Deutsche Kunst- und Antiquitätenmesse [Editor]
Die Weltkunst — 12.1938

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DIE WELTKUNST

Jahrg. XII, Nr. 28/20 vom 17- Julijjf^

Nachrichten von Überall

Runge in der
Berliner National-Galerie
In der National-Galerie ist ein kleiner
Raum des Obergeschosses für den großen
Maler der deutschen Romantik, Philipp Otto
Runge, eingerichtet worden. Das Kernstück
darin ist das Bildnis von Frau und Söhnchen
des Künstlers, Um dieses Meisterwerk grup-
pieren sich mehrere Zeichnungen, die in den
letzten Jahren erworben sind und die Hand-
zeichnungssammlung der Galerie sehr wesent-
lich bereichert haben. Drei Studienblätter für
das Gemälde „Der Morgen“, die Porträts des
Berliner Musikers Ludwig Berger und eines
unbekannten jungen Mannes, ein Entwurf für
das Bildnis der Eltern, eine prachtvolle Ge-
wandstudie und endlich die einzige bekannte
Vorarbeit zu dem in München verbrannten
Bild „Wir Drei“, jetzt das letzte sichtbare
Denkmal der Gatten- und Geschwisterliche des
Künstlers.
Eine neue Vasari-Ausgabe
In Italien wird eine neue, zwanzigbändige
kritische Ausgabe der Werke von Giorgio
Vasari vorbereitet, die mit Genehmigung und
Unterstützung des italienischen Regierungs-
chefs erscheinen wird. Bekanntlich hat dieses
grundlegende Werk der italienischen Kunst-
geschichte seit der noch heute unentbehrlichen
kritischen Ausgabe von Milanesi (1878—85)
und einer deutschen, in vielen Teilen über-
holten Ausgabe keinerlei wissenschaftlich fun-
dierte Neuausgabe erfahren.
Auktionskataloge
aus drei Jahrhunderten
„Repertoire des Catalogues de Ventes
1600—1825“ nennt sich der erste Band einer
auf drei Bände veranschlagten Zusammenstel-

lung aller Auktionsirerichte von 1600 bis heute,
der von Frits Lugt, dem bekannten Kunst-
wissenschaftler. mit Unterstützung des Reichs-
büros für kunsthistorische und ikonographische
Dokumentation im Haag soeben veröffentlicht
wurde. Dem ersten Band soll ein zweiter fol-
gen, der die Kataloge von 1825—1875, ein
dritter, der die nach 1875 behandeln soll. Der
jetzt Vorliegende ist ein großer starker Band,
der mit Unterstützung der Abteilung für
Unterricht, Kunst und Wissenschaft des hol-
ländischen Kultusministeriums sowie einiger
Kunstliebhaber hergestellt wurde. Aus der
Vorgeschichte zur Entstehung des Reperto-
riums ist zu sagen, daß der Gedanke dazu auf
dem Internationalen Kunstgeschichtskongreß
von 1921 in Paris von Frits Lugt zum ersten-
mal ausgesprochen wurde; er hat dann bis
1926 gewartet, ob jemand anderes die Aufstel-
lung- beginnen würde, und als dies nicht der
Fall war, sich selbst daran gemacht. Der erste
Teil hat also rund elf Jahre zu seiner Bearbei-
tung in Anspruch genommen.
Entdeckung
zweier Asam-Gemälde
Die wenigen bekannt gewordenen Gemälde
der Künstlerfamilie Asam sind um zwei be-
deutende, bisher nur urkundlich überlieferte
Werke von Franz Asam bereichert worden.
Am Chor des Marienmünsters in Amorbach
wurden zwei Fresken mit ..Jesus im Tempel“
und der „Austreibung der Wechsler“ freigelegt,
die auf Grund alter Rechnungsbelege und
ihres stilistischen Befundes als Werke Franz
Asams belegt sind.
Iranische Kunst in Paris
In der Pariser Nationalbibliothek wu rde die
seit langem vorbereitete Ausstellung der Kunst
Irans feierlich eröffnet. Sie wurde zusammen-
gestellt aus den Beständen
sämtlicher französischer Mu-
seen und hat durch reichliche
Leihgaben von privaten Seiten
eine Abrundung und Geschlos-
senheit erhalten, die ein Ge-
samtbild des Kunstschaffens
auf iranischem Boden ermög-
licht.
Ein neuer van Dyck?
Wie aus Brüssel gemeldet
wird, hat man in der Sakristei
der St. Vincentiuskirche in
Zolder (Belgien) ein Gemälde
entdeckt, das die Signatur
van Dycks trägt. Es mißt rund
80 mal 45 Zentimeter und stellt
den sterbenden Christus am
Kreuz dar, an den Ecken des
Kreuzes, das eindrucksvoll
gegen den Hintergrund und
einem dunkeln Himmel steht,
zwei Engel: der eine vernichtet
den Tod, der andere erschlägt
den Teufel. Das „Meister-
werk“, wie die Blätter sagen,
ist auf Eichenholz gemalt.
Gemälde aus dem
französischen
Königshaus
Eine Versteigerung, die
wohl weniger ihrer künst-
lerischen Qualität wegen an-
ziehend, als ihrer historischen


Johann Christian Heerdt, Grüne Baumgruppe. Datiert 1835
Aus der Ausstellung bei F. A. C. Prestel in Frankfurt;
Neuerwerbung der Städtischen Galerie, Frankfurt a. M.
(Kl. Prestel!



Hans Thoma, Am Oberrhein. 1886. 80 : 74. cm
Aus der Galerie Haberstock, Berlin, in deutschen Privatbesitz übergegangen (Foto HaberstoJ*

Bedeutung nach interessant sein wird, findet
am 20. Juli bei Sotheby & Co. in London
statt: der Restbestand der ehemals könig-
lich Bourbonischen Sammlungen gelangt hier
zur Auflösung. Diese Sammlung, aus alten
Beständen des Königshauses vom Comte de
Chambord (Heinrich V., 1820—85) durch eifrige
Sammeltätigkeit aufgebaut und bis vor kurzem
im Schlosse Frohsdorf in Niederösterreich auf-
bewahrt, wird jetzt im Auftrage der Prinzissin
Beatrix von Bourbon-Massimo, einer der letz-
ten Deszendenten des stolzen Bourbonen-
geschlechts, in London zum Verkauf ange-
boten. Unter den Gemälden befinden sich
hauptsächlich Bildnisse, deren Zuschreibungen
wohl mancher Einschränkung bedürfen.
Hauptstücke dürften aber immerhin das Bild-
nis der Königin Marie-Antoinette von Vigee-
Lebrun und das Porträt der Königin Henrietta
Maria von England von van Dyck bilden.
Personalien
Hans Buchheit 60 Jahre. Am 20. Juli feiert der
Direktor des Bayerischen Nationalmuseums, Dr. Hans
Buchheit, seinen 60. Geburtstag. Er leitete vordem das
Schloßmuseum in Stuttgart und kam im Jahre 1932 an das
Bayerische Nationalmuseum. Seine Verdienste um diese
Museen und sein Wissen namentlich um Kunst und Kunst-
gewerbe des Mittelalters und der neueren Zeit sind so
allgemein bekannt daß man keine Worte darum zu
machen braucht. Nicht weniger seine Bereitwilligkeit,
die Forschungen anderer zu fördern. F.

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Zum Tag der Deutschen Kunst verlieh der Führer
Photographen Heinrich Hoffmann in Anerkennung 5-
Verdienste um die Große Deutsche Kunstausstellung
Titel eines Professors.
Prof. Karl Bauer, der Zeichner, der Dichter
Denker, wurde anläßlich seines 70. Geburtstages
Führer mit der Goethemedaille ausgezeichnet.
Künstler hat auch Wandgemälde geschaffen und
schiedene Bücher physiognomischen Inhalts veröl
licht. ,
jg!
Prof. Dr. Gustav Pauli, von 1914—1933 Leiter .
Kunsthalle in Hamburg, ist am 8. Juli in Hamburg
den Folgen einer Operation gestorben.
Prof. Dr. Heinrich Alfred Schmidt in Basel, der
meister der G'rünewaldforschung, vollendet am 19-
sein 75. Lebensjahr.
Prof. Dr. Otto Fischer wird zum 1. August auf eigel1f
Wunsch von der Leitung der Oeffentlichen Kunstsamn1^^
in Bösel zurücktreten, um sich nunmehr ganz se|n
wissenschaftlichen Arbeiten zu widmen.

per
OH6 r

Geschäftliches

(ohne Verantwortung der Schriftleitung)
Die im In- und Ausland bestens bekannte Kunst-
Antiquitätenfirma Bruno Mörbitz, Dresden-A-,
Jakob Spiehl, beging am 16. Juli ihr fünfzigjährig©5

schäftsjubiläum. .$f
Die Galerie Jordan u. Co. in Münch©11 f;
in arischen Besitz übergegangen. Die neue Firma 1°°^
S. NiemeitzKo m.-.G e s. Pers. haft. Gesellschö^|
ist Siegfried Niemeitz. Die neue Leitung führt
Geschäft in den bisherigen Räumen, Prinzregentenstr- |

fort.

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Hauptschriftleiter: Dr. Werner Richard Deusch, Berlin - Charlottenburg, Stellvertreter: C. A. Breuer, Berlin - Grünewald. — Vertretungen im Inland: Düsseldorf: Dr. M. A. st°^
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im Weltkunst-Verlag, Berlin W 62. — A. II. 38 : 2300. —Zuschriften sind an die Direktion der Weltkunst, Berlin W 62, Kurfürstenstraße 76-77, zu richten. Anzeigenannahme bis Donnerstag beim Weltkunst-Verlag. Ins®r|angt
tarif auf Verlangen. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Heinz Müller. Abdruck von Artikeln nur mit Einverständnis des Verlags, auszugsweiser Nachdruck nur mit Quellenangabe gestattet. Haftung für unv®rip;eS
eingesandte Manuskripte wird nicht übernommen und jegliche Verantwortung, auch hinsichtlich des Veröffentlichungstermins und der Rücksendung abgelehnt. Der Verlag übernimmt durch Erwerbung eines Manus
alle Verlagsrechte für dasselbe. Druck: Achterberg & Co., GmbH., Berlin SW61.
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