Deutsche Kunst- und Antiquitätenmesse [Editor]
Die Weltkunst — 12.1938

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DIE WELTKUNST

Jahre. X1T, Nr. 50 vom 11. Dezember 1938

Nachrichten von Überall



Veronese in Venedig
Die im Anschluß an die großen Erfolge der
Tizian- und Tintoretto-Ausstellungen geplante
große Schau, der Werke Paolo Veroneses ist
nunmehr, wie aus Venedig berichtet wird, ge-
sichert. Museen in Deutschland, England und
Frankreich haben Leihgaben zugesagt. Die

Erwerbung des Rheinischen
Landesmuseums Bonn
Das Rheinische Landesmuseum in Bonn hat
soeben aus der Sammlung Krupp-Hardy in
Bendorf bei Koblenz die ungewöhnlich reiz-
volle Holzgruppe der „Anna Selbdritt*, ein
zweifellos niederländisches Werk vom Ende
des 15. Jahrhunderts, erworben, das in dem
Aufsatz der „Weltkunst“ über die Sammlung
Krupp-Hardy vom 17. 4. 1958, S. 7, als Arbeit
des Jan Bormann-Brüssel abgebildet war. Die
Erhaltung der Gruppe ist vorzüglich, die Fas-
sung fast ganz im alten Zustand.
Schottische Kunst in London
Das diesjährige Thema der großen Winter-
ausstelluug im Burlington House in London,
die vom 6. Januar bis 11. März dauert, berührt
ein nationales Kunstgebiet: die Kunst Schott-
lands, wobei jedoch die frühchristliche Epoche
und das Mittelalter keine Berücksichtigung
finden, sondern erst die mit George Jamesone
(geb. 1587) einsetzende schottische Malerschule,
die sich über Michael Wright, William Aikman,
Allan Ramsay, Wilkie, Geddes und Raeburn
bis in unsere Tage erstreckt, im Mittelpunkt
stehen soll. Umrahmt wird diese Gemälde-
schau von kunstgewerblichen Abteilungen, die
Silber, Zinn, Glas, Waffen und Textilien um-
fassen wird.
Umsätze im Kunsthandel
Eine Zahl, die die wirtschaftliche Bedeutung
des Kunsthandels, auch abgesehen vom Einzel-
fall. darzutun im Stande ist, wurde soeben von
den American-Art-Association-Anderson Gal-
leries in New York veröffentlicht: darnach
sind seit der Gründung im Jahre 1857 durch
diese Firmen nicht weniger als hundertsechzig-
einhalb Millionen Dollars umgesetzt worden.
Notizen aus Brüssel
In Anwesenheit S. M. des Königs der Bel-
gier wurde soeben das „Museum der moder-
nen angewandten Künste“ in Brüssel, eine
Stiftung des Barons Louis Empain, eröffnet.
Ein großer Teil der hier vereinigten Kunst-
werke ist von auswärtigen Ländern, darunter
auch Deutschland, zur Verfügung gestellt
worden.
Die Leitung der hier bereits angekündigten,
im nächsten Jahre in Brügge stattfindenden
Memling-Ausstellung, ist in die Hände des
bewährten früheren Generaldirektors der

(Museums-Foto)

Anton Radi, Cronberg im Taunus
Neuerwerbung der Staatsgalerie in Stuttgart (Bericht in Nr. 46)

Schönen Künste, Paul Lambotte, gelegt wor-
den. Die Eröffnung findet am 24. Juni statt.
Aus der alten und neuen Welt sind beinahe
alle Wünsche auf Leihgaben zugesagt worden;
man hofft sogar, das „Jüngste Gericht“ aus der
Marienkirche in Danzig, das niemals seinen
Platz bisher verlassen
hat, als einen Höhepunkt
der wissenschaftlich wie
künstlerisch gleicherma-
ßen wichtigen Veranstal-
tung zu gewinnen.

Ausstellung soll im April 1959 im Palazzo Giu-
stiniani am Ganale Grande eröffnet werden.
Amerikanische Notizen
New York. Das Metropolitan Museum
konnte eine der bedeutendsten und größten

Bekanntmachung
Erwerb spanischer Kunstschätze wird nicht anerkannt
Die Spanische Botschaft in Berlin teilt mit:
Die nationalspanische Regierung erhält fortlaufend
Nachrichten, daß die Roten aus den bisher noch nicht

der frühen Landschaften von Corot erwerben:
die kurz vor 1855 entstandene „Landschaft mit
Hagar in der Wüste“, die hier abgebildet wird.
Detroit. Durch eine Stiftung von Edsel
Ford gelangte das Art Institute in den Besitz
eines großen Altarbildes aus der frühesten
Periode Giambattista Tiepolos, eine kurz nach
1720 entstandene Madonna mit Kind.
Leihgaben für das Münchner
Völkerkunde-Museum
Unter den zahlreichen Leihgaben, die Ba-
ron Eduard von der Heydt in letzter Zeit
europäischen Museen zur Verfügung gestellt
hat, sind diejenigen hervorzuheben, mit denen
er das Münchner Völkerkunde-Museum berei-
cherte. Die hier bisher gut vertretene Plastik
wurde von ihm durch zwei große und drei
kleine Steinfiguren aus Siam ergänzt; diesen
Torsi kommt ein besonders dokumentarischer
Wert zu, weil von den reichen Funden aus
Lopburi (nördlich von Bangkok) das in der
Zeit, als Siam den Khmer untertan war, als
Provinzhauptstadt und Sitz einer Bildhauer-
schule einen Ruf hatte, immer nur Köpfe in
die Münchner Sammlung gelangt sind.
Erfolg der Londoner
Antiquitäten-Messe
Uebereinstimmend stellt die englische Presse
fest, daß die jährlich im Herbst in London
stattfindenden Anticpiitäten-Messen von Jahr
zu Jahr ein weiteres Publikumsinteresse fin-
den und sich materiell zu immer größeren Er-
folgen auswachsen. In diesem Jahre trug dazu
nicht unwesentlich das Interesse der könig-
lichen Familie bei, die nicht nur durch Leih-

eroberten Gebieten Spaniens geraubte Kunstgegenstände
ins Ausland schaffen., um sie dort zu verkaufen. Die
Nationalregierung sieht sich daher verpflichtet öffentlich
auf die Gefahren aufmerksam zu machen, die den
Käufern durch den Erwerb dieser Gegenstände, deren
Herkunft zweifelhaft oder offensichtlich rechtswidrig isl7
entstehen.
Bei diesen von den Roten gestohlenen Gegenständen
handelt es sich um eine Unzahl von Kunstwerken aus
staatlichen und privaten Sammlungen, die allgemein be-
kannt und in den Katalogen verzeichnet sind. Es ist
daher sehr leicht dieselben wieder aufzufinden und als
solche zu erkennen, wo sie sich auch befinden mögen-
Nationalspanische Agenten verfolgen zur Zeit die
Spuren dieser Kunstschätze und wissen genau, in wessen
Hände dieselben gelangt sind. Zur gegebenen Stunde
wird der Spanische Staat im Einvernehmen mit den Prin-
zipien des internationalen Rechts die notwendigen Vor-
kehrungen treffen, um diese gestohlenen Gegenstände
zum Schaden und Nachteil der augenblicklichen Besitzer
den rechtsmäßigen Eigentümern zurückzuerstatten.
Es wird daher nochmals auf die Ungültigkeit der-
artiger illegaler Geschäfte hingewiesen.
gaben diese Veranstaltung des gesamten eng-
lischen Antiquitätenhandels unterstützte, son-
dern sie durch öfteren Besuch zu dem in Eng-
land so wichtigen „gesellschaftlichen Ereignis“
stempelte.
Personalien
Dozent Dr. Baumgart in Bonn ist beauftragt worden/
in der Philosophischen Fakultät der Universität Jena in1
Wintersemester 1938/39 den Lehrstuhl für Kunstgeschichte
vertretungsweise wahrzunehmen.
In Wien starb am 1. Dezember der ehern. Universi-
tätsprofessor Dr. Julius R. v. Schlosser. Der 1866 in
Wien geborene Gelehrte, welcher von 1901—22 Direktor
am Kunsthistorischen Museum war und seit 1922 als Vor'
stand des II. Kunsthistorischen Instituts der Universität
Wien wirkte, war durch seine Forschungen zur Geschieht6
der italienischen Renaissance bekannt; sein Hauptwerk/
„Die Kunstliteratur", ist eine Leistung von überragende^1
Rang.

Bilderpreise der
Rufford-Abbey-
Auktion
Auf der Versteigerung
der Gemäldesammlung
von Rufford Abbey durch
Christie’s in London
wurden für die schönen
Niederländer wiederum
ausgezeichnete Preise er-
zielt. Selbst in der Ge-
schichte englischer Auk-
tionen der letzten Jahre
dürfte ein Preis von 4000
Guinees für eine Land-
schaft von Salomon van
Ruysdael eine Ausnahme
sein, und auch die 2000
Gn., die für eine andere,
1651 datierte Kanalland-
schaft (Abb. S. 6) bezahlt
wurden, sind als eine be-
sondere Ausnahme zu.
werten. Eine „Marine“
von Jan van de Capelle
erbrachte 1000 Gn„ eine
Stadtansicht desselben
Meisters 500 Gn., ein In-
terieur von Pieter de
Hooeli 650 Gn. und den-
selben Preis eine vene-
zianische Vedute von
Guardi.

Camille Corot, Lands chaft
Neuerwerbung des Metropolitan Museum, New York

(Foto Archiv!

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im Weltkunst-Verlag, Berlin W 62. — A. III. 38: 2300. — Zuschriften sind an die Direktion der Weltkunst, Berlin W 62, Kurfürstenstraße 76-77, zu richten. Anzeigenannahme bis Donnerstag beim Weltkunst-Verlag. Inseraten-
tarif auf Verlangen. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Heinz Müller. Abdruck von Artikeln nur mit Einverständnis des Verlags, auszugsweiser Nachdruck nur mit Quellenangabe gestattet. Haftung für unverlangt
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