Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 25.1900

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schaffenheit; die Kohlenreste und die Verbrennung des Erd-
reiches lassen erkennen, dass die Grube, in der das Feuer
brannte, etwa einen Meter tief und anderthalb breit war. In
der Grube, oberhalb der Brandschichten , liegen zwei leere
Spitzamphoren der gewöhnlichen Art. Die Grube, die Spuren
der drei Opfer, die Amphoren müssen sich auf die darunter
begrabenen Toten beziehen Ob der βόθρος offen blieb oder
zugeschüttet wurde, ist nicht mehr zu ermitteln.
Dicht über den Amphoren folgt ein Grab aus gewölbten
Ziegelplatten, ohne Bodenplatte, 1,45m lang; darin lag, den
Kopf nach Osten, auf seiner rechten Seite das etwas zusammen-
gekrümmte Skelett, unter dem Kopfe ein grosser Stein,zu Füs-
sen ein Alabastron der Form Furtwängler Nr. 240, mit einer
Baimette des 4. Jahrhunderts. In gleicher Höhe lag ein aus
Steinen zusammengesetztes Grab, ohne Beigaben; einer der
verwendeten Steine ist eine rohe Tafel hymettischen Marmors,
die auf der gespitzten Schriftfläche die Inschrift trägt:
0 A I Δ § Ο H
Λ V 5! I T P A T
Ο A X A P Μ E
V 5!
Die Buchstaben gehören der ersten Hälfte des 5. Jahrhun-
derts an; bei der Auffindung war ihre rote Farbe noch ganz
erhalten.
ln noch höherem Niveau liegt der Thon - Sarkophag eines
Kindes, ohne Beigaben.
3. Mehrere Thonsarkophage mit Kinderskeletten. An Beiga-
ben enthielten sie Spielgeschirr, Schälchen (Furtwängler Form
230), Näpfehen (ebenda 258), Kännchen. Die Keramik datirt
sie in das vierte Jahrhundert, dem entspricht auch ihre Hö-
henlage, durchschnittlich lm über dem Grunde des βόθρος.
4. Amphoren mit Kinderskeletten ; eine davon enthielt zwei
Näpfchen, einen kleinen Skyphos,ein Tropfgefäss (Furtwäng-
ler Form 243, jedoch weniger flach gebaut).
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