Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 25.1900

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394 ALFRED KOERTE
Leider lässt sich die Gesamtzahl auch nicht annähernd fest-
stellen , schwerlich war sie geringer als 80, sie kann aber
auch doppelt so gross gewesen sein.
Wer das Psephisma eingebracht hat, entzieht sich unserer
Kenntniss. Möglich ist es ja, dass Archinos selbst in einem
zweiten Antrag für die Metöken sorgte, aber wir haben nicht
mehr das Recht seinen Namen in Zeile 3 einzusetzen. Für den
ersten Satz des Antrages scheint sich mir im Anschluss an
Prolt folgende Ergänzung zu ergeben: ό δείνα ειπεν όπως αν της
δωρεάς ρ,ετέχωσιν οί ρ.έτοικ]οι, όσοι συνκατηλθον από Φυλής, η τοΐς
κατελ[θδσι των πολιτών έδόθη 1 --], έψηφίσθαι Άθηναίοις εναι
αΰτοϊς καί έκγόν[οις πολιτείαν καί φυλής καί δήρ/.ο καί φρατρίας ης
αν βόλωνται,] νόρ,οις δε τοϊς αύτοϊς περί αυτών τάς άρχάς χρ[ησθαι
οΐς καί περί Αθηναίων. Es folgte die Begründung des Antrages
durch eine Aufzählung der Verdienste, wie Prott erkannt hat.
Als erster Grund war jedenfalls ihre Teilnahme an der Be-
setzung und Verteidigung Phyles genannt, als zweiten le-
sen wir Z. 7 συνεριάχησαν δέ τημ μάχην τη[Λ Μονιχίασιν, der
mit τον δέ eingeleitete dritte Punkt betraf die Zeit δτε αί διαλ-
λαγαί έγένοντο und hinzugefügt wird endlich καί έποίον τα προσ-
τατ[τόμενα. Wäre uns die Motivirung des Antrages ganz erhal-
ten, so würde die Frage nach der Datirung des Steins wol
mit grösserer Sicherheit zu beantworten sein als jetzt mög-
lich ist. Den Archontennamen in Z. 2 ergänzt Ziebarth zu
Ξεναίνετ]ος (401/0), während Prott Πυθόδωρ]ος (404/3) vorzieht,
andere Archonten sind durch die Endung -ος ausgeschlossen.
Prott führt (S. 37) zu Gunsten der früheren Datirung äussere
und innere Gründe an. Einmal würde in der στοιχηδόν ange-
ordnelen Inschrift die Symmetrie der zwei ersten Zeilen durch
den Namen Pythodoros besser als durch Xenainetos gewahrt
sein. Aber diese Beobachtung ist nicht ausschlaggebend,da der
Längenunterschied beider Namen ja nur einen Buchstaben
beträgt. Ferner findet er es sehr auffallend, 'wenn sowol die

1 Die ungeschickte Wortstellung ist auirallend, die Konstruktion scheint
mir aber durch das Erhaltene gesichert zu sein.
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