Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 25.1900

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UBER EINIGE GRABHÜGEL BEI AGIA TRIADA

Als die Gräberstrasse des athenischen Kerameikos freigelegt
wurde, hat man versäumt—und es ist verzeihlich — neben
den grossen Reliefs auch auf die Grabhügel der Armen zu ach-
ten, Grabhügel, die an der Kunst keinen Teil haben, aber in
immer gleicher Form lange Zeit dem einfachen Volke genügten.
Hier sollen die Reste solcher Anlagen , die sich im Schutt
von Agia Triada noch erkennen lassen, aufgezählt und be-
sprochen werden. Zur Feststellung des Vorhandenen waren
einige Aufräumungsarbeiten notwendig, zu denen die griechi-
sche Ephorie der Altertümer in liebenswürdigster Weise die
Erlaubniss erteilte.
A. Das Grabmal aus Lehmziegeln.
Auf dem Terrain, das sich südlich der Messeniergräber1
bergauf erstreckt, steigen zwei Reiben von kleinen Terrassen
empor, die durch niedrige Stützmauern gehalten werden. Die
Anlage ist in vorrömische Zeit zu datiren, denn die Stütz-
mauern sind zum Teil sorgfältig aus Brecciablocken herge-
stellt, und in der Erde der Terrassen sind nur Ziegelgräber
nachzuweisen. Die Särge aus rohen Steinplatten, denen rö-
mische Columellae zu entsprechen pflegen, stehen in einem
etwas höheren Niveau; unter der Aufschüttung, die sie um-
gab, müssen die älteren Grabmäler ganz verschwunden sein.
Auf der ersten Terrasse südlich und oberhalb der Messe-
niergräber stehen vier jener Plattensärge dicht aneinander ge-
rückt und neben ihnen liegen noch die vier römischen Colu-
mellae mit ihren Inschriften.

( Vgl. die Planskizze bei Conze, Die attischen Grabreliefs, Textband I
S. 16, Nr. 41.
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