Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 25.1900

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DAS BRUNNENHAUS DES THEAGENES

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ren Reihen starker Kalksteinplatten,die der Westwand des Bas-
sins parallel läuft. Die Schicht ist eine Platte tief. Die Seiten-
flächen haben nach Osten Anschlussfläche, nach Westen sind
sie roh gelassen, enden also im Terrain Die Ausdehnung die-
ses Pflasters nach Norden ist unbekannt; Säulenspuren sind
nicht vorhanden, doch möchte man glauben, dass die star-
ken Platten eine Halle getragen hätten. Herr Dörpfeld hält es
für möglich, dass an der llinterwand dieser Halle, der West-
wand des Bassins, das Wasser aus Röhren geflossen sei.
15'" südlich des Bassins (bei G) fanden sich fünf kleine
Bohre aus rotem hartem Thon nahe nebeneinander von Nor-
den nach Süden laufend. Sie müssen als Abzugsrohre oder
zur Fortleitung des Wassers in andere Stadtgegenden gedient
haben.
Nach Beendigung unserer Grabungen stiess man gelegent-
lich städtischer Erdarbeiten auf das Schöpfbassin eines zwei-
ten, viel kleineren Brunnenhauses, das ähnlich wie der Brun-
nen des Theagenes aus stuckirten Quadermauern besteht und
an der einen Seite die ganz erhaltene Kalksteinbrüstung auf-
weist. Das Gebäude liegt am Westfusse der Burg des Alkatboos;
auch seine völlige Aufdeckung soll später versucht werden.
RICHARD DELBRÜCK
KARL GUSTAV VOLLMÖLLER


ATHEN. MITTHEILUNGEN XXV.

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