Deutsche Kunst- und Antiquitätenmesse [Editor]
Die Weltkunst — 12.1938

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DIE WELTKUNST

Jahrg. XII, Nr. 38/59 vom 25. September 1958

Nachrichten von Überall

Eine Neuerwerbung des
Augsburger Museums
Das für die stilgeschiclitliche wie die künst-
lerische und kulturgeschichtliche Lage
Deutschlands um 1800 bedeutsame Bildnis
Albrecht Adams (s. Abbildung) zeigt die Fa-
milie des Augsburger Malers, Stechers und

Kunstverlegers Johann Lorenz Rugendas d. J.
(1775—1826), der vor allem durch seine Aqua-
tinta-Schabblätter mit Darstellungen aus den
napoleonischen Kriegen bekannt ist. Das
älteste der auf dem Bildnis erscheinenden Kin-
der ist sein 1802 geborener Sohn Moritz, der
als Maler weite Reisen unternahm und das
letzte Glied der alten Künstlerfamilie war. Ge-
mälde des berühmtesten Namensträgers der
Familie, des Schlachtenmalers Georg Philipp
Rugendas d. Ae., erscheinen auf der Wand im
Hintergrund unseres Bildnisses. Dieses trägt
die volle Bezeichnung Albrecht Adams (1786
bis 1862) aus dem Jahre 1809 und gibt uns da-
mit einen Anhaltspunkt für Beziehungen des
jungen Nördlinger Malers zu Johann Lorenz
Rugendas, der seit 1804 als Lehrer an der
Augsburger „Kunst- und Zeichnungsschule“
wirkte. Norbert Lieb
Das Deutsche Jagdmuseum
Am 2. Oktober wird das Deutsche Jagd-
museum im ehemaligen Orangeriegebäude des
Nymphenburger Schlosses in München einge-
weiht. Wir werden darüber berichten.
Stiftung für die Graphische
Sammlung in Leipzig
Durch eine Stiftung von Frau Anna Meyer
ist die Leipziger Graphische Sammlung in den
Besitz von rund zweihundert graphischen Blät-
tern neuerer Meister gelangt, die in vieler Be-
ziehung die Bestände der Sammlung ergänzen.
Haus der deutschen Kunst
Auf der Großen Deutschen Kunstausstel-
lung 1938 wurden bisher für über eine Million
Mark Kunstwerke verkauft. So war es mög-
lich, die Maßnahme durchzuführen, über die
wir in unserem Eröffnungsbericht geschrieben
haben. Anstelle der verkauften Werke wur-
den solche eingefügt, die bisher wegen Platz-
mangels zurückgestellt waren. Die Besucher-
zahl hat das 5. Hunderttausend überschritten.
F.
Neueröffnung der Staatlichen
Museen in Kassel
In Anwesenheit des Oberpräsidenten Prinz
Philipp von Hessen findet am 8. Oktober die

Neueröffnung der drei staatlichen Sammlungen
in Kassel statt. In der Gemäldegalerie ist die
reiche Sammlung niederländischer und italie-
nischer Meister neu gehängt worden. Das vor
drei Jahren durch die Initiative des Oberpräsi-
denten neu geschaffene Landgrafen-Museum ist
durch Umbauten erweitert und in seinen Be-
ständen beträchtlich ergänzt worden. Das Hes-
sische Landesmuseum hat
ebenfalls eine Neuord-
nung erfahren, durch die
seine Schätze für die
Heimatkunde verwertet
werden.
Fälscher-
Kongreß
Vom 2. bis 8. Oktober
findet in Kassel die Ta-
gung des internationalen
Verbandes der Museums-
direktoren zur Abwehr
von Fälschungen statt.
Etwa 120 führende Kunst-
wissenschaftler des In-
und Auslandes haben
ihre Beteiligung zuge-
sagt. Mit der Tagung
sind Besichtigungsfahrten
nach Arolsen, Bad Wil-
dungen, Fritzlar und
Marburg verbunden.
Erweiterung des
Schweriner
Schloßmuseums
Das Schweriner Schloß-
museum wird um zwei
große Säle erweitert, die der mecklen-
burgischen Kunst des Mittelalters gewidmet
sein werden. Es wurden in den letzten Jahren
aus Dorf- und Klosterkirchen so zahlreiche
Werke und Funde dem Museum zugeleitet, daß
mit einer repräsentativen Darstellung mecklen-
burgischer Kunst des Mittelalters gerechnet
werden kann.
Die Antique Dealers Fair 1938
Die Antique Dealers Fair, die große reprä-
sentative Schau des eng-
lischen Kunsthandels,
findet in diesem Jahre
vom 27. Oktober bis
11. November in Gros-
venor House, Park Lane,
in London statt.
Holländische
Kunstwochen
Nach dem Vorbild Bel-
giens wird nunmehr auch
Holland vom Jahre 1959
an seine „Kunstwochen“
haben. Sie bestehen in
einer Führung unter
sachkundiger Leitung
durch die Baudenkmäler
und Museen des Landes
nach einem festen Pro-
gramm, das im nächsten
Jahre die Städte Maas-
tricht. Roermond, Nijm-
wegen, Arnhem, Utrecht,
Amsterdam, Volendam,
Mönnikendam, Hoorn.
Haarlem, Leiden, Delft
und den Haag ver-
zeichnet.
Amerikanische
Notizen
Baltimore. Die Samm-
lung von Gemälden und
Kunstgewerblichen Ar-
beiten aus dem Be-
sitz von Frau Mary
Frick Jacobs ist als Ge-
schenk der Sammlerin
an das Museum of Art

gekommen. Unter den Gemälden seien als be-
sonders hervorragend genannt die sog. ..Blaue
Madonna“ eines französischen Primitiven um
1450, van Dycks Bildnis Heinrichs von Oranien,
Werke von Hals, Rem-
brandt, Fragonard, Vigee-
Lebrun und La Tour.
Cleveland. Als Stif-
tung erhielt das Museum
ein bis 1926 verschollen
gewesenes bedeutendes
Männerbildnis von Ing-
res aus der frühen römi-
schen Zeit.
Gründung neuer
Museen in
England
In der Stadt York
wurde ein Volkskunde-
Museum eröffnet, das
Einblick in das soziale
Leben Englands geben
soll. Die Aufwendungen
für das Museum betrugen
mehr als 10 000 Pfund
Sterling. In London ist
ein Museum für moder-
nes Kunstgewerbe im
Aufbau. Es soll laufend
Ausstellungen in- und
ausländischen Kunstge-
werbes zeigen. Außer
einer feststehenden Schau
in musealer Form sind
wechselnde Ausstellungen
geplant, in denen sich
die Entwicklung des
Kunstgewerbes von heute
verfolgen läßt. Das neue
Museum steht in enger
Verbindung mit dem
Viktoria- und Albert-
Museum, das bei sei-
ner Gründung dieselben
Ziele verfolgte, sich aber später auf die Kunst
der Vergangenheit beschränkt hat. Die Kosten
für das neue Museum sollen aus öffentlichen
und privaten Mitteln beschafft werden.

Amtliche Bekanntmachungen
Auslandsausstellungen deutscher Künstler
Verschiedene Sonderfälle geben erneut Anlaß darauf
hinzuweisen, daß Auslandsausstellungen von Mitgliedern

der Kammer von diesen selbst oder den Ausste.llungsvet'
anstaltern unter allen Umständen rechtzeitig über den
zuständigen Landeskulturwalter (Landesleiter) angemeldet
werden müssen. Auslandsausstellungen sind ohne di0-
Genehmigung des Herrn Reichsministers für Volksaufklä'
rung und Propaganda, die bei der Anmeldung zu bean'
tragen ist, unzulässig. Es muß erwartet werden, daß di0'
Künstlerschaft auch in diesem Punkt die unbedingt not'
wendige Disziplin wahrt und versteht, wie entscheiden^
es ist, daß die zuständigen staatlichen Dienststellen übet
derartige Ausstellungen unterrichtet sind.
Ausstellung von Werken ausländischer Künstler
Der Reichswirtschaftminister weist darauf hin, daß’
vielfach bei Bezahlung von Gemälden, die von auslän'
dischen Künstlern im Inland verkauft wurden, die gelten'
den Devisenbestimmungen nicht eingehalten worden sind-
Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß AusstellungS'
Veranstalter, die eine Ausstellung mit Werken ausländi'
scher Künstler planen, sich rechtzeitig über diese B0'
Stimmungen unterrichten müssen. Es ist z. B. vielfad1
nicht bekannt, daß die Aushändigung inländischer Zah'
lungsmittei an einen Ausländer oder zugunsten eine5
solchen an einen Inländer in Deutschland ebenso deh
Genehmigungspflicht unterliegt, wie die Zahlungen uH'
mittelbar an das Ausland. Auskünfte über die gültige*3
Bestimmungen erteilt die Kammer oder die Uebei"
wachungsstelle für Papier, Berlin W 8, Französisch0
Straße 45/46, die für die Erteilung der Devisenbeschein1'
gungen für Kunstwerke zuständig ist.

Bilderdiebstahl bei Lord Winterton
Aus dem Landsitz Lord Winterons wurde
bei einem Einbruch neben Miniaturen und
Goldarbeiten ein Bildnis des ersten Lord Win'
teron von Reynolds aus dem Jahre 1764, das
auf £ 10 000 geschätzt ist, gestohlen.
Personalien
Prof. Conrad Hommel wurde als Leiter eines Meiste1"
ateliers für Malerei an die Preuß. Akademie der bilden'
den Künste nach Berlin berufen. Hommel ist bekannt öl5
Maler repräsentativer Bildnisse. Er war Vorsitzender d0r
Münchener Secession. F*
Berichtigung '
Bei dem in Nr. 36/37 abgebildeten Nürnberger Fel^
harnisch ist der erzielte Preis versehentlich mit Fr. 19^'
anstatt Fr. 1 9000 angegeben worden.
Geschäftliches
(außer Verantwortung der Schriftleitung)
Die Galerie für Alte Kunst (vorm. A.
Drey) in München ist nach Brienner Str. 13, Oetting0*1
Palais, umgezogen.


Anton van Dyck, Damenbildnis. Erzielte auf der Versteigerung der
Sammlung Viscount Fielding durch Christie’s London, am 1. Juli 1938: £ 2000
(Foto Archiv)


A. Adam, Bildnis der Familie Rugendas.
Kunstsammlungen, Augsburg

Neuerwerbung der Städt.
(Museums-Foto)


Zeitgenössisches
handlung Herbert

Bildnis Friedrichs
Kiewer, Berlin

des Großen. Kunst'
(Foto Schulz)

Bedeutende Gemälde
17. bis 19. Jahrhundert zu kaufen gesucht.
Angebote erbeten
GALERIE G. PAFFRATH
Düsseldorf, Königsallee 46

Gemälde erster Meister
aus 4 Jahrhunderten
Galerie August Kleucker
Düsseldorf, Blumenstr. 21 (Nähe Königsallee)


KUNSTHAUS MALMEDE

Gemälde wie Plastiken alter Meister

KÖLN a. Rh., UNTER SACHSENHAUSEN 33

Johannes Schulz
Spezial-Photograph
für:
Werke bildender Kunst. Repro-
duktionen nach Gemälden, Pla-
stiken,Kupferstichen,Möbeln etc.
Farbaufnahmen
Atelier: Berlin W 35, Lützowstraße 83 v. III
Fernruf: 21 0916

Hauptschriftleiter: Dr. Werner Richard De u sch , Berlin-Charlottenburg; Stellvertreter: C. A. ’ B r e u e r , Berlin-Grunewald. — Vertretungen im Inland: Düsseldorf: Dr. M. A. Stommel,
Wilhelm-Kleinstraße 6. Hamburg: A. Alexander, Dillstraße 6. München: Ludwig F. Fuchs, Kaulbachstraße 92, Tel.: 35 674. Wien : Dr. Kurt Blauensteiner, VII. Schottenfeldgasse 82, Tel.: B 39—1—61 Z.
Vertretungen im Ausland: Amsterdam, Budapest, Krakau, London, Neapel, Paris (Pariser Büro: Directeur Dr. J. I. de Saxe, 13, rue Gudin, Paris 16 e,- Tel.: Jasmin 18-90). — Erscheint
im Weltkunst-Verlag, Berlin W 62. — A. II. 38: 2300. — Zuschriften sind an die Direktion der Weltkunst, Berlin W 62, Kurfürstenstraße 76-77, zu richten. Anzeigenannahme bis Donnerstag beim Weltkunst-Verlag. Inseraten-
tarif auf Verlangen. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Heinz Müller. Abdruck von Artikeln nur mit Einverständnis des Verlags, auszugsweiser Nachdruck nur mit Quellenangabe gestattet. Haftung für unverlangt
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