Deutsche Kunst- und Antiquitätenmesse [Editor]
Die Weltkunst — 12.1938

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DIE WELTKUNST

Jalirg. XII, Nr. 36/37 vom 11. September19^

Nachrichten von Überall




Ein Bild wird
verfilmt

Das den unteren Teil
des Genter Altars aus-
machende Gemälde „Das
Lamm Gottes“ ist fiir die
New Yorker Weltausstel-
lung verfilmt worden und
soll dort für den belgi-
schen Fremdenverkehr
werben helfen. Die Idee,
ein Bild zu verfilmen,
also etwa seine Entste-
hungsgeschichte und, wie
hier, eine Menge Men-
schen im Kostüm jener
Zeit in einem zeitgemä-
ßen Geschehen lebendig
auf die Leinwand zu ban-
nen, hat den Reiz der
Neuheit und könnte zu
einem kulturellen Erleb-
nis besonderer Art
werden.

Amtliche Bekanntmachungen

Anordnung der Reichskulturkammer
über Berufsbezeichnungen
Auf Grund des § 25 der Ersten Verordnung zur Durch-
führung des Reichskulturkammergesetzes vom 1. November
1933 (RGBl. I S. 797 ordne ich folgendes an:

Wer als Kunsthändler sich solcher Personen, die
im Besitze der erwähnten Bestätigung sind, für sel
geschäftlichen Beziehungen bedient, zeigt nicht das v
antwortungsbewußtsein gegenüber Volk und Staat,
auch vom Kunsthändler zu fordern ist. Vor solchen

Alte japanische Kunst in Berlin
Für die im Februar 1959 in Berlin statt-
findende „Ausstellung alter japanischer Kunst“
hat Ministerpräsident General-
feldmarschall Hermann Göring
die Schirmherrschaft übernommen.
Am 16. August schiffte sich Professor Dr.
Leopold Reidemeister, Kustos der Ostasiati-
schen Kunstabteilung der Staatlichen Museen
Berlin, auf der „Scharnhorst“ ein, um in Tokio
an den Vorbereitungen für die Ausstellung
teilzunehmen. Er wird im November nach
Europa zurückkehren.
Neuerwerbungen des Kaiser-
Friedrich-Museums-Vereins,
Berlin
Eine bisher wenig bekannte Tafel des
Meisters der Pollinger Tafeln konnte der
Kaiser-Friedrich-Museums-Verein aus Privat-
besitz (ehern. Slg. Freiherr von Stumm) er-
werben. Es handelt sich um ein kaum be-
kanntes Werk, darstellend die Anbetung des
Kindes. Die Tafel fällt in denselben Kreis
der 1444 datierten Flügel eines Marienaltars
aus Kloster Polling, die in München und
Nürnberg bewahrt werden und denen sich als
weitere Hauptwerke die etwas späteren Mün-
chener Flügel des Kreuzaltars gleicher Her-
kunft, sowie ein Marienaltar von 1459 in
Kremsmünster anreihen lassen. Der Künstler,
den E. Buchner mit Gabriel Angler (?), dem
führenden Münchener Meister dieser Jahr-
zehnte zu identifizieren versucht hat, gehört
zur Generation der Witz und Multscher. Die
Tafel, die ursprünglich Teil eines größeren
Altarwerkes war, ist von einer kräftig aus-
geprägten Farbigkeit. Auf einem Untergrund
neutraler Töne von dunklem Braun, Grau und
Grün, steht das leuchtende Zinnober in Rock
und Kappe Josephs, dagegen der weißlich

Meister der Pollinger Tafeln (Gabriel Angler!?)), ca. 1440
Anbetung des Kindes. Neuerwerbung des Kaiser-Friedrich-Museums-Verein
Ausgestellt in der Gemäldegalerie des Kaiser-Friedrich-Museums, Berlin
(Foto Weltkunst-Archiv)

Personalien
Ministerialrat Dr. Franz
Hofmann, beim Propaganda-
ministerium Abtlg. Bildende
Kunst feierte seinen 50. Ge-
burtstag. Das Schwergewicht
seiner Tätigkeit liegt auf der
Propaganda für die deutsche
lebende bildende Kunst im In-
und Ausland.
In Wien wurde zum Leiter
des Kunsthistorischen Museums
Kustos Dr. Fritz Dworschak er-
nannt. Gleichzeitig wurde zum
Leiter der Oesterreichischen
Galerie Universitätsdozent Dr.
Bruno Grimschitz ernannt.
In Graz ist der öster-
reichische Graphiker Herbert
Schimkowitz im Alter von 40
Jahren gestorben.

J o h. Sperl, Blumenstilleben Ausgestellt in der


Schriftleitung)

Liselotte Schramm-Heckmann, Selbstbildnis mit
Ausstel lung des Kunstvereins für
und Westfalen, Düsseldorf (Bericht S.

die R h e i n I a n j(1
1) (Kl. KunstW

noch
Um aber bereits jetzt eine
Kennzeichnung zu ermöglichen, wird frei-
gestellt, an den betreffenden Geschäften
Schilder mit der Inschrift „Deutscher Kunst-
händler" oder „Deutscher Antiquitäten-
händler" usw. anzubringen, und diese
Schilder mit einem Stempel der zustän-
digen Kammer zu versehen.
2. Durch die Ueberleitung der öster-
reichischen Kunst- und Antiquitäten-
händler in die Reichskammer ist die
Zugehörigkeit zur Buch- und Kleinkauf-
mannschaft bezw. Handelsbundes erloschen.
Gleichzeitig sind die Bestimmungen zur Pflichtzahlung bei
der Krankenkasse ebenfalls hinfällig. Es kann jedoch
jeder Kaufmann freiwilliges Mitglied bleiben.
Es ist einwandfrei festgestellt worden, daß auf dem
Wiener Kunstmarkt sich Personen an der Verbreitung und
Vermittlung von Werken der bildenden Kunst beteiligen,
die ihrer Eingliederungs-Pflicht in die Reichskammer der
bildenden Künste nicht nachgekommen sind. Solche Per-
sonen sind nicht mehr befugt, am Kunsthandel teilzu-
nehmen. Alle Kunsthändler, die auf dem Wiener Kunst-
markt einkaufen wollen, werden ersucht, darauf zu achten,
daß sie nur mit Kunsthändlern und Vermittlern in Ver-
bindung treten, die ihre Anmeldungspflicht erfüllt haben
und eine Bestätigung vorlegen können.

Da die Reichskulturkammer die kraft Gesetzes be-
wirkte Zusammenfassung der Kulturberufsgruppen ist, so
bedeutet der Zusatz „Mitglied der Reichskulturkammer"
oder „Mitglied der Reichsmusikkammer" usw. zu einer
Berufsbezeichnung etwas Selbstverständliches, daher
Ueberflüssiges und unter Umständen Irreführendes. Denn
dieser Zusatz ist in den Augen der Oeffentlichkeit, die
über die Rechtsnatur der Kammern nicht
genau unterrichtet ist, unter Umständen
der Ausdruck einer besonderen Leistungs-
bewertung oder der Zugehörigkeit zu
einer aus der Berufsgruppe besonders
hervorgehobenen Auslese. Ich verbiete es
deshalb allen Mitgliedern der Reichskul-
turkammer, sich bei öffentlichen Ankündi-
gungen, auf Firmenschildern und dergl. als
Mitglied der Reichskulturkammer oder
einer ihrer Einzolkammern zu bezeichnen.
Zuwiderhandelnde haben den Ausschluß
aus der Kammer wegen Unzuverlässigkeit
und damit die Untersagung ihrer Berufs-
tätigkeit zu gewärtigen. Entgegenstehende.
Bestimmungen der Kammern sind auf-
gehoben.
Der Präsident der Reichskulturkammer
Dr. Goebbels.
Bekanntmachung für das Land Oesterreich
1. Da eine Einzelmitgliedschaft für
Angehörige der Reichskulturkammer in der
Deutschen Arbeitsfront verboten ist, kommt
einstweilen für Unternehmer, deren In-
haber eine kulturkammerpflichtige Tätig-
keit ausübt, die Anbringung eines Schil-
des mit „Mitglied der Deutschen Arbeits-
front" nicht in Frage. Die diesbezüglichen
Verhandlungen mit der DAF. sind
im Gange.

Geschäftliches
(außer Verantwortung der . ~
Die frühere Kunsthandlung *Hans Leuchner,
ging in den Besitz des Herrn E. Meyer-Schrag über‘
Firma führt Gemälde, Graphik, Plastiken und

Berichtigung
In der letzten Ausgabe soll in dem Artikel
Zeichnungen aus der Albertina", 5. Zeile von .^(10
richtig stehen: P.. Troger, ebenso unter der Abb1
auf S. 4: P. Troger. — Zur Abbildung des romd11*5
Kreuzes auf S. 3 soll es richtig heißen: RupeHuS

Galerie Paul Roemer, Berlin (Foto
schäftsverbindungen wird daher gewarnt. Es wird ^e({\e,
darauf hingewiesen, daß eintretenden Falles die
gehörigkeit zur Kammer gemäß § 10 der Ersten Ver01 $
nung zur Durchführung des Reichskulturkammergeset
nachgeprüft werden müßte, was unter Umständen
einem Ausschluß aus der Reichskammer der Bilden
Künste führen kann.

Johann es Schul*
Spezial-Photograph
Werke bildender Kunst. Re|pßr
duktionen nach Gemälden, r c
stiken.Kupf erstächen,Möbeln
Farbaufnahmen ||l
Atelier: Berlin W 35, Lützowstraße 83
Fernruf: 21 0916

hellrot gefütterte Mantel’ Mariens und das
gelbe Tuch, auf dem das Kind liegt. Mit
hellen weißen Lichtern werden die Gesichter
und Hände zu energisch plastischer Wirkung
gebracht. Dieses Werk eines bayerischen
Vertreters ergänzt die Geschichte der deut-
schen Malerei in der Berliner Sammlung der
Gemäldegalerie in begrüßender Form.

Wiedereröffnung der Berliner
Staatlichen Kunstbibliothek

Die Staatliche Kunstbibliothek in Berlin,
Prinz-Albrecht-Straße 7, ist nach Abschluß der
Instandsetzungsarbeiten ab Donnerstag, den
I. September, wieder von 9 bis 21 Uhr für
den Besuch geöffnet.

Rompreis des preußischen
Staates
Der Rompreis des preußischen Staates, der
mit einem Stipendium verbunden ist, wurde
dem 55jährigen Maler und Graphiker Hugo
P e s c h e 1 aus Berlin zugesprochen.

Ein neues Erholungsheim
für bildende Künstler
Dem Landeskulturwalter Gau Franken,
Landesleiter für bildende Künste, wurde sei-
tens des Herrn Bürgermeisters der Stadt Ro-
thenburg das Hegereiterhaus in Rothenburg
o. d. T. als ständiges Erholungsheim für
deutsche bildende Künstler zur Verfügung
gestellt.

Michelangelos Pieta kommt
nach Florenz
Ein ungenannter Faschist hat Michelange-
los Pieta ,die bisher in der Kirche von Santa
Rosalia in Palestrina bei Rom stand, erworben
und dem italienischen
Staat zum Geschenk ge-
macht. Das Werk wurde
von Mussolini zum
Michelangelozentrum be-
stimmt, das in Florenz,
dem nationalen Mittel-
punkt der Renaissance-
Studien errichtet werden
soll.

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Hauptschriftleiter: Dr. Werner Richard Deusch (im Urlaub), Berlin-Charlottenburg; Stellvertr.: C. A. Breuer, Berlin-Grunewald. — Vertretungen im Inland: Düsseldorf: Dr. M. A. Stoi^171
Wilhelm-Kleinstraße 6. Hamburg: A. Alexander, Dillstraße 6. München: Ludwig F. Fuchs, Kaulbachstraße 92, Tel.: 35 674. Wien : Dr. Kurt Blauensteiner, VII. Schottenfeldgasse 82, Tel.: B 39 1 '
Vertretungen im Ausland: Amsterdam, Budapest, Krakau, London, Neapel, Paris (Pariser Büro: Directeur Dr. J. I. de Saxe, 13, rue Gudin, Paris 16 e; Tel.: Jasmin 18-90). Ersc
im Weltkunst-Verlag, Berlin W 62. — A. II. 38: 2300. —Zuschriften sind an die Direktion der Weltkunst, Berlin W 62, Kurfürstenstraße 76-77, zu richten. Anzeigenannahme bis Donnerstag beim Weltkunst-Verlag. *nser? ngt
tarif auf Verlangen. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Heinz Müller. Abdruck von Artikeln nur mit Einverständnis des Verlags, auszugsweiser Nachdruck nur mit Quellenangabe gestattet. Haftung für unver
eingesandte Manuskripte wird nicht übernommen und jegliche Verantwortung, auch hinsichtlich des^ Veröffentlrchungstermins und der Rücksendung abgelehnt. Der Verlag übernimmt durch Erwerbung eines Manuskri

alle Verlagsrechte für dasselbe. Druck: Achterberg .& Co., GmbH., Berlin SW 61.
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