Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 25.1900

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BILINGUIS AUS DORYLAION

Bei gelegentlich erneutem Studium der Bilinguis von Do-
rylaion, die in diesen Mitteilungen XX111 S. 362 nach Ab-
schrift und Abklatsch von Ί. Μηλιόπουλος veröffentlicht ist,
ergab sich mir eine teilweise veränderte Auffassung des phry-
gischen Textes. Z. 8 glaube ich die aus den phrvgischen Grab-
schriften römischer Zeit bekannte Verbalform αδδακετ erken-
nen zu müssen. Da nun durch die von Chantre, Mission en
Cappadoce, Paris 1898, S. 169 mitgeteilte altphrygische In-
schrift, wie ich in der Wiener Zeitschrift für die Kunde des
Morgenlandes XIII S. 359 dargelegt habe, erwiesen ist, dass
phrygisches χε griechischem τε, lateinischem que, skr. ca ent-
spricht und enklitisch nachgestellt wird, so muss Ενσταρν(α)
δουαθ Z. 6/7 das letzte der durch xs verbundenen Glieder sein.
Ich schlage also vor Z. 6 ff. zu lesen:
Ενσταρνα-
ς ?] δουμθ κε. Οιουθ
βαν αδδακετ ορού
αν.

In Μιτραφατα, Μας Τεμρογειος, Πουντασβας sind doch wol mellt
vergötterte Tote, sondern wirkliche θεοί zu erkennen, denn
παρεθε'μην entspricht doch sonstigem παραδίδωρα, das die For-
mel einleitet, mit der ein Grab dem Schutz der unterirdischen
Götter anempfohlen wird, z. B. C.l.A. III 1423: II αραδίδωιζι
τοϊς καταχθονίοις Οεοϊς τούτο το ήρώον φυλάσσειν, Πλούτωνι καί Δή-
[λητρι καί Ιίερσεφόντρ καί Έριννύσιν καί πασιν τοϊς καταχθονίοις θεοϊς.
Auch könnte Μας Τεμρογειος, Genitiv von Μα Τεμρογεις (gebil-
det wie Βαβεις Einleitung in die Gesell, der griech. Sprache
S 336, Δαδεις 337, Μαμμεις 338, Τατεις 348, Βάζεις U.S.W.),
'der Ma vom Tembrogius-Flusse’ bedeuten. Μιτραφατα (oder
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