gruppenbilder von van Dyck, das bis vor
kurzem als Rubens bezeichnete Gemälde
„Christus segnet die Kinder“, ist soeben von
der National Gallery of Canada erworben
worden. Das Bild war eine Zierde der Samm-
lung des Herzogs von Marlborough in Blen-
heim Palace.
Chicago. Irn Art Institute findet gegen-
wärtig eine umfangreiche Ausstellung von Ge-

Bologneser Kunst
Immer mehr Städte Italiens folgen den Bei-
spielen der großen Kunststätten, durch regio-
nale Ausstellungen die Aufmerksamkeit der
künstlerisch und wissenschaftlich interessier-
ten Welt auf sich zu ziehen. Neben Neapel,
Genua, Forli meldet sich in diesem Jahre
nunmehr auch noch Bologna mit einer großen
Entwicklungsschau bolognesischer Malerei des
14.—17. Jahrhunderts, die im Mai eröffnet


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In neuen, größeren Räumen zeigt werktäglich von 10-16 Uhr:
Friedrich Loos (1797-1890), Norddeutsche Landschaften
Schöne deutsche Frauen und Kinder — Monumentale
Märchenbilder — Deutsche Romantiker — Alte Meister
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werden soll und in deren Mittelpunkt das
Schaffen von Francia, Caracci, Guido ReI11
und Guercino stehen wird.

Pariser Versteigerungs-
ergebnisse
Aus der regen Versteigerungstätigkei'
heben wir im Anschluß an unseren Bericht 1"
Nr. 16 einige wichtigere Ergebnisse hervor.
Auf der Versteigerung M. G. di G. (M® Ader-
5. April) erzielten ein auf 20 000 ffr. geschäU'
tes Studienblatt von Watteau 48 000 ffr. (Beets-
Amsterdam), ein Frauenkopf desselben Mei'
sters 25 000 ffr. (Beets), eine Federzeichnung
von Fragonard 22 500 ffr. und ein Pastell von
Perronneau 26 500 ffr. Bei den Gemälden vet'
zeichnete man 85 000 ffr. für eine Immaculata
von Tiepolo, 80 000 ffr. für ein Stilleben von
Kaiff (Delaunoy-Amsterdam), 70 100 ffr. für eine
venezianische Vedute von Guardi (Portier)-
55 000 ffr. für ein Stilleben von van Beyereü
und 50 000 und 29 500 ffr. für zwei Canalettos-
Am 7. April erbrachten auf der Versteig6'
rung M. G. II. durch M® Motel ein Herrenbild'
nis von Reynolds 69 100 ffr., ein Gemälde von
Braekeler 58 000 ffr., eine Terracotta-GrupP®
von Clodion 65 500 ffr.
Londoner Nachrichten
Die Barockausstellung im Burlington Hous6-
die kürzlich geschlossen wurde, hatte mit ein61
Besucherzahl, von HO000 nicht denselben Er'
folgt wie die in früheren Jahren an derselbe11
Stelle abgehaltenen Ausstellungen zu vd'
zeichnen.
Der Burlington Fine Arts Club bereitet f'i1
den Sommer eine Ausstellung englischer
lerei des 17. Jahrhunderts vor. Man darf er'
warten, daß diese Schau viel bisher unbekani1'
tes Material vermitteln und ma nches Pröble)’1
dieser wenig bearbeiteten Epoche in ein neu6’
Licht rücken wird.

Die National Gallery
in Washington
Die Stiftung, die der frühere amerikanisch
Schatzkanzler Andrew W. Mellon für Washin?'
ton gemacht hat, hat nunmehr endgültig de’1
Namen „National Gallery of Art in Washin?'
ton“ erhalten. Die Trustees haben zum Direk'
tor einen der engsten Mitarbeiter Mellons, M1'.
D. E. Finley, ernannt, der wesentlich am Aid'
bau dieser vielleicht größten neueren Privat'
Sammlung beteiligt war. Gleichzeitig wui’d6
ein zahlreicher Stab von Mitarbeitern in de”
Dienst der neuen Nationalgalerie gestellt.

Personalien

Prof. Dr. Fritz Knapp, der ehern. Ordinarius *
Kunstgeschichte an der Universität Würzburg, ist 1
Alter von 68 Jahren gestorben.
Georg Schrimpf, der bekannte Maler der bay6^
sehen Hochebene mit ihren zwischen weiten Wie5®11
flächen im milden klaren Sonnenlicht liegenden Städt®11'
ist, noch nicht fünfzig Jahre alt, gestorben.

Max Rabes, der aus dem Posenschen ge rfi
Maler des Orients und südlicher Landschaften, wurde
Berlin, wo er seit langem lebt, 70 Jahre alt. Von sein
Bildern aus dem Weltkriege befinden sich viele 1

bürtiäP

Münchener Kriegsmuseum.

Karl Wenckel, ein Schüler Eugen Brachts, Schild®^
norddeutscher Küstenstädte und verträumter alter d®
scher Städte, der aus einer Berliner Musikerfam1

stammt, wurde 60 Jahre alt.
Bartholomäus Karlovszky, der auch im Museum
Bildenden Künste zu Budapest mehrfach vertretene
ster des ungarischen Repräsentationsbildnisses, ist 0 :
10. April im Alter von 81 Jahren in Budapest gestofb011

Berichtigung
Durch ein Versehen wurde in dem Inserat der Fi^
C. G. Boerner in unserer Osternummer das Klischee
Drei Kreuze von Rembrandt verwechselt. Wir brinG
die richtige Abbildung heute auf Seite 2.

Gemälde-Verkauf
Jules Dupre, Schule Barbison, 15:25 cm#
Landschaft auf Holz. Ferner Diaz, Alf-
Stevens, Delacroix, Gericault

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Müller. Abdruck von Artikeln nur mit Einverständnis des Verlags, auszugsweiser Nachdruck nur mit Quellenangabe gestattet. Haftung für unverlangt eingesandte Manuskripte wird nicht übernommen und jegliche Verantwor-
tung, auch hinsichtlich des Veröffentlichungstermins und der Rücksendung abgelehnt. Der Verlag übernimmt durch Erwerbung eines Manuskriptes alle Verlagsrechte für dasselbe. Druck: Achterberg & Co., GmbH., Berlin SW^'
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